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Mehr Orgasmen dank der Dracula-Methode?

Übersetzungsprogramme im Internet haben so ihre Tücken. „Dracula-metoden lover dig dit livs bedste orgasme.“ Der dänische Artikel mit dieser vielversprechenden Überschrift wurde mir zugemailt, guck mal, kannst du daraus nicht etwas machen, im Internet gibt es doch so schöne Programme, die übersetzen dir auch, was da steht. Nun gut, dachte ich, das hört sich ja vielversprechend an. Gebe ich die Begriffe Dracula und Orgasmus zusammen bei Google ein, bin ich überrascht, tatsächlich etwas über Graf Draculas Intimleben zu finden. Aber darum scheint es in dem Artikel ja nicht zu gehen. Da ich im Deutschen nichts weiter finde, bemühe ich also tatsächlich den Translater und bin schon wieder überrascht: „Dracula Verfahren versprechen Ihnen Ihr Lebens besten Orgasmus“, so lautet die Übersetzung der Überschrift. Und auch die Unter-Überschrift lässt auf einiges hoffen: „Ich habe noch nie so intensiv ein Orgasmus vor, sagt eine Frau, die das blutige Behandlung bekommen hat.“ Des Lebens bester Orgasmus, das will ich auch, denke ich sofort. Das ist doch etwas, das sich zu recherchieren lohnt. Was verbirgt sich also hinter der Dracula-Methode? Und habe ich das wirklich richtig verstanden?

Schönheit und Lust durch Eigenblut

Ich finde so einiges heraus. Denn auch ohne dass es um den besten Orgasmus des Lebens geht, ist die Dracula-Methode eine neue und vielleicht auch spektakuläre Methode zur Hautverjüngung. Aber warum nur dieser blutrünstige Name? Da muss ich gleich mal wieder in der Literatur blättern. Irgendwo in meinem Bücherschrank steht noch eine alte Dracula-Ausgabe. Wird der alte Graf nicht durch das Blut seiner Opfer verjüngt? In dieser modernen Version der ästhetischen Medizin wird immerhin das eigene Blut genommen. Das wird in minimaler Menge zentrifugiert und auf das Plättchen-reiche Plasma, das sogenannte PRP, reduziert. Dieser Prozess dauert sage und schreibe zehn Minuten, verspricht also immer ganz frisches Blut. Das PRP wird dann mit unzähligen kleinen Nadelstichen in die Haut injiziert. Ganz ohne Chemie sollen allergische Reaktionen und sämtliche Nebenwirkungen vermieden werden. Schon nach zwei bis drei Behandlungen wird eine dauerhafte Regeneration der Haut versprochen. Das hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein.

Aber der dänische Artikel geht noch einen Schritt weiter. Denn hier ist nicht nur von Schönheit und Jugend die Rede, sondern auch von Lust und von Orgasmen. Es kommt natürlich auch eine Dame zu Wort, deren Sexleben nach der Behandlung tatsächlich Auftrieb bekommen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob das Programm den Artikel wirklich richtig übersetzt hat: „Form der Behandlung, wo das Blut aus dem Körper entnommen, um verarbeitet und in das Gewebe zurückgeschickt werden, ist jetzt auf der Frau Bauch, wo es mit allem, was an Inkontinenz, beschädigtes Gewebe zu helfen, ausgedehnt. Sie behandelten können auch erwarten, eine erhöhte sexuelle Stimulation und stärker und häufiger Orgasmen.“ Wenn ich das richtig verstehe, wird das eigene Blut dann also mit hunderten von Nadelstichen in die Haut der Vagina gespritzt und soll dadurch nicht nur verjüngend, sondern auch noch lustfördernd wirken. Diese Form des Dracula Verfahrens kostet übrigens 8.500 Dollar. Puh, das ist viel Geld und lädt nicht ein zum Selbsttest. Ich muss mich also auf das verlassen, was der Artikel hergibt. Und viel ist das nicht.

Der Glaube versetzt Berge

Geschäftstüchtige Menschen kommen auf allerlei Ideen, um Geld zu verdienen. Und irgendjemand findet sich immer, der bestätigen wird, dass die Wirkung dieser oder jener Methode einzigartig ist. Einen wissenschaftlichen Beleg für die lustfördernde Wirkung bei der Behandlung mit Eigenblut gibt es jedenfalls nicht. Ich würde sagen, wer zu viel Geld hat und nichts Sinnvolles damit anzufangen weiß, kann die Dracula-Methode gern versuchen. Schaden sollte es nicht. Und der Glaube versetzt tatsächlich Berge. Allein die intensive Beschäftigung mit der eigenen Vagina kann schon lustfördernd wirken. Und wer da einen ironischen Unterton herausliest, liegt genau richtig. Kim Kardashian ist übrigens die wohl bekannteste Userin, was die natürliche Faltenglättung der Dracula-Methode betrifft. Nun ist sie ja ohnehin eine bildschöne Frau mit einer ganz wunderbaren Haut. Da festzustellen, ob die Dracula-Methode tatsächlich verjüngend wirkt, fällt mir schwer. Mitteilungsbedürftig, wie sie ist, hat Kim Kardashian auch gleich ein Foto ihres Gesichts kurz nach der Behandlung ins Internet gestellt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Vorstellung, so ähnlich könnte meine Vagina nach einer Behandlung aussehen, etwas abschreckt. Meine Lust ist jedenfalls noch nicht geweckt.

 

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Muskeltraining für mehr Lust – Männer, macht Euren Beckenboden stark!

Männer lieben Maschinen. Motorräder und schnelle Autos lassen ihr Testosteron in die Höhe schnellen. Sie gieren nach PS-starken Rasenmähern, auf denen sie mit einem Bier in der Hand dem Rasen den Garaus machen. Sie lieben Bohrmaschinen, die schwer in der Hand liegen und durch Beton gehen. Jeder Baumarkt ist ein Schlaraffenland. Männer sind Maschinen. Männer bauen Muskeln auf, indem sie mit präzisen Bewegungen Gewichte über komplizierte Seilsysteme bewegen. 3 x 15 Wiederholungen und ab zur nächsten Maschine. Der Schweiß perlt, und hören wir das Stöhnen, wissen wir, dass das wirklich eine Tortur ist. Aber sie sind hart, unsere Männer. Da wird nicht gelacht, sondern trainiert. Und was dabei für mächtige Muskeln entstehen! Ob wir Frauen das jetzt toll finden, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist das nicht so wie bei uns Frauen, wenn wir uns mit der Yoga-Matte unter dem Arm schwatzend und lachend in den Kursraum bewegen. Wer schon einmal beim Yoga oder Pilates war, der weiß, dass dabei auch eine kräftige Muskulatur aufgebaut wird. Bei mir jetzt gerade nicht, aber das liegt vielleicht an meiner Wankelmütigkeit und der starken Anziehungskraft, die die Sauna auf mich ausübt. „Komm her, bei mir ist es heiß und hier kommst du auch ins Schwitzen….“ Aber ich schweife ab.

Wozu einen Muskel trainieren, den man nicht einmal sehen kann?

Wir treffen kaum Männer in diesen Kursen, Frauen sind eindeutig in der Überzahl. Schade eigentlich, denn wir trainieren dabei auch ganz locker unseren Beckenboden. Und der ist wichtig, denn genau diese Muskeln ziehen sich bei einem Orgasmus rhythmisch zusammen und bescheren uns intensivste Gefühle. Aber locker ist nichts für Männer. Männer trainieren ihren Bizeps, ihren Trizeps, das Waschbrett, den Arsch, die Beine mit Geräten und Gewichten. Aber den einen wirklich richtig wichtigen Muskel übersehen sie dabei. Weil es bislang kaum Geräte dafür gibt. Weil sie ihn nicht sehen und weil sie nicht wissen, wie wichtig er ist! Gottseidank wird er unbewusst mittrainiert. Aber es gibt ja auch haufenweise Männer, die sich körperlicher Ertüchtigung lieber entziehen. Die Rede ist vom sogenannten PC-Muskel. PC ist die leicht irreführende Abkürzung für Musculus pubococcygeus, Beckenbodenmuskel. Den kann man also nicht durch Computerspiele trainieren, falls jemand auf diese schöne Idee kommen sollte.

