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Die kleine Orgasmus-Schule

Mich gibt es mehrmals, würde der weibliche Orgasmus sagen, könnte er sprechen. Zum Glück kann er das ja nicht. Oder leider nicht? Denn manchmal versteckt er sich und lässt sich so gar nicht hervorlocken. Aber manchmal zeigt er sich auch an den unerwartesten Stellen oder in den unglaublichsten Momenten. Habt ihr gewusst, dass Frauen bei der Geburt einen Orgasmus bekommen können? Oder dass es Frauen gibt, die allein durch Kraft ihrer Gedanken kommen können? Warum das so ist, weiß kein Mensch. Trotz aller Forschung. Wir wissen ja nicht einmal, warum Frauen überhaupt einen Orgasmus bekommen. Denn zur Fortpflanzung brauchen wir ihn nicht. Das können jene Frauen bezeugen, die ihre Kinder ohne Höhepunkt empfangen haben. Vielleicht sollten wir es einfach hinnehmen, dass unsere Körper alle unterschiedlich reagieren? Die einen kommen hier, die anderen kommen da. Hauptsache ist doch, dass wir kommen! Genießen wir doch den Orgasmus, egal wie und egal wo.

Schon einmal beim Sport gekommen? Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, schließlich sind wir Frauen ein wahres Wunderwerk der Lust. Nicht nur sind die erogenen Zonen über unseren ganzen Körper verteilt (dies ist beim Mann entgegen des gängigen Klischees natürlich genauso), auch der Genitalbereich selber ist höchst interessant, wenn es um den sexuellen Genuss geht. Beim Orgasmus steht die Klitoris an erster Stelle. Aber auch bei den Frauen, die eher das Gefühl haben, im Inneren ihrer Vagina zu kommen, spielt sie mit ihrer erstaunlichen Ausdehnung nach dem heutigen sexualwissenschaftlichen Forschungsstand immer noch die Hauptrolle. Umso erstaunlicher ist es daher, dass es noch einige ganz andere und teilweise sehr unkonventionelle Arten gibt, jenseits der direkten oder indirekten Klitoris-Stimulation beste Orgasmen zu erleben. Meine Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Wer noch weitere Möglichkeiten kennt, möge sie mir bitte zusenden!

  • Nippelgasmus

Bei einigen Frauen sind die Brustwarzen derart empfindlich, dass schon die Berührung durch die Kleidung hindurch für unerwartete, aber nicht unbedingt immer willkommene Höhepunkte sorgt. Man stelle sich nur vor, beim ersten Date streift der attraktive Kerl aus Versehen mit seinem Unterarm die Brüste und schon ginge es los: Uuuuh….aaaahhhhh….. Nein, das braucht kein Mensch. Aber unsere Brustwarzen sind sein Wunderwerk der Natur. Während sie im Alltag eher ein Schattendasein führen, erwachen sie bei erotischer Betätigung, sei es in der Fantasie oder in der Realität, zum Leben. Dann kann uns die Berührung zu ekstatischen Höhenflügen antreiben. Die Brustwarzen ziehen sich zusammen und erigieren zu kleinen Lustkugeln. Die dabei entstehenden Gefühle schießen direkt in den Unterleib hinunter. Und das kann schon mal zu einem herrlichen Orgasmus führen! Wichtigste Voraussetzung: Erregung. Ohne die geht hier gar nichts.

  • Yogasmus

Beim Yoga kommen? Ja, das ist tatsächlich möglich und ist noch so eine Form des nicht immer gewollten Höhepunktes. Auch so manche Bankdrückerin kann wahrscheinlich ein Lied davon singen. Diese braucht die starke Anspannung in Bauch und Beckenboden, um die Gewichte zu stemmen. Und beim Yoga und Pilates steht die Körpermitte ohnehin im Vordergrund. Und wer jetzt gleich einmal die eigenen Beckenbodenmuskeln anspannt (tut einfach so, als müsset ihr den Urinstrahl aufhalten), sollte umgehend ein leichtes Lustgefühl im Unterleib wahrnehmen. Manche kennen das auch noch aus der Kindheit vom Baum- oder Seilklettern. Jaja, ich weiß, der Sportunterricht hielt so manche Überrschung parat… Je stärker diese Muskeln ausgebildet sind, desto intensiver sind übrigens auch alle anderen Orgasmen. Und so kann das starke Anspannen ohne weitere Stimulation zu einem gewollten oder ungewollten Höhepunkt führen. Auf zum Sport!

