Schlagwort-Archive: Lust

Liebe zu dritt

Ich weiß nicht, wer den Begriff „Flotter Dreier“ geprägt hat. Und ehrlich gesagt, mir gefällt er nicht besonders gut. Das klingt so abgedroschen. Mir fehlen dabei die Gefühle, die Erotik, das Besondere. „Flotter Dreier“, hm. Für mich hört sich das mehr nach einer gymnastischen Übung als nach einem Liebesspiel an. Und das ist es schließlich, und zwar ein Liebesspiel der ganz besonderen Art. Deshalb bevorzuge ich den Begriff „Ménage à trois“. Das hört sich doch schon ganz anders an. Erotisch, aufregend, spannungsgeladen. Das hört sich nach einem französischen Spätfilm an, der vor Erotik nur so bebt, bei dem sich mein Unterleib schon allein durch das Setting bemerkbar macht. Und eine Ménage à trois ist wahnsinnig erotisch aufgeladen. Drei Menschen lassen sich aufeinander ein, zeigen ihre Lust, wecken die Lust der anderen, schenken sich Lust, spielen miteinander. Drei Menschen, die sich alle gleich wohlfühlen und sich gegenseitig das richtige Maß an Aufmerksamkeit schenken. Drei Höhepunkte. Ahhhhhhhh. Hmmmmm. Rrrrrrrrr.

Wenn aus der Fantasie Wirklichkeit wird

Die Vorstellung von der Liebe zu dritt gehört zu den häufigsten sexuellen Fantasien von Männern und Frauen. Wobei es einige kleine Unterschiede gibt. Männer stellen sich den Sex am Liebsten mit zwei Frauen vor. Weil sie sich gern verwöhnen lassen möchten. Und weil es sie scharf macht, den Frauen dabei zuzuschauen, was die so miteinander treiben. Frauen stellen sich zwar ebenfalls eher eine zweite Frau vor, dies hingegen, weil sie sich damit sicherer fühlen. In der Fantasie schlängeln sich schweißnasse Körper umeinander, weiß man nicht mehr, was zu wem gehört, ist alles einzig und allein pure Lust. Soweit zu Fantasie und Wunschvorstellung. In der Realität erfordert es viel Fingerspitzengefühl, damit aus der heißen Fantasie auch tatsächlich ein erregendes Erlebnis wird. Mit einer Ménage à trois kann ein Paar etwas Neues innerhalb der Beziehung ausprobieren, ohne Gefahr zu laufen, sich des gegenseitigen Fremdgehens zu beschuldigen. Man sammelt gemeinsam Erfahrungen, erweitert den sexuellen Horizont, bringt neuen Schwung ins Liebesleben. Aber es lauern auch Gefahren und Stolperfallen, derer man sich vorher vielleicht gar nicht bewusst ist.

Ein paar Grundregeln

Es gilt einiges zu beachten. Nicht jeder ist dazu bereit, etwas so Intimes wie Sex mit einem weiteren Menschen zu teilen. Ganz im Gegenteil können sich das sogar ziemlich viele so gar nicht vorstellen. Deswegen sollte man den Partner niemals drängen und auch auf die eigenen Grenzen achten. Das ist einfacher als es sich anhört, denn viele Menschen möchten es dem Partner gern recht machen und achten dabei eben nicht auf ihre eigenen Grenzen und Wünsche. Auch ist eine stabile Partnerschaft ein unbedingtes Muss, möchte man sich auf diesen neuen Schwung einlassen. Beide Partner müssen sich sicher, aufgehoben und respektiert fühlen. Ansonsten kann es leicht dazu kommen, dass sich ein Partner beim Sex mit einer dritten Person zurückgesetzt fühlt. