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Verursacht die Pille Depressionen?

Es ist zum aus der Haut fahren. Wir wissen, dass hormonelle Verhütungsmittel Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Übelkeit oder Zwischenblutungen haben. Wir wissen, dass die Einnahme bestimmter Pillenpräparate das Thrombose-Risiko bis zu 7-fach erhöht. Wir wissen auch, dass die Pille Ursache von Lustlosigkeit sein kann. Und das ist doch nun wirklich paradox. Ein Präparat, das für sorglosen Sex steht, nimmt uns die Lust genau darauf. Trotzdem greift etwas über die Hälfte aller Frauen im gebärfähigen Alter dauerhaft zu hormonellen Verhütungsmethoden. Und jetzt gibt es wieder neue Erkenntnisse, die ich erschreckend finde. Die Universität von Kopenhagen untersuchte die Daten von einer Million Däninnen zwischen 15 und 34 Jahren über einen Zeitraum von 13 Jahren. Laut den Ergebnissen gibt es einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Depressionen. Na wunderbar. Und was wird wohl passieren, wenn die Ergebnisse publik werden? Nichts. Gar nichts. Es sollte aber etwas passieren. Und zwar dringend.

Volkskrankheit Depression, na und?

Depressionen gelten als Volkskrankheit Nummer Eins und haben in 2011 einen volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von 22 Milliarden Euro verursacht. Die einen tragen dazu bei, weil sie trotz Erkrankung zur Arbeit gehen und dabei keine volle Leistung erbringen können. Und die anderen bleiben zuhause oder gehen gleich in die Erwerbsunfähigkeit. Aber es trifft nicht nur Erwachsene. Bis zu fünf Prozent aller Jugendlichen leiden Schätzungen zufolge ebenfalls an der seelischen Erkrankung. Laut dem Depressionsforscher und Direktor des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie treiben Depressionen jährlich 14. 000 Menschen in den Suizid. Das sind 14.000 Menschen zu viel. Die Ursachen für Depression sind vielfältig. Als Auslöser wirken meist persönlich belastende Ereignisse oder Überforderungssituationen. Dahinter können aber auch Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn stecken, bei denen bestimmte Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht geraten.

Und nun scheint es noch eine weitere wichtige Ursache zu geben. Bei den Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwenden, steige das Risiko einer Depression laut der dänischen Studie in den ersten sechs Monaten um 40 Prozent. Und bei den ohnehin von Hormonen und Pubertät geplagten Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren sogar um 80 Prozent. Eine Studie der Techniker Krankenkasse ergab, dass bis zu zehn Prozent der Mädchen bereits ab dem zwölften Lebensjahr die Pille nehmen, zwischen dem 18. und 20. Lebensjahr sind es 80 Prozent. Spaßeshalber kann man sich ja einmal ausrechnen, wie viele Jugendliche statistisch betrachtet erkranken. Nun kann man dagegenhalten, und das wird auch schon getan, dass Jugendliche ja ohnehin seelisch instabil seien und dass auch Liebeskummer zu Depressionen führen kann. Und schließlich gibt es auch Jungen, denen es schlecht geht. Und die nehmen ja nun keine zusätzlichen Hormone. Wo wolle man denn da die Grenze ziehen? Keine Ahnung, aber bei den Zahlen sollten Eltern Sturm laufen und weitere Studien erzwingen. Aber das ist ja immer eine Kosten-Nutzen-Erwägung.

Was bedeutet die Studie für uns Erwachsene?

Jugendlichen Mädchen wird die Pille deshalb gern verschrieben, weil sie so schön einfach ist. Dann ist man auf der sicheren Seite, vorausgesetzt, die Einnahme erfolgt nach Plan. Besser ein paar Nebenwirkungen als eine Teenager-Schwangerschaft. Aber was ist mit den Erwachsenen? Die Sache ist doch die: Wir haben immer weniger Lust auf Sex. In unseren Beziehungen fällt der Sexpegel nach einer meist heißen Anfangsphase rapide ab. Manche Paare haben gar keinen Sex mehr. Was nicht bedeuten muss, dass sie deswegen unzufrieden wären. Nein, Sex ist nun wirklich nicht alles. Aber warum nehmen so viele Frauen die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel, wenn sie doch nur so wenig Sex haben? Einfach nur, weil es so schön einfach ist und man sich im Ernstfall keine Gedanken zu machen braucht? Weil man den Partner nicht damit belasten möchte? Kondome sind ja so unbequem….