  • Braingasmus

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Es geht sogar ganz ohne Berührung und Anspannung, allein durch die Kraft eurer Gedanken! Einen Orgasmus herbeizufantasieren ist zwar nicht einfach, aber möglich. Und so gibt es Frauen, die sich tatsächlich in einen Orgasmus hineindenken können. Schließlich ist das Gehirn unsere größte erogene Zone. Das würde ich allerdings als Königsklasse des Orgasmus bezeichnen und es sind sicher auch nur einige wenige Frauen, denen dieses Talent geschenkt wurde. Ich habe es bisher jedenfalls noch nicht geschafft. Was die eine oder andere jedoch kennen wird, sind die intensiven Höhepunkte, die uns unsere Träume schenken. Schon mal mitten im Kribbeln aufgewacht und dabei festgestellt, dass die Hände unter dem Kopfkissen liegen? Wenn das mal kein Orgasmus in Gedanken ist! Also wenn ich den bewusst hervorrufen könnte, würde ich vermutlich viel mehr Zeit mit Schlafen verbringen 🙂

  • Pogasmus

Kommen wir zum intensiven Körperkontakt. Es wird gemunkelt und hinter vorgehaltener Hand gefragt, ob es wohl tatsächlich möglich sei, beim Analsex einen Orgasmus zu erleben. Ja, das ist möglich! Und auch gar nicht so ungewöhnlich. Der Anus ist eine hocherogene Zone und durch Muskeln und Nerven mit dem Vaginalbereich verbunden. Voraussetzung ist Lust. Dazu sollte frau aber erst einmal überhaupt Lust auf diese Art der sexuellen Vergnügung haben. Denn das Kopfkino spielt hier eine ganz große Rolle. Und so sind Erregung, Lust und Entspannung oberste Voraussetzungen für diese besonders sinnliche Erfahrung. Wenn ihr verkrampft seid, nur mitmacht und womöglich gar keine Lust empfindet, werdet ihr diese Erfahrung vermutlich eher als schmerzhaft verbuchen. Deshalb solltet ihr euch auch niemals überreden lassen. Geht es lieber mit viel Ruhe und Geduld an. Und seid vor allem verschwenderisch mit Gleitmitteln!

  • G-Gasmus

Rund um die Harnröhre herum befindet sich eine schwammartige Ansammlung von Drüsen, bestehend aus Prostata-ähnlichem Gewebe. Voilà, hier haben wir den G-Punkt bzw. die G-Zone. Die Bezeichnungen sind unterschiedlich, führen aber alle auf dasselbe hinaus. Der G-Punkt wird auch als die weibliche Prostata bezeichnet. Und umgekehrt. Und was die Prostata kann, kann unser G-Punkt schon lange: Ejakulieren mit und ohne Orgasmus. Dazu muss dieser Bereich ausreichend stimuliert werden. Das am Besten, wenn ihr bereits Lustgefühle spürt. Ansonsten kann sich die Berührung eher nach einem plötzlichen Harndrang anfühlen. Ob hier nun klitorales Gewebe mit im Spiel ist oder der Beckennerv, der mit dem Rückenmark verbunden ist, bleibt in der Sexualwissenschaft umstritten. Genießen wir daher einfach, was uns die Natur geschenkt hat!

  • Gebärmutterhalsgasmus

Der Gebärmutterhals ragt in die Scheide hinein. Durch ihn gelangen die Spermien in den inneren Teil der Gebärmutter. Dieser Orgasmus ist höchst umstritten. Die einen empfinden die direkte Berührung beim Koitus durch tiefe Stöße als sehr erregend und berichten von starken emotionalen Orgasmen. Die anderen empfinden haargenau die gleichen Berührungen als schmerzhaft und unangenehm. Und so ist für die einen ein langer Penis von Vorteil und für die anderen gerade nicht. Ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen, was nun wahr ist und was nicht. Eher gehe ich davon aus, dass alle recht haben. Denn wenn eine Frau diesen Orgasmus erlebt, dann ist das genau so und nicht anders, egal, welche Erklärung von wissenschaftlicher Seite dahinter steckt.

  • Geburtsgasmus

Im Allgemeinen wird das Gebären eher mit Schmerzen denn mit Lust verbunden. Es ist jedoch möglich, dass eine Geburt einen Orgasmus hervorrufen kann. Wenn auch wenig bekannt. Jede 330. Frau soll ihn erleben. Das sind tatsächlich nicht allzu viele. Und so würde ich von einer Schwangerschaft nur für diesen Zweck dringend abraten. Jedoch hat es etwas tröstliches, wenn man sich während der Mühsal des Geburtsvorgangs an die Hoffnung klammert, mit einem fulminanten Orgasmus ein neues Leben auf die Welt zu bringen!Wunderbar wäre es, wenn sich Frauen finden, die uns hier von ihren Erlebnissen berichten. Denn wie immer gilt, wer nicht fragt, der nicht gewinnt. Und wer fragt schon eine Frau im Kreissaal, ob sie vielleicht gerade einen Orgasmus erlebt habe?!

  • Zehgasmus

Den habe ich tatsächlich vom Hörensagen und nehme ihn hier auch mit auf: Bei der professionellen Fußreflexzonenmassage durchfuhr es plötzlich den Unterleib der Erzählenden. Ist mir noch nicht ppassiert. Leider. Und auch der Zehenlutscher des Liebhabers blieb bei dieser Frau nicht ohne zuckende Folgen. Die Stimulation von Nerven und Meridianen, die direkt mit dem Unterleib verbunden sind, gepaart mit dem Kopfkino, kann offensichtlich Orgasmen hervorrufen. Machen wir doch gleich einen Termin zur Reflexzonenmassage!

 

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Mehr Orgasmen dank der Dracula-Methode?

Übersetzungsprogramme im Internet haben so ihre Tücken. „Dracula-metoden lover dig dit livs bedste orgasme.“ Der dänische Artikel mit dieser vielversprechenden Überschrift wurde mir zugemailt, guck mal, kannst du daraus nicht etwas machen, im Internet gibt es doch so schöne Programme, die übersetzen dir auch, was da steht. Nun gut, dachte ich, das hört sich ja vielversprechend an. Gebe ich die Begriffe Dracula und Orgasmus zusammen bei Google ein, bin ich überrascht, tatsächlich etwas über Graf Draculas Intimleben zu finden. Aber darum scheint es in dem Artikel ja nicht zu gehen. Da ich im Deutschen nichts weiter finde, bemühe ich also tatsächlich den Translater und bin schon wieder überrascht: „Dracula Verfahren versprechen Ihnen Ihr Lebens besten Orgasmus“, so lautet die Übersetzung der Überschrift. Und auch die Unter-Überschrift lässt auf einiges hoffen: „Ich habe noch nie so intensiv ein Orgasmus vor, sagt eine Frau, die das blutige Behandlung bekommen hat.“ Des Lebens bester Orgasmus, das will ich auch, denke ich sofort. Das ist doch etwas, das sich zu recherchieren lohnt. Was verbirgt sich also hinter der Dracula-Methode? Und habe ich das wirklich richtig verstanden?

Schönheit und Lust durch Eigenblut

Ich finde so einiges heraus. Denn auch ohne dass es um den besten Orgasmus des Lebens geht, ist die Dracula-Methode eine neue und vielleicht auch spektakuläre Methode zur Hautverjüngung. Aber warum nur dieser blutrünstige Name? Da muss ich gleich mal wieder in der Literatur blättern. Irgendwo in meinem Bücherschrank steht noch eine alte Dracula-Ausgabe. Wird der alte Graf nicht durch das Blut seiner Opfer verjüngt? In dieser modernen Version der ästhetischen Medizin wird immerhin das eigene Blut genommen. Das wird in minimaler Menge zentrifugiert und auf das Plättchen-reiche Plasma, das sogenannte PRP, reduziert. Dieser Prozess dauert sage und schreibe zehn Minuten, verspricht also immer ganz frisches Blut. Das PRP wird dann mit unzähligen kleinen Nadelstichen in die Haut injiziert. Ganz ohne Chemie sollen allergische Reaktionen und sämtliche Nebenwirkungen vermieden werden. Schon nach zwei bis drei Behandlungen wird eine dauerhafte Regeneration der Haut versprochen. Das hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein.

Aber der dänische Artikel geht noch einen Schritt weiter. Denn hier ist nicht nur von Schönheit und Jugend die Rede, sondern auch von Lust und von Orgasmen. Es kommt natürlich auch eine Dame zu Wort, deren Sexleben nach der Behandlung tatsächlich Auftrieb bekommen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob das Programm den Artikel wirklich richtig übersetzt hat: „Form der Behandlung, wo das Blut aus dem Körper entnommen, um verarbeitet und in das Gewebe zurückgeschickt werden, ist jetzt auf der Frau Bauch, wo es mit allem, was an Inkontinenz, beschädigtes Gewebe zu helfen, ausgedehnt. Sie behandelten können auch erwarten, eine erhöhte sexuelle Stimulation und stärker und häufiger Orgasmen.“ Wenn ich das richtig verstehe, wird das eigene Blut dann also mit hunderten von Nadelstichen in die Haut der Vagina gespritzt und soll dadurch nicht nur verjüngend, sondern auch noch lustfördernd wirken. Diese Form des Dracula Verfahrens kostet übrigens 8.500 Dollar. Puh, das ist viel Geld und lädt nicht ein zum Selbsttest. Ich muss mich also auf das verlassen, was der Artikel hergibt. Und viel ist das nicht.

Der Glaube versetzt Berge

Geschäftstüchtige Menschen kommen auf allerlei Ideen, um Geld zu verdienen. Und irgendjemand findet sich immer, der bestätigen wird, dass die Wirkung dieser oder jener Methode einzigartig ist. Einen wissenschaftlichen Beleg für die lustfördernde Wirkung bei der Behandlung mit Eigenblut gibt es jedenfalls nicht. Ich würde sagen, wer zu viel Geld hat und nichts Sinnvolles damit anzufangen weiß, kann die Dracula-Methode gern versuchen. Schaden sollte es nicht. Und der Glaube versetzt tatsächlich Berge. Allein die intensive Beschäftigung mit der eigenen Vagina kann schon lustfördernd wirken. Und wer da einen ironischen Unterton herausliest, liegt genau richtig. Kim Kardashian ist übrigens die wohl bekannteste Userin, was die natürliche Faltenglättung der Dracula-Methode betrifft. Nun ist sie ja ohnehin eine bildschöne Frau mit einer ganz wunderbaren Haut. Da festzustellen, ob die Dracula-Methode tatsächlich verjüngend wirkt, fällt mir schwer. Mitteilungsbedürftig, wie sie ist, hat Kim Kardashian auch gleich ein Foto ihres Gesichts kurz nach der Behandlung ins Internet gestellt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Vorstellung, so ähnlich könnte meine Vagina nach einer Behandlung aussehen, etwas abschreckt. Meine Lust ist jedenfalls noch nicht geweckt.

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/die-dracula-methode-mehr-orgasmen-dank-dracula/

Die Orgasmuslüge – Höhepunkt vortäuschen oder nicht?

Schon mal vorgetäuscht? Uuuuh, aaaah, jaaaa, ich komme!!!! Das kann echt sein und von großer Lust zeugen. Kann aber auch nur täuschend echt klingen und gar nicht lustig sein. Hej Du da, nicht weggucken, ich meine hier nicht nur die Mädels! Ertappt, ich weiß nämlich genau, dass das keine Frauen-Domäne ist. Auch Männer greifen zu dieser kleinen Notlüge. So mancher meint jetzt zwar, das ginge doch gar nicht und zugegeben, für uns Mädels ist das eindeutig einfacher. Aber wer schaut im Eifer des Gefechts schon nach, ob da auch WIRKLICH Sperma im Kondom oder in der Bettwäsche gelandet ist? So weit geht es mit der Orgasmus-Kontrolle dann ja doch nicht. Normalerweise zumindest nicht. Ich traf einmal auf einen Mann, der behauptete, ganz genau zu erkennen, ob seine Frau einen Orgasmus hat oder nicht. Und tatsächlich kontrollierte er auch jedes Mal, ob sie WIRKLICH gekommen ist. Das würde ihm schließlich zeigen, dass er gut im Bett sei. Wow, dachte ich, das muss ja ein Spaß sein mit so einem Mann. Nicht auszudenken, was für ein Druck dabei entsteht! Ihr Orgasmus zur Bestätigung seiner Fähigkeiten als Liebhaber. Allein bei dem Gedanken daran zieht sich doch jeder Orgasmus in sich selbst zurück und betritt gar nicht erst den Schauplatz des Geschehens.

Der Orgasmus: Das Maß aller Dinge

Leider ist das ja kein Einzelfall, nur sind die meisten anderen nicht ganz so verbissen dabei. Der Orgasmus ist und bleibt das ultimative Ziel beim Sex. Vorspiel – Penetration – mit Glück noch ein Nachspiel, so sieht die heterosexuelle Normalität aus. Blöd nur, dass so viele Frauen allein durch das Rein und Raus nicht zum Orgasmus kommen. Blöd auch, dass Männer keine störanfälligen Maschinen sind. Beides hat sich schon weitgehend herumgesprochen. Nur fehlt so vielen eine Idee, wie man damit umgehen solle. Und anstatt darüber zu sprechen oder sich womöglich sogar zu trauen, dem anderen zu zeigen, wie sie oder er es besser machen kann, wird zur schnellen Notlüge gegriffen. Bei einem One Night Stand ist das sicherlich kein Drama. Anderseits ist es doch schade, wenn eine Situation, in der gerade der heiße Sex im Mittelpunkt steht, nicht für beide befriedigend ist. Erstaunlicherweise sind wir hier aber viel offener, können viel besser unsere Bedürfnisse mitteilen und ausleben. Aber das ist ja auch gerade der Reiz an der Sache. Es gibt nichts zu verlieren und man sieht den anderen wahrscheinlich sogar nie wieder.

Wenn der Orgasmus der Bestätigung dient

Anders ist es in einer Partnerschaft. Sich dem anderen zu offenbaren, erfordert ungleich mehr Mut. Vielleicht stoßen die eigenen Vorlieben auf Unverständnis, vielleicht hat man schon einmal die Erfahrung gemacht, dass der andere sich zurückzieht. Hat man aber erst einmal mit dem Lügen angefangen, ist es schwer, aus der Situation wieder herauszukommen. Niemand will seinen Partner ernsthaft verletzen. Ganz im Gegenteil möchte man ja gerade gern die Erwartungen des anderen erfüllen, möchte ihm oder ihr zeigen, wie schön der gemeinsame Sex ist. Mit dem Vortäuschen von Lust wollen wir Diskussionen aus dem Weg gehen und auch der Konfrontation mit den eigenen Ängsten, vielleicht nicht gut genug zu sein. Wir wollen nicht als Versager dastehen, dem anderen nicht das Gefühl geben, nicht attraktiv genug zu sein. Es ist aber verletzend und zerstört Vertrauen, wenn dieses Spiel über einen längeren oder sogar sehr langen Zeitraum betrieben wird. Glücklich wird dabei keiner von beiden. Wie auch. Wer dauerhaft Lust vortäuscht, steckt auch dauerhaft die eigenen Bedürfnisse zurück. Wie kann es dann wundern, wenn der Sex langweilig ist, keinen Kick mehr hat und sogar Abwehrreaktionen bis hin zur totalen Aversion gegen Sex entstehen? Das ist der Stoff, aus dem sexuelle Probleme gemacht werden. Hausgemacht sozusagen.

Und immer wieder das gute alte Reden

Zu erwarten, dass der andere schon selber darauf kommt, was man sich wünscht, hilft nur selten weiter. Ist man erst einmal in die Falle geraten, sollte man das Gespräch auf keinen Fall mit Vorwürfen beginnen. „Du machst nie, was ich möchte“ ist ein denkbar kontraproduktiver Satz. Damit kann der andere gar nichts anfangen und wird sich mit Sicherheit auch nicht einsichtig zeigen. Gut sind Ich-Botschaften mit klaren Ansagen: „Mir gefällt es, wenn du deine Zunge um meine Klitoris kreisen lässt“ oder „Ich wünsche mir, dass wir uns vor dem Sex zärtlich küssen.“ Nicht immer muss man reden: zeigen und die Hand des anderen führen geht auch. Also, vortäuschen oder lieber die Wahrheit sagen? Die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen. Wer aber auf Vertrauen baut und sich eine erfüllende Sexualität wünscht, wird nicht umhin kommen, die eigenen Bedürfnisse zu erforschen und diese dann auch mit dem Partner zu teilen.

 

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Nieder mit der Penetration! Es lebe das Vorspiel!

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Neulich hatte ich wieder einmal eines dieser aufschlussreichen und interessanten Gespräche, die sich immer mal so nebenbei ergeben. Eine Frau hatte am Abend zuvor eine Date und ich war schon sehr gespannt, wie es gelaufen war.