Dieser äußerst wichtige Muskel zieht sich vom Schambein bis zum Steißbein und stützt die inneren Organe, bei Männern wie auch bei Frauen. Er ist dafür verantwortlich, dass wir Harn und Stuhlgang halten können. Damit aber nicht genug, dieser Muskel ist maßgeblich beteiligt bei der Stimulation der Prostata. Gut trainiert hilft er bei vorzeitigem Samenerguss und führt insgesamt zu mehr Stehvermögen. Ah, damit kommen wir endlich zu dem interessantesten Aspekt des PC-Muskels! Gut trainierte Beckenbodenmuskeln steigern das sexuelle Empfinden! Allein oder zu zweit. Oder zu dritt. Oder so. Da lohnt es sich doch, etwas Mühe zu investieren.

Und so geht’s

Mit Maschinen lockt man Männer und so hat Kieser-Training ein spezielles Gerät zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur entwickelt. Den meisten Männern ist der PC-Muskel gar nicht bewusst. Beweggrund von Herrn Kieser war es daher vor allem, den PC-Muskel überhaupt zu erspüren und dann natürlich auch, einen Trainingserfolg messen zu können. Denn auch das ist für Männer wichtig. Sie wollen sehen, dass ihr Training Fortschritte macht. Es geht aber auch ohne Hilfsmittel.

Die folgenden Übungen wurden ursprünglich von dem Urologen Arnold Kegel entwickelt, der in der 1940ern in Amerika Frauen mit Inkontinenz helfen wollte. Deswegen spricht man oft heute noch von Kegel-Übungen. Wieder so ein irreführender Begriff, bei dem ich zwangsläufig immer an den Kegelclub meiner Mutter denken muss. Das Tolle an diesen Übungen ist, dass man sie überall machen kann, im Auto, auf dem Sofa, am Schreibtisch, in der Oper.

  1. Der erste Schritt auf dem Weg zur sexuellen Erfüllung ist es, den Muskel überhaupt erst zu erspüren. Ab auf die Toilette und los geht’s. Pinkeln. Ja, wirklich! Und jetzt den Strahl unterbrechen. Da ist er! Gefunden! Dein PC-Muskel! Das gleiche gilt für die Muskeln am Darmausgang. Hier reicht meist auch schon die Vorstellungskraft. Einfach mal zusammenziehen. Beides hört sich ganz einfach an, aber das ist es tatsächlich nicht für jeden Mann.
  2. Wer dann Herr über seinen Urinstrahl und seine Darmschließmuskeln ist, geht einen Schritt weiter. Die Frequenz des Zusammenziehens wird schrittweise erhöht bis hin zu 40 Wiederholungen. Fortgeschrittene schaffen es, die Anspannung für ein paar Sekunden zu halten und die Anspannung dann langsam zu lockern bis zur kompletten Entspannung. Auch diese Übung sollte bis zu 20-mal wiederholt werden.
  3. Jetzt geht es anders herum weiter: nicht Anhalten sondern leichtes Pressen wie beim Stuhlgang bzw. beim Pinkeln. Stell Dir einfach vor, Du sitzt auf der Toilette. Ziel ist es, den Beckenboden bewusst zu „öffnen“ und wieder zu „schließen“. Das Anhalten und Pressen kann miteinander kombiniert werden. Beide Bewegungsabläufe sollten bewusst wahrgenommen werden. Auch hier ist eine langsame Steigerung bis zu etwa 40 bis 50 Kontraktionen zu empfehlen.

Wem das nicht spektakulär genug ist, der kann hier nach einem Trainingsprogramm arbeiten: http://www.beckenbodentraining-männer.com

Das Beste zum Schluss

Kommen wir jetzt zum Punkt. Was genau soll denn nun beim Sex gemacht werden? Also, wir sind mitten im Liebesspiel, kurz vor seinem Höhepunkt. Als Point of no Return wird der Moment bezeichnet, zu dem die Ejakulation nicht mehr zu verhindern ist. Und genau jetzt kommen die gut trainierten Beckenbodenmuskel zum Einsatz. Der Beckenboden wird bewusst angespannt und wieder entspannt. Dadurch wird der Erregungsfluss unterbrochen und die Ejakulation hinausgezögert. Es bleibt Zeit, noch etwas für den Orgasmus der Liebsten zu tun. Und für Männer, die unter einem vorzeitigem Samenerguss leiden, ist das Beckenbodentraining eine gute Vorbereitung für die Start-Stop-Technik.

Es braucht also nicht immer Maschinen aus Stahl und Eisen oder gar viel Aufwand, um sich etwas Gutes zu tun. Auf geht’s!

 

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