Was ist mit den Nebenwirkungen? Darüber sollten wir nachdenken. Wenn wir nicht tatsächlich andauernd übereinander herfallen und den Sex stattdessen wie ein kostbares Gut behandeln, das es in besonderen Momenten zu genießen gilt, dann gibt es auch andere Möglichkeiten. Möglichkeiten, die weitaus schonender sind. Die nicht zu Thrombosen, Lustlosigkeit oder Depressionen führen. Die unseren Körper schonen. Aber dafür müssen wir uns als Paar zusammensetzen und beratschlagen. Wir müssen Vor- und Nachteile abwägen. Was ist mit der Kupferspirale oder der Kupferkette? Was ist mit Kondomen? Was ist mit dem Verhütungsschalter für den Mann? Und wie sieht es endlich einmal mit neuen Methoden aus? Wird daran geforscht? Oder lohnt sich das einfach nicht? Immerhin verspricht das Geschäft mit der Pille Milliardengewinne. Darauf möchte die Pharmaindustrie ganz sicher nicht verzichten.

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Herzlich Willkommen in den Wechseljahren!

Vor einiger Zeit war Angelina Jolie mit der vorsorglichen Entfernung ihrer Brüste ganz groß in der Presse: Statt des lauernden Brustkrebsrisikos lieber gleich die Prophylaxe, hatte sie sich gedacht. Ein wichtiges Thema für alle Frauen, die sich ebenfalls mit der Vererbbarkeit dieser immer noch viel zu oft tödlichen verlaufenden Krankheit. Um ihr nächstes Thema war es zwar etwas weniger laut. Dafür betraf das tatsächlich alle Frauen. Denn Jolie liebt ihre Menopause und machte daraus auch öffentlich keinen Hehl. Ich muss zugeben, dass mir diese Schlagzeile sehr gelegen kam. Wechseljahre, Menopause, Klimakterium, wie auch immer wir es nennen, es scheint wie das Damoklesschwert über unseren Köpfen zu schweben. Auch über meinem. Wir können es nicht verhindern. Früher oder später trifft es uns alle. Unsere Hormone spielen wie in der Pubertät verrückt. Aber statt uns zu überfluten, ziehen sie sich jetzt zurück. Das wirklich Einschneidende daran ist wohl, dass wir unsere Fruchtbarkeit verlieren. Und damit unterscheidet sich diese Lebensphase ganz eindeutig von den so oft beschworenen und heiß umstrittenen Wechseljahren des Mannes. Aber verbirgt sich hinter den Wechseljahren nicht auch die Chance auf eine neue Lebenserfahrung?

Eindeutige Anzeichen gibt es kaum

Wann geht das Ganze eigentlich los und woran merkt man es? Durch die Entfernung ihrer Eierstöcke, die für die Östrogenproduktion verantwortlich sind, hat sich Angelina Jolies 40-jähriger Körper vorzeitig in die Wechseljahre begeben. Aber womöglich ist das auch gar nicht vorzeitig. Denn bei manchen Frauen beginnt die Hormonumstellung unbemerkt tatsächlich schon mit Ende 30. Dann könnte das bei mir erst recht jeden Tag losgehen. Ich beobachte das übrigens sehr genau. Noch scheint alles ganz normal zu sein. Wobei mir gerade auffällt, dass ich keine Gewichtsschwankungen mehr habe. Zumindest nicht nach unten. Könnten das die Wechseljahre sein? Oder liegt das nur an dem guten Essen, das mir heute wichtiger ist als früher das Tanzen? Die Pille verhindert unregelmäßige Blutungen. Wer sie nimmt, findet hier also auch keinen eindeutigen Indikator. Auch für meine Gelenkschmerzen hat sich eine andere Erklärung gefunden. Hm. Neulich hatte ich unvermutet plötzlich einen Schweißausbruch. Ah, dachte ich, seit heute 13:20 Uhr bin ich in den Wechseljahren. Denn nur Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind tatsächlich eindeutige Anzeichen für das Klimakterium, alles andere hat eben oft ganz andere Ursachen. Naja, für meinen Schweißausbruch waren vermutlich der Klimawandel und mein viel zu dicker Wintermantel verantwortlich, denn ein weiterer erfolgte bisher nicht. Ich drehe die Uhr daher wieder auf Null und warte auf das nächste Anzeichen. Es kann tatsächlich auch sein, dass ich bis Mitte 50 warten muss, ehe es losgeht. So unterschiedlich ist das nämlich.

Sind die Wechseljahre in Wirklichkeit ein Mythos?

Wenn Frauen früher in die Menopause kamen, wurden ihnen ohne Umschweife Hormonpräparate verschrieben. Allen möglichen Beschwerden sollte der Garaus bereitet werden: Schlafstörungen, die erwähnten Hitzewallungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwächen, sexuelle Lustlosigkeit. Ob andere Ursachen wie pubertierende Kinder, anstrengende Ehemänner oder Stress im Job dahinterstecken könnten, wurde überhaupt nicht gefragt. Es wäre ja auch so schön, wenn wir unsere Probleme in dieser Lebensphase ganz einfach auf den Hormonwechsel schieben könnten. „Du hast habe schlechte Laune? Ach, das sind wohl die Wechseljahre! Da kannst Du doch gar nichts dafür!“ So einfach ist das aber nicht. Wenn ich heute mit Frauen spreche, finden wir für die Probleme oft eine ganz einleuchtende Erklärung aus dem aktuellen Lebensumfeld. Die Auffassung von den Wechseljahren als Krankheit hat sich zum Glück auch in der Medizin geändert. Heute können sich Frauen bei ausgeprägten Beschwerden zwar Hormone in der geringstmöglichen Dosis für die Dauer von bis zu zwei Jahren verschreiben lassen. Aber nur ein Drittel aller Frauen hat überhaupt solche ernsthaften Beschwerden! Ein Drittel merkt gar nichts und ein weiteres Drittel hat nur leichte Beschwerden. Ich habe beschlossen, dass ich zu dem Drittel ohne Beschwerden gehören werde. Oder schon gehöre, wer weiß. Vielleicht merke ich ja einfach nur nichts.

Die Psychologin Kerstin Weidner von der Universität Dresden hat 1400 Frauen in allen Altersgruppen befragt. Und siehe da, bis auf Hitzewallungen und Schweißausbrüche kamen alle anderen der normalerweise mit den Wechseljahren in Verbindung gebrachten Beschwerden in allen anderen Altersgruppen genauso vor. „Wir haben festgestellt, dass die körperlichen Beschwerden mit dem Lebensalter allmählich zunehmen, aber keinen Höhepunkt in den Wechseljahren haben“, so das Statement. Und so gebe es auch keine psychischen Symptome der Wechseljahre. Ich denke aber, dass es für Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch sehr schwer ist, dieser neuen Lebensphase freudig entgegenzublicken. Und da kann Frau Jolie sich mit ihren sechs Kindern nun wirklich nicht beschweren. Der Grund für diese Trauer sind aber nicht Wechseljahrsbeschwerden, sondern Trauer um eine sich dem Ende zuneigende Lebensphase. Endgültig vorbei ist es mit der Fruchtbarkeit aber erst, wenn die Periode ein Jahr lang ausgeblieben ist. Wer dann nicht schwanger war, wird es auch nicht mehr. Im Schnitt ist dieser Zeitpunkt erst mit 52 Jahren erreicht. Bis dahin ist es theoretisch noch möglich, ein Kind zu bekommen.

Wir selbst bestimmen, wer wir in und nach der Menopause sind

Früher wurde eine Frau mit Mitte vierzig für alt erklärt. Kinder waren genauso Lebensaufgabe wie einen Ehemann glücklich zu machen. Frauen hatten den Haushalt zu führen und Sex war etwas für die Jugend. Puh, gottseidank ist das heute anders. Zumindest in meiner Welt. Wir können fast alles machen, was wir wollen, wir können allein leben, wir können noch heiraten, wir können sogar noch Kinder bekommen, wenn es klappt. Wir sind viel selbstbewusster und wissen, was wir wollen. Auch in sexueller Hinsicht. So manche Frau bricht aus alten Bahnen aus und entdeckt jetzt erst ihre Sexualität. Frauen in den Wechseljahren sind heute attraktiv und interessant, siehe Jolie, auch wenn die nun besonders früh damit angefangen hat. Die Sorge um unerwünschte Schwangerschaften fällt weg. Und juhu, endlich keine Regel mehr! Darauf freue ich mich besonders.

 

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Die Rote Karte für den Geschlechtsverkehr!

Ganz ehrlich, wozu brauchen wir eigentlich noch den Geschlechtsverkehr? Wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich ihn gänzlich abschaffen, verursacht er doch nichts als Schwierigkeiten! Wir würden alle viel glücklicher und entspannter leben und lieben, wenn wir von dem Druck der erfolgreichen Penetration endlich erlöst wären. Das stimmt nicht, meint Ihr? Doch und das werde ich Euch hier einmal aufzeigen

  1. Fortpflanzung geht auch ohne!

Ja, sagt da der eine oder die andere, den Geschlechtsverkehr brauchen wir doch aber zum Kindermachen! Nö, brauchen wir nicht. Werdende Eltern werden immer älter, da leiden Eizellen und Spermien sowieso, mal ganz abgesehen von den schädlichen Umwelteinflüssen, die sich negativ auf die Reproduktionsfähigkeit auswirken. So nimmt heute bereits jedes fünfte Paar die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin in Anspruch. Und andere wie Brad Pitt und Angelina Jolie haben gar keine Zeit für einen termingerechten Sex, die lassen das von vorneherein im Labor erledigen. Da fällt mir auch noch das offensichtlichste Ergebnis von Zeugung ohne Geschlechtsverkehr ein: Anna Ermakova, Tochter von Boris Becker und Angela Ermakova, gezeugt durch Oralverkehr in der Besenkammer. Und selbst den Gläubigen dürften da die Argumente ausgehen, immerhin verehren sie seit knapp 2000 Jahren Maria, die ganz ohne Sex den berühmtesten Youngster aller Zeiten zur Welt brachte. Also ein klares Daumenrunter für den Zeugungsakt.