„Uuuuund, hattet ihr Sex?“
„Nein, leider nicht.“
„Aber habt ihr denn geknutscht?“
„Jaaaa, und das war so schön!“
„Und habt ihr noch mehr gemacht???“
„Jaaaaa“, ein verträumter Blick, „haben wir.“
Wieder jemand, dem man die Infos wie Würmer aus der Nase ziehen muss. „Was habt ihr denn noch gemacht?“ Neinnein, neugierig bin ich gar nicht….
„Na ja, wir haben alles gemacht – nur keinen Sex.“

Hä? Alles, nur keinen Sex? Ich verstand. Ein typisches Kommunikationsproblem, denn sie hatten sehr wohl Sex, nur keinen Geschlechtsverkehr. Am Ende hatte sie sogar einen Orgasmus. Wahnsinn! Und er mit großer Wahrscheinlichkeit auch, aber danach habe ich dann nicht mehr gefragt.

Sex = Geschlechtsverkehr?

Auf dieses Phänomen treffe ich häufig. Sex wird mit Geschlechtsverkehr gleichgesetzt. Damit wollte sich ja schon Bill Clinton aus der Affäre ziehen. Keine Penetration, also kein Sex. Für Hillary war das wohl wenig tröstlich.

Vorspiel und Nachspiel werden schon sprachlich wie schmückendes Beiwerk behandelt. Vorspiel – Sex – Nachspiel. Daraus folgt fast zwangsläufig, dass das Vorspiel nur die Vorbereitung auf den eigentlichen Akt, den Geschlechtsverkehr, ist. Das Nachspiel, das gerade für Frauen einen hohen emotionalen Wert hat, fristet schon fast ein Schattendasein. Denn ist er erst mal fertig, ist seine Lust oft weg und das Liebesspiel wird abrupt beendet. Die Lust der Frau bleibt dabei allzu häufig auf der Strecke.

Diese Reduzierung von Sex auf den Geschlechtsverkehr ist sehr bedauerlich, denn die meisten Frauen brauchen und genießen gerade das Vorspiel, um in Stimmung zu kommen. Außerdem kommt nur ein Drittel aller Frauen durch die Penetration allein zum Orgasmus. Das setzt auch Männer unter Druck, zählt doch der Höhepunkt beim Geschlechtsverkehr als das große Finale des Liebesspiels. Und stellt dabei scheinbar auch die Qualitäten eines guten Liebhabers unter Beweis. Der gleichzeitige Orgasmus bekommt dann sogar noch ein extra Sternchen. Geschafft, Prüfung bestanden, herzlichen Glückwunsch.

Die heile Penetrationswelt der Pornographie

Die Verbreitung von Pornografie trägt natürlich einen großen Teil zu diesem Bild bei. Der heterosexuelle Mainstream beschränkt sich größtenteils auf Fellatio und Cunnilingus, aber vor allem auf den Geschlechtsverkehr in allen Variationen. Dabei wird das Bild des dauererregten und dauerpotenten Mannes transportiert. Und das Bild der Frau, die genau das will und dabei auch immer zum Orgasmus kommt. Wenngleich den meisten Usern durchaus bewusst ist, dass hier nicht die Realität dargestellt wird, bleibt dennoch der Eindruck von Omnipotenz auf beiden Seiten hängen. Oder habt Ihr schon mal einen schlaffen Penis im Porno gesehen? Oder eine Frau, die aufsteht und sagt „Nein, SO geht das nicht!“ In der Realität haben tatsächlich 90% der Männer beim Geschlechtsverkehr einen Höhepunkt, aber nur die bereits erwähnten 30% der Frauen.

Sex ist soviel mehr als Geschlechtsverkehr!

Was aber, wenn die Erektion nicht so will? Und das will sie gern gerade dann nicht, wenn sie unter Druck gesetzt wird. So ergeht es natürlich auch der Frau, die ihrem Partner gern einen Orgasmus schenken möchte, es aber nicht kann, weil es bei ihr so einfach nicht funktioniert, sie sich deshalb aber trotzdem unter Druck setzt. Auf der anderen Seite lässt bei Männern mit zunehmendem Alter die Erektionsfähigkeit auch ganz natürlich nach.

10 bis 20% aller Frauen haben nur selten oder sogar nie einen Orgasmus. Und nur 25% können Sex aus verschiedenen Gründen jedes Mal genießen. Eine Ursache dafür liegt ganz sicher in der einseitigen Ausrichtung auf die Penetration, die für Männer nun mal einfach befriedigender ist als für Frauen. Das ist für beide Seiten nicht zufriedenstellend. Denn auch die allermeisten Männer möchten, dass ihre Partnerin Spaß am Sex hat.

