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Ein Plädoyer für Sex Toys

Ein Plädoyer für Sex Toys

Braucht man eigentlich Sex Toys? Nein, braucht man nicht. Ups, was sagt man dazu wohl bei ORION? Ich kann fast hören, wie sie sich gerade ansehen und sagen „Wieso schreibt sie denn so etwas? Sie schreibt das doch für uns!“ Ja, das stimmt. Aber ich sage ja auch nur, dass man sie nicht braucht und nicht, dass sie überflüssig wären. Man kann es durchs ganze Leben schaffen, ohne jemals ein einziges Toy in der Hand gehabt zu haben. Genauso verhält es sich auch mit Schuhen und Handtaschen. Davon brauche ich zum Überleben in der Großstadt auch nur ganz wenig. Trotzdem sind meine Schränke voll. Ich habe mal gezählt, dreiundvierzig Paar Schuhe, Flipflops eingerechnet, und 12 Taschen. Warum ich so viele habe – oder ist das gar nicht viel??? Es ist einfach toll. Aussuchen, kaufen, anziehen, Spaß haben. Und genauso ist es auch mit Sex Toys. Man braucht sie nicht, es macht aber viel Spaß, wenn man sie hat und allein oder mit dem Partner damit herumspielt. Deswegen ist dieser Artikel auch nicht gegen sondern für Sex Toys.

Es gibt Leute, die sagen zu mir, Anja, das brauche ich alles nicht, mir reicht der ganz normale Sex mit meinem Partner. Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Das ist wie mit dem Essen. Es gibt bestimmte Gerichte, von denen man weiß, dass man sie mag und es bestenfalls nicht allzu viel Aufwand braucht, um sie zuzubereiten. Und man ist glücklich damit. Im normalen Alltag ist meist auch gar nicht viel Zeit für anderes. Aber dann ist es plötzlich wieder irgendein Feiertag, der Aufwand ist viel größer und aus dem gemeinsamen Essen wird mehr als nur Nahrungsaufnahme. Oder man wird bei Freunden mit unbekannten Köstlichkeiten überrascht. Und was passiert, wenn man die Geschmacksknospen für die weite Welt der Kochkunst öffnet? Plötzlich entdeckt man, dass es doch noch so viel mehr gibt, als man es vorher gedacht hat. Für jeden Geschmack gibt es etwas, das sich mit mehr oder weniger Aufwand zaubern lässt. Allein oder zu zweit. Essen wird zum Genuss. Für viele ist schon der Akt des Kochens reinste Befriedigung. Und so mancher Kerl wünscht sich dann zum Geburtstag einen Fleischwolf.

Warum also nicht auch beim Sex über den Tellerrand schauen? Was ich sagen möchte, ist, dass Essen und Sex gar nicht so verschieden sind. Beides kann man auf die gewohnte Weise genießen. Oder eben auch fantasievoll und ausgefallen. Man muss sich nur darauf einlassen können und Spaß am Spielen haben. Und was wir heute für eine Auswahl haben! Für Männer, für Frauen, für beide gleichzeitig, zum Reinstecken, zum Auflegen, zum Bemalen, zum Ablecken, zum Massieren, zum Schmecken und Riechen, zum Anziehen und Ausziehen, zum Fesseln, zum Ansehen und Fühlen, zum Schmerzen zufügen und Schmerzen empfangen – für jeden Geschmack und für jede Vorliebe ist etwas dabei.

So mancher Mann macht dabei den Fehler und kommt ungefragt wie ein Elefant im Porzellanladen mit einem Riesen-Dildo nach Hause und wundert sich dann, wenn die Liebste statt Juhu zu schreien empört das Schlafzimmer verlässt. Besser ist es, gemeinsam nach einem passenden Toy zu schauen und das vielleicht auch gleich schon zu einem Teil des Liebesspiels werden zu lassen. Und dann kann man ja mit den einfachen Dingen anfangen. Ein wärmendes Massageöl verwöhnt den Partner und stimmt ihn oder sie mit Sicherheit auf weitere Vorschläge ein. Mit einem Vibrator lassen sich ganz neue Empfindungen wecken und eine Augenbinde schärft die anderen Sinne, so dass jede Berührung und jedes Geräusch viel intensiver wahrgenommen wird. Ein kleiner Angstschauder und ein leichter Schmerz haben auf so manchen eine extrem luststeigernde Wirkung. Es gibt so viel zu entdecken, packen wir es an!

Ja, das alles kostet Zeit. Aber das sollten wir es uns wert sein!

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/ein-plaedoyer-fuer-sex-toys/

 

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Wieviel Figur brauchen wir zum Glücklichsein?

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„Nun legen wir uns mit dem Bauch auf die Matte und ziehen den Bauchnabel ein, so dass zwischen Bauch und Matte ein Hohlraum entsteht.“ Wie soll ich das denn machen??? Klar, wenn man so durchtrainiert wie die Pilates-Trainerin da vorne ist, kann man diesen Hohlraum sogar von meinem Platz aus sehen. Aber mit meinem Bauch ist das völlig unmöglich. Keine Chance. Ich könnte auch einfach schlapp liegenbleiben, man würde keinen Unterschied sehen. Aber ich nehme das mittlerweile mit Humor. Den hat diese Trainerin auch und so lacht sie ihr herzliches Lachen, als sie meinen belustigten Blick sieht, und sagt ganz locker, „Na ja, nicht bei allen ist das anatomisch möglich.“ Ja, genau! Also strenge ich mich trotzdem an und habe ein gutes Gefühl, auch wenn sich mein Bauch keinen Millimeter von der Matte abhebt.

Wie wichtig ist ein perfekter Körper eigentlich?

In der Boulevardpresse wimmelt es nur so von wohlgeformten Körpern und perfekten Gesichtern. Erst kürzlich habe ich wieder einmal gelesen, wie oft diese und jene Promis trainieren und wie interessant sie sich ernähren. Sport und gutes Aussehen gehören allerdings für die wenigsten von uns zum Berufsalltag. Und wir haben auch nicht die Zeit dazu, neben Job und Familie ständig noch zu trainieren und zur Beauty-Pflege zu laufen. Deshalb sollten wir uns auch nicht an diesen Frauen messen. Es gibt so viel mehr Frauen, die einfach ganz normal sind. Und meine Pilates-Trainerin hat Sport schließlich zu ihrem Beruf gemacht. Wie ich seit heute weiß, kommen da jede Woche 25 Stunden zusammen. Das sind in guten Zeiten 22 und in schlechten 25 Stunden mehr als bei mir. Würde ich das wollen? 25 Stunden Sport die Woche? NEIN!!! Erstens viel zu anstrengend und außerdem habe ich selber einen tollen Job. Der macht zwar keinen Astralkörper, wirkt sich aber auch positiv auf mein Wohlbefinden aus.

Liebe machen bedeutet, den anderen zu lieben

Leider legen wir die Messlatte für uns selber immer so wahnsinnig hoch. So manche Frau kann beim Sex nicht loslassen, weil sie die ganze Zeit darüber nachdenkt, ob ihr Partner nun gerade diese oder jene Delle sieht. Das ist schade, denn so kann sie sich nicht fallen lassen und einfach genießen, was da gerade Schönes passiert. Ein Mann ist beim Liebesspiel von all den erotischen Reizen seiner Liebsten viel zu abgelenkt, als dass er auf ihre Problemzonen achten könnte. Und eine Frau, die sich hingibt und sich ganz auf ihn einlässt, die ihm das Gefühl gibt, gerade ganz bei ihm zu sein – das ist es, was einen Mann wahnsinnig macht! Genau das macht das Liebe machen aus. Man liebt – emotional und körperlich. So mancher Mann hat sogar sehr gern „etwas in der Hand“.  Schönheit liegt bekanntermaßen im Auge des Betrachters. Das gilt übrigens genauso auch andersherum.

Anders ist das sicherlich, wenn man mit jemandem einfach nur Sex hat. Dann zählt die körperliche Attraktivität ungleich mehr, da es kein emotionales Gegengewicht gibt. Und wenn ein Partner tatsächlich ständig am Aussehen herummäkelt, sollte man schauen, was wirklich dahinter steckt. Meistens liegen ganz andere Unzufriedenheiten im Verborgenen.

Eine Initiative für das Normal-Sein

Als ich die Bilder der amerikanischen Initiative Women Enough sah, war ich deshalb sofort begeistert. Ganz normale Frauen, die sich so zeigen, wie sie sind. Nackt. Frauen, die sich trauen, durch ihre Persönlichkeit zu strahlen. Toll. Davon brauchen wir unbedingt mehr! Auch deswegen gehe ich nach dem Sport so gern in die Sauna. Denn da sind (fast) alle ganz normal. Und ich gehöre dazu.