  1. Weniger sexuelle Probleme!

Der Geschlechtsverkehr, wenn er denn ausgeübt wird, macht sowieso mehr Sorgen als Freunden. Das zumindest könnte man angesichts dieser Zahlen meinen: Mehr als zwei Drittel aller Frauen, vielleicht sogar ganze 96% – je nach Studie – bekommen dabei keinen Orgasmus. 5–11% der Frauen leiden bei der Penetration unter Schmerzen und 14–17% empfinden Sex ganz und gar nicht als lustvoll. Bei den Studien über die Männern sieht es ehrlich gesagt auch nicht viel rosiger aus: 2–76% (eine ziemliche hohe Diskrepanz zwischen den Studien) leiden unter Erektionsproblemen, bei 1-9% bleibt der Orgasmus aus, 4-32% kommen zu früh und auch hier finden 6-10% Sex insgesamt nicht als angenehm. Und das sind ja nur die, die ihr Problem auch als ein solches erleben. Denn erst dann finden sie Aufnahme in die Statistik. Die Dunkelziffer ist also noch viel höher. Verzichten wir hingegen auf die Penetration, gibt es kein zu frühes Kommen mehr und Erektionsprobleme wären weitaus weniger bedeutsam. Das fällt alles weg! Und wir Frauen hätten auch noch mehr Orgasmen. Denn bei der oralen oder manuellen Stimulation kommen wir genauso zum Höhepunkt wie die Männer. Kein Geschlechtsverkehr bedeutet also ganz klar mehr Gleichberechtigung im Bett!

  1. Es gibt so viele andere tolle erste Male!

Nicht das erste Mal Küssen, Oralverkehr oder der erste Orgasmus sind es, um die wir uns sorgen und auf die wir uns freuen. Nein, es ist das erste Mal Geschlechtsverkehr! Wie wird es sein? Was muss ich machen? Wird es schmerzen? Wird es Spaß machen? Wie kann ich verbergen, dass ich keine Ahnung habe? Als würde alles andere nicht zählen und nicht mindestens genauso wichtig sein. Oralverkehr wird von manchen Menschen ja nicht einmal als Sex betrachtet. Da brauchen wir doch nur an den Fall Bill Clinton denken. Nein, er hatte keinen Sex mit der Praktikantin. Nein, sie hatte doch nur seinen Penis im Mund! Das ist doch nichts! Apropos erstes Mal. Wie viele Frauen auf der Welt bangen bei diesem ersten Mal um ihr Leben, in der Angst, es könnte kein Blut auf dem Laken zu sehen sein. Wenn wir den Geschlechtsverkehr einfach weg lassen, hat sich das Problem erledigt. Kein Eindringen, kein Durchtrennen des Jungfernhäutchens, kein Blut. Prima, dieses Argument gefällt mir ganz besonders gut.

  1. Penisgröße? Total egal!

Unter Jungen und Männern besonders verbreitet ist die Angst, ihr Penis könne einer Frau beim Geschlechtsverkehr nicht ausreichen. Oder im Gegenteil zu groß sein. Oder zu krumm. Oder zu alt. Als seien wir penisbesessene Monster! Mir hat noch nie jemand die Frage gestellt, ob der Penis zu klein sei für den Blow Job oder zu groß für den Handjob. Und warum nicht? Weil alle Welt den Geschlechtsverkehr für den einzig wahren Sex hält. Schmerzen, weil der Penis zu groß ist? Fällt auch weg. Darf ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die Männer beim Geschlechtsverkehr ohnehin größtenteils allein den Gipfel der Lust erklimmen? Wir Frauen sind vielmehr auf Eure Hände und Eure Zungen angewiesen. Und auch da hat noch keiner gefragt, ob seine Zunge zu dick oder zu glatt sei. Überhaupt kommen erstaunlich wenig Fragen zu dieser Art der wunderbaren Betätigung. Fragt Euch also lieber, ob Ihr Euch da noch verbessern könnt, als immer nur alles auf den Penis zu schieben. Der ist nicht schuld, wenn sich eine Frau beim Sex langweilt.

  1. Mehr Vielfalt im Bett!

In der Sexualtherapie des Hamburger Modells gibt es eine wunderbare Übung. In mehreren kontrollierten Schritten ist über verschiedene Übungen von Streicheln unter Aussparung der intimen Bereiche und deren späterer Einbeziehung über das langsame Erkunden der Hotspots bis hin zur gegenseitigen Stimulierung alles erlaubt – nur kein Geschlechtsverkehr. Denn hier geht es darum, einmal loszulassen und sich vom Koitus-Druck zu befreien. Körpergefühle wie Entspannung, Sicherheit und Wohlsein, Haut- und Körperkontakt stehen im Fokus. Der ganze Körper wird einbezogen, Wünsche und Grenzen sollen erforscht und gesteckt werden. Leistung und Versagensängste treten in den Hintergrund. Das kann man doch auch einmal für sich als Paar einen Monat lang durchziehen. Auf welche Ideen der Befriedigung kommt Ihr noch, wenn Ihr alles dürft, nur nicht vögeln?!