Wenn wir also diesen Druck abbauen und den Begriff Sex dauerhaft über den Geschlechtsverkehr hinaus erweitern und das Vorspiel dabei als gleichwertig betrachten, kann der Sex für beide Partner entspannter, lustvoller und befriedigender werden. Verbannt Penetration und Orgasmus doch mal eine Zeit lang aus dem Schlafzimmer und lasst Eure Fantasie spielen, womit Ihr Euch gegenseitig Lust und Vergnügen bereiten könnt. Ganz ohne Druck und ohne Ziel.

Erotische Träume und warum wir viel mehr schlafen sollten

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Die Online-Plattform SHOPAMAN hat ihre Mitglieder zu ihren erotischen Träumen befragt. Ganze 56% hatten dabei schon einmal einen Orgasmus! Wenn wir beeinflussen könnten, was wir träumen – ich bin sicher, wir würden kaum noch aus dem Bett kommen.

Warum wir erotische Träume haben, was sie bedeuten und warum Sex mit einem Fremden im Traum so viel besser ist, habe ich in einem Interview zur Umfrage beantwortet:

Wenn Sie sich die Umfrageergebnisse ansehen, welches Ergebnis überrascht Sie am meisten und warum? Oder sind die Ergebnisse gar nicht so überraschend?

Toll finde ich zuerst einmal, dass ein so hoher Prozentsatz der Befragten so häufig erotische Träume hat. Viele Menschen erinnern sich gar nicht oder nur zum Teil an ihre Träume. Aber umso besser, zählen die so erlebten Gefühle doch zu den schönsten und oft auch intensivsten, die wir haben können.

Bemerkenswert finde ich, dass fast ein Viertel dabei keinen Orgasmus haben möchte. Dahinter kann der Wunsch stecken, diesen nur mit einem Partner zusammen erleben zu wollen. Manche Menschen haben bei erotischen Träumen auch Schuldgefühle ihrem Partner gegenüber. Dahinter steckt die Annahme, dass es im Traum um konkrete sexuelle Wünsche gehe. Wie wir sehen werden, ist dem aber nicht so. Daher besteht kein Grund für ein schlechtes Gewissen!

Warum haben Menschen überhaupt erotische Träume? Was wird darin verarbeitet?

Die Wissenschaft ist sich gar nicht sicher, ob wir überhaupt etwas in unseren Träumen verarbeiten oder ob da nur eine Art Feuerwerk in unseren Gehirnzellen stattfindet und daraus dann erst unsere Träume entstehen. Wenn wir genau hinschauen, merken wir, dass wir nachts oft noch einmal erleben, womit wir uns tagsüber beschäftigt haben, teilweise in sehr fantastischer und kaum noch wiedererkennbarer Form. Und da finden sich natürlich auch erotische Inhalte. Die Psychoanalyse geht davon aus, dass hinter erotischen Träumen verborgene Wünsche stehen. Die kann man allerdings nicht eins zu eins übersetzen, sondern muss genau hinschauen, welche Hoffnungen, Wünsche und Ängste der Einzelne hat. Vielleicht geht es in einem Traum mit der Ex-Freundin nicht um den Sex an sich sondern um die Intimität, an die wir uns erinnern und die wir uns in der neuen Beziehung wünschen.

Sagt ein erotischer Traum etwas über das tatsächliche Sexleben des Menschen aus?

Denken Sie, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit über das eigene Sexleben und der Häufigkeit erotischer Träume gibt? Haben Leute mit einem weniger zufriedenstellenden Sexleben sogar eher erotische Träume?

Das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass wir im Traum unsere täglichen Erlebnisse verarbeiten, dann gibt es einen Zusammenhang zwischen Traum und Sexleben. Und wenn wir ebenfalls davon ausgehen, dass sich in unseren erotischen Träumen Wünsche verbergen, dann auch. Menschen, die sehr offen mit ihrer Sexualität umgehen, viel experimentieren und dabei sehr lustbetont sind, nehmen diese Erlebnisse und vor allem Gefühle auch in ihre Traumwelt mit hinein. Und wenn wir viel intensiven Sex haben, kann es natürlich auch sein, dass wir viel häufiger davon träume als in ruhigen Zeiten.

Anderseits kann ein wenig erfülltes Sexualleben den Wunsch nach eben genau dieser Lebendigkeit wecken und sich im erotischen Traum spiegeln. Wir können aus einem erotischen Traum an sich also nicht schließen, ob wir einen Menschen mit einem erfüllten oder mit einem weniger erfüllten Sexualleben vor uns haben.