Ein Hoch auf das Vorspiel!

So, das waren nun fünf schlagkräftige Argumente gegen den Geschlechtsverkehr und dafür, das Vorspiel zum Hauptteil zu erklären. Und erst wenn das gut gelaufen ist, habe ich nichts einzuwenden gegen ein wenig Pimpern. Das würde tatsächlich viele Probleme lösen. Weniger Druck, mehr Vielfalt im Bett. Entspannte Männer, glückliche Frauen. Dadurch wäre das Leben sicherlich ein wenig leichter. Oder wie seht Ihr das? J

 

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Weltverhütungstag – Eine Chance für die Lust

Zum achten Mal jährt sich am 26. September der 2007 ins Leben gerufene Weltverhütungstag, der einmal rund um den Globus herum das Bewusstsein für Verhütungsmittel schärfen soll. In Deutschland sind wir mittlerweile sehr gut aufgestellt. Eine aktuelle Repräsentativerhebung der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) ergab, dass drei Viertel der sexuell aktiven Bevölkerung zwischen 18 und 49 Jahren Verhütungsmittel anwenden. Auch bei den Jugendlichen gebe es nichts zu beanstanden: Verhütung funktioniere so gut wie nie zuvor, wie die letzte Studie zur Jugendsexualität der BZgA zeigt: „Dies gilt ganz besonders für deutsche Jugendliche, aber auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat sich das Verhütungsverhalten verbessert.“ Ebenso ist die Zahl der Schwangerschaften minderjähriger Mädchen rückläufig. Wieder einmal gehen wir mit gutem Beispiel voran.

Pille und Kondom weiterhin auf Platz Eins

Am Liebsten verhüten die Deutschen mit Pille (53%) und Kondom (37%). Und das obwohl die regelmäßige Einnahme der Pille und die richtige Anwendung des Kondoms die Liebeswilligen vor große Herausforderungen stellen. Da das Kondom uns aber immer noch als einzige Methode vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützt, wird es seinen Platz auch jenseits der Verhütung von ungewollten Schwangerschaften noch lange behalten. Erst wenn die Beziehung gefestigt ist und beide Partner sicher sind, gesund zu sein, möchte der eine oder andere noch etwas mehr Intimität und das Kondom kann im Nachttisch liegen bleiben. Nicht so bekannt ist, dass die Sterilisation (Vasektomie und Tubenligatur), also der chirurgische Eingriff, der die Fruchtbarkeit endgültig unterbindet, mit 10% genauso viele Anhänger findet wie die Spirale. Hier liegt der Unterschied in der Altersgruppe. Während sich die 30- bis 39-Jährigen eher für die Spirale entscheiden, findet die Sterilisation ihre Anhänger zumeist unter den 40- bis 49-Jährigen, die mit ihrer Familienplanung dann bereits durch sind.

Verlust der Lust durch Hormone

Ein großer Nachteil der Pille und auch aller anderen hormonellen Verhütungsmethoden besteht allerdings in einer wirklich bedenklichen und auch wenig konstruktiven Nebenwirkung: Lustlosigkeit. Lustlosigkeit?! Ja!!! Eine Pille für die Lust, die die Lust nimmt. Blöd, oder? Aber so paradox das auch ist, liegen die hormonellen Verhütungsmittel doch immer noch ganz vorn auf der Rangliste, allen voran wie schon erwähnt die Pille. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Frauen, die hormonell verhüten, am häufigsten von sexuellen Funktionsstörungen berichten. Frauen, die gar nicht verhüten, haben schon weniger und Frauen, die nichthormonell verhüten, scheinbar die wenigsten Probleme. Ich habe mir dazu die Beipackzettel vorgenommen und siehe da, bei einer von 100 bis einer von 1000 Frauen tritt Lustlosigkeit als unerwünschte Wirkung auf. Ich habe das einmal grob überschlagen. Laut dem statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2011 in Deutschland insgesamt 18,2 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter. Wenn wir die Zahlen der BzgA zugrunde legen und annehmen, dass davon 53% mit der Pille verhüten, kommen wir auf 9,6 Millionen Frauen. Das macht dann 9600 bis 96.000 Frauen, die in Deutschland aufgrund der Pille unter Lustlosigkeit leiden. Das ist eine ganze Menge! Und das ist ja auch noch nicht alles, denn dazu kommen noch die Frauen, die mit anderen Methoden hormonell verhüten.

Auf zu neuen Ufern

Lustlosigkeit kann viele Ursachen haben, aber hier haben wir eine, die definitiv vermeidbar ist. Denn es gibt andere Verhütungsmethoden, die dauerhaft und unauffällig ihre Dienste tun und die Lust nicht beeinflussen. Wie wäre es denn einmal mit einem Richtungswechsel? Hier gibt es auch in Deutschland durchaus noch Aufklärungsbedarf. Denn wozu ein Verhütungsmittel einnehmen, das zwar der Lust dienen soll, diese jedoch nimmt? Eine relativ neue und noch recht unbekannte Methode ist die Kupferkette.

 

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Blue Viagra, Pink Viagra – der bunte Reigen der chemischen Aphrodisiaka

Stellt euch vor, ihr liegt im Bett und nichts geht: Er bekommt keine Erektion und sie hat keine Lust. Wenn es nach der Pharmaindustrie ginge, gehören Szenarien dieser Art bald der Vergangenheit an. Denn neben Viagra für den Mann soll es jetzt auch die Lustpille für die Frau geben. Allerdings erst einmal nur in den USA, wo man sich nach zwei Ablehnungen dann doch dazu entschieden hat, das Mittel Flibanserin, auch Pink Viagra genannt, auf den Markt zu bringen. Seit Jahren wird an dieser Pille geforscht, soll sie doch Abhilfe bei einem der größten Probleme in der menschlichen Sexualität schaffen – der weiblichen Unlust. Millionen von Frauen, so heißt es, leiden darunter. Wie immer, wenn es um Sexualität geht, schwanken die Zahlen erheblich. Eine deutsche Studie kam 2013 nach der Befragung von 4500 Frauen auf 15%, in anderen Studien sind es bis zu 40%. Der Markt ist also groß und die Unternehmen hoffen auf satte Gewinne. Aber wie wirkt dieses neue Medikament und kann es tatsächlich helfen?

Ein Antidepressivum für mehr Lust

Der direkte Vergleich zwischen Flibanserin und Viagra hinkt, denn die Wirkungsweise ist eine völlig andere. Während Mittel wie Viagra, Cialis und Levitra bei sexueller Erregung – und die ist hier tatsächlich Grundvoraussetzung für den Erfolg – eine stärkere und dauerhaftere Erektion bewirken, soll Flibanserin als eine Art Aphrodisiakum die Lust überhaupt erst wecken. Während ein Mann seine Pille direkt vor dem angestrebten Geschlechtsverkehr einnimmt und die Dauer der Wirkung begrenzt ist, wird eine Frau ihre Pille täglich einnehmen müssen. Im Gegensatz zu Viagra ist Flibanserin kein Medikament, das sich lokal auf die körperliche Reaktion beschränkt, stattdessen verändert es den Hormonhaushalt grundlegend. Ursprünglich als Antidepressivum entwickelt, wird der Serotoninspiegel gesenkt und die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin erhöht. Das soll stimmungsaufhellend wirken, die lustfördernde hat sich erst später herausgestellt. Mit den Nebenwirkungen ist wie bei allen Antidepressiva nicht zu spaßen – Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Verstopfung usw.

Lust und Lustlosigkeit – Die zwei Seiten der Medaille

Gut, könnte man meinen, wenn ich dann wieder Lust auf Sex bekomme, nehme ich die Nebenwirkungen in Kauf und schlucke diese Pille. Es könnte ja so einfach sein. Was aber genau verbirgt sich denn eigentlich dahinter, wenn eine Frau über einen längeren Zeitraum keine Lust auf Sex hat? In der Sexualmedizin spricht man von mangelnder „sexueller Appetenz“. Die möchte ich gern mit unserem Appetit vergleichen. Der ist manchmal kaum zu bändigen und manchmal fehlt er völlig. Von beiden Zuständen kann ich ein Lied singen. Zu einem Problem wird das erst, wenn ein Leidensdruck entsteht. Entweder ich kann nicht aufhören zu essen und an Essen zu denken oder ich verweigere mich der Nahrungsaufnahme, weil mir nichts mehr schmeckt. Manchmal liegt es auch an meinen eigenen oder an den Kochkünsten meines Gegenübers oder einfach auch am Stress, den ich gerade habe, dass mir der Appetit vergeht. Und genauso ist es auch mit der sexuellen Appetenz. Die verändert sich im Laufe des Lebens, ist abhängig von der Lebenssituation und außerdem auch noch bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Manchmal hört es sich so an, als müsste Lust immer da sein, als wäre sie eine Art Grundrecht. Dem ist jedoch nicht so.

Wenn es in der Partnerschaft Probleme gibt, sexuelle Wünsche auf Dauer nicht erfüllt werden, der Job stresst, die Kinder alle Aufmerksamkeit beanspruchen, die Qualität des Partners als Liebhaber nicht ausreicht, die Erwartungen viel zu hoch sind, ist es eigentlich nicht verwunderlich, wenn die Lust darunter leidet. Und so sind sexuelle Funktionsstörungen immer auch Paarprobleme. So unangenehm es auch ist – an der Seite einer lustlosen Frau kann sich ein Mann ganz besonders potent fühlen. Sollte sich die Situation aber ändern und die Frau wieder Lust bekommen, passiert es in nicht wenigen Fällen, dass nun der andere Partner eine Funktionsstörung entwickelt. Als Viagra auf den Markt kam, wurde so manche Frau sehr zu ihrem Missfallen zuhause freudestrahlend mit einer Erektion überrascht. Froh, durch die Erektionsstörung endlich den unerfreulichen Akt des Geschlechtsverkehrs hinter sich gebracht zu haben, wartete mit Viagra nun neues Ungemach im Schlafzimmer. Besser wäre es gewesen, hätte sich der Mann mit den Bedürfnissen seiner Frau auseinandergesetzt und seinen sexuellen Horizont über den Geschlechtsverkehr hinaus erweitert.

Reden statt Chemie

Es wäre tatsächlich ganz einfach, wenn Lustlosigkeit biologischer Natur wäre. In dem Fall scheint Flibanserin auch tatsächlich zu helfen. In allen anderen Fällen stecken andere Gründe dahinter. Die gilt es aufzuschlüsseln, wenn man die Lust wiederbeleben möchte. Die Frage ist also, worauf genau eine Frau keine Lust hat und ob man da nicht Abhilfe schaffen kann. Ja, ich weiß, reden ist nicht alles. Und manchmal lässt sich eine Lebenssituation auch nicht verändern. Aber wer nicht über seine Bedürfnisse spricht, kann kaum erwarten, dass sie erfüllt werden.

 

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Rette mich – Das große No-Go in der Beziehung

„Wenn ich erst einmal eine neue Freundin habe, dann wird sie mir helfen, dass es mir wieder besser geht.“ Das war die Aussage eines Mannes, der eine schlimme Scheidung hinter sich hatte und gerade ziemlich dem Alkohol zusprach. Puh, was für eine Last für eine neue Beziehung! Diesem Anspruch kann eine neue Partnerin oder ein neuer Partner ja gar nicht gerecht werden. Und auch bestehende Beziehungen leiden, wenn ein Partner den anderen als seine Lebensstütze betrachtet. Leider kommt das gar nicht so selten vor und wenn dann die Beziehung auseinander bricht, ist das Erstaunen groß. Wie kann sie nur? Wie kann er nur? Mich allein lassen mit all meinen Problemen! Da wird dann zuweilen sogar mit Selbstmord gedroht, um den Partner am Weggehen zu hindern. Eine schwierige Situation.

Ich bin für mich selbst verantwortlich

Es ist schön, wenn ein Partner da ist, mit dem man reden kann und der auch zuhört. Ein Partner, der einen in den Arm nimmt, wenn es nicht so gut läuft. Einer, auf den man sich verlassen kann und der zu einem steht. Trotzdem ist doch jeder für sich selbst verantwortlich. Mein Partner kann mich auf meinem Weg unterstützen und mir den Rücken stärken, den Weg gehen kann ich aber nur allein. Für den Mann aus dem Beispiel bedeutet das, dass er sich in seiner Situation professionelle Hilfe suchen sollte. Einen Therapeuten für seine Depression, eine Selbsthilfegruppe für das Problem mit dem Alkohol. Wenn er dann wieder etwas Stabilität in sein Leben und in seine Gefühle gebracht und vor allem wieder etwas Vertrauen zu sich selber gefasst hat, kann er auch eine Beziehung zulassen, in der beide Partner gleichwertig und gleichberechtigt sind.

Sicherlich gibt es Situationen im Leben, die uns überfordern und in denen wir unseren Partner ganz besonders brauchen. Dann ist es auch ganz wichtig, darüber zu sprechen. Dabei sollte man aber darauf achten, den Partner nicht zu belasten und vor allem nicht gleich alles infrage zu stellen. „Wenn du mir nicht helfen kannst, macht diese Beziehung keinen Sinn“ ist so ein No-Go. Denn wie soll ein Partner für den anderen beispielsweise einen neuen Job finden, wenn es im alten nicht so klappt? „Mich belastet die Situation im Job sehr. Danke, dass du mit mir Lösungswege suchst“ ist da schon viel besser.

Was bedeutet das im Sexuellen?

Diese Art der Übertragung von Verantwortung findet sich auch im sexuellen Bereich wieder. Nicht mein Partner ist für die Erfüllung meiner Wünsche und Sehnsüchte verantwortlich, sondern ganz allein ich. Wenn ich nicht weiß oder sage, was ich mag und was ich will, ist es für den anderen ganz schwierig, sich entsprechend zu verhalten. Frauen denken häufiger gern, der Mann müsse doch wissen, was er zu tun habe. Aber jede Frau ist anders. Jede Frau empfindet anders. Woher soll er das dann von allein wissen? Diese Situation ist eine große Belastung für den „führenden“ Partner. Immer darauf zu achten, dass es dem anderen gut geht, ohne eigentlich zu wissen, was der andere will. Entspannen kann sich bei diesem Leistungsdruck letztlich keiner. Das schürt die Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Heraus kommen langweiliger Sex ohne Experimente, das Vortäuschen von Orgasmen und am Ende die große Lustlosigkeit oder Erektionsprobleme.