Wie wir die Träume bewerten, das sagt allerdings schon etwas aus. Menschen, die eine freie Einstellung zu ihrer Sexualität haben, können ihre erotischen Träume besser genießen. Sie können auch im Wachzustand den Gefühlen nachgehen und sich für ihr Sexualleben inspirieren lassen. Anders ergeht es oft Menschen mit eng gesteckten Moralvorstellungen und mangelnder Offenheit. Da können nächtliche Fantasien schon mal Angst machen.

Der Großteil träumt mit 71% von besonders wildem Sex, nur 33% hingegen vom Kuscheln. Haben erotische Träume eine Romantik-Freie-Zone?

Man müsste hier nachschauen, wie die Verteilung von Männern und Frauen bei der Umfrage ist. Männer träumen in der Regel tatsächlich eher von Sex, Frauen hingegen von Gefühlen, wobei sich Frauen wiederum eher an ihre Träume erinnern. Zudem beschäftigen sich Männer am Tag häufiger als Frauen mit erotischen Fantasien und nehmen diese dann auch in ihre Träume mit. Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass der wilde Sextraum zu überwiegen scheint.

Denn es ist genau anders herum. Bei beiden Geschlechtern stehen die intensiven Gefühle im Vordergrund und nicht der sexuelle Akt an sich. Und es sind ja auch eben diese Gefühle, an die wir uns dann den ganzen Tag erinnern und die wir mit den Bildern in unserem Kopf verbinden. Aus der Schlafforschung weiß man, dass sich die Traumszenerie schon beim Aufwachen verändert und unser Bewusstsein aus diffusen Bildern und Gefühlen eine konkrete Erinnerung baut. Träumen ist ein sehr kreativer Prozess und so haben Menschen mit mehr Fantasie anschließend die wilderen Bilder und Geschichten im Kopf.

Bei 49% der Befragten hat ein erotischer Traum schon zu einer sexuellen Inspiration geführt – umgesetzt wurde sie allerdings nicht. Woran könnte das liegen?

Nicht jeder Traum lässt sich umsetzen. Wenn eine Frau zum Beispiel vom Sex mit dem besten Freund oder der Kollegin träumt. Und auch die Masturbation vor Fremden würde in der Realität schnell ihren Reiz verlieren. Diese Träume können jedoch prima als Inspiration dienen. Denn sich vor dem Freund auszuziehen und dann genussvoll selber zu befriedigen, kann gerade zusammen mit den Gefühlen aus dem Traum ein sehr erregendes Erlebnis sein. Und auch der Austausch erotischer Träume kann antörnen.

Bei 56% hat ein erotischer Traum sogar zum Orgasmus geführt. Gibt es Erkenntnisse, die zeigen, dass es im Traum sogar höhere Orgasmus-Wahrscheinlichkeiten gibt?

Das Spannende an den Traum-Orgasmen ist die Tatsache, dass sie im Kopf stattfinden und nicht durch Berührung und Stimulation der Intimzonen. So mancher erwacht aus einem solchen Traum mit den Händen unter dem Kopfkissen. Die Orgasmen finden tatsächlich statt und können zu Ejakulationen, Muskelkontraktionen und wohligem Stöhnen führen. Viele Frauen, die allein oder zusammen mit dem Partner Schwierigkeiten haben, zum Orgasmus zu kommen, berichten von unbeschreiblichen und intensiven Gefühlen. Die Hemmungen und Ängste, die im Wachsein dazu führen, dass gerade Frauen sich oft nicht gehen lassen können, sind im Schlaf ausgeschaltet. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, zum Orgasmus zu kommen, größer. Leider können wir nicht erotische Träume nicht selber beeinflussen oder sie bewusst hervorrufen. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn sonst würden wir zu einer Nation der Schlafenden J

73% der Befragten träumen vom Sex mit einem Fremden. Worin liegt hier der Reiz? Ist es einfacher im Traum Sex mit einem Fremden zu haben?

Ja, auf jeden Fall ist das einfacher. Sex mit einem Fremden hat im Traum einen großen Reiz. Hier können wir unbewusst steuern, was wir zulassen und was nicht. Wir können uns überwältigen lassen, uns hingeben, müssen keine Peinlichkeiten befürchten. Wir geben die Kontrolle nur scheinbar ab. In der Realität haben wir diese Kontrolle nicht. Da kann es schnell passieren, dass der Fremde Grenzen überschreitet oder gar nicht so sexy ist, wie wir uns das wünschen. Das Gleiche gilt in diesem Fall übrigens auch für Tagträume.