Wollen wir das? Nein! Was tun wir? Uns ein Herz nehmen und über unsere Wünsche sprechen. Sagen, was uns gefällt und vor allem auch, was nicht. Und das bitte in Ich-Botschaften: „Ich wünsche mir, dass du mich mal so richtig verwöhnst“. Und ganz genau beschreiben, worin das Verwöhnen bestehen soll. Langsam kann man sich dann weiter vortasten und abwechselnd immer ein Stückchen mehr von sich preisgeben. Dann kann man den Partner vielleicht auch einmal überraschen und sich einfach nehmen, was man haben möchte.

 

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Wie bleibt die Erotik, wenn aus Verliebtheit Liebe wird?

Wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben, ist Sex meist das Allergrößte. So manches Paar kommt in der ersten Zeit kaum aus den Federn. Alles ist neu und aufregend. Der Körper des anderen wird erschmeckt, erfühlt, entdeckt. Man beschäftigt sich intensiv miteinander, will alles wissen, probiert aus und lacht viel miteinander. Manchmal macht man sogar Dinge, die man sonst nicht machen würde. Sex ist wie ein Spiel mit allen Sinnen. Er ist toll und am liebsten würde man miteinander verschmelzen oder sich zumindest gegenseitig auffressen, mit Haut und Haaren. Neurowissenschaftler vergleichen diese Verliebtheit mit einer Sucht. Und tatsächlich werden im Gehirn dieselben Areale wie bei Drogen aktiviert. Ähnlich schlimm sind deshalb auch die Entzugserscheinungen, wenn einer der Liebenden plötzlich geht. Aber davon soll hier nicht die Rede sein.

Was verändert sich eigentlich?

Nach der ersten Phase der Verliebtheit kommt langsam wieder etwas Normalität ins Leben. Die Liebe verändert sich. Wenn die rosarote Brille abgenommen wird, entwickelt der andere auf einmal eine ganz eigene Persönlichkeit. Wow, die ist uns vor lauter Glückshormonen ja ganz entgangen! Also entdeckt man sich noch einmal neu und stellt fest, ja, den anderen mag ich wirklich. Oder eben auch nicht. Aber auch davon soll hier nicht die Rede sein. Die Liebe verändert sich von der himmelhochjauchzenden Vernarrtheit in ein beständigeres tieferes Gefühl der Verbundenheit. Freunde und Hobbys werden wieder wichtiger und schlaflose Nächte sind auf einmal nicht mehr aufregend sondern anstrengend.

Die intensive körperliche Nähe und der spielerische Umgang mit Sexualität geht vielen Paaren verloren, wenn sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen und vom Alltag eingeholt werden. Viele sehnen sich später nach der aufregenden Anfangszeit zurück und fragen sich, warum der Sex auf einmal langweilig ist. Zum einen möchte ich dazu sagen, dass nicht die Anfangsphase Normalität ist, sondern das, was darauf folgt. Und kein Mensch möchte wirklich ewig der Achterbahn seiner Hormone ausgeliefert sein. Und zum anderen möchte ich einmal darauf aufmerksam machen, wie wahnsinnig viel Zeit man sich in den ersten Monaten füreinander genommen hat. Stunden, ja ganze Tage haben die frisch Verliebten miteinander verbracht, sich gegenseitig die Sterne vom Himmel geholt und nur die allerbesten Seiten an sich gezeigt. Und wie ist das heute??? Nach der Arbeit schnell zum Sport, dann auf die Couch. Und kurz vorm Einschlafen soll es dann knistern und Funken sprühen? Ja, das hört sich in der Tat wenig erregend an.

Guter Sex ist wie ein Spiel mit allen Sinnen

Die gute Nachricht: Wir haben es selber in der Hand, ob wir unser Liebesleben aufregend gestalten oder nicht. Sex findet ja nicht nur auf der körperlichen Ebene statt. Sex hat so viel mit Fantasie, Humor und Offenheit zu tun. Sex ist eine Art, wie wir miteinander kommunizieren. Auch unsere Persönlichkeit spiegelt sich in unseren Vorlieben und Abneigungen wider. Sich kurz vor dem Einschlafen über den anderen zu rollen, hat jedoch nur wenig damit zu tun. Die Lösung ist also ganz einfach: Nehmen wir uns Zeit und geben wir unserer Fantasie auch über die ersten Monate hinaus Raum. Spielen wir wieder miteinander!

 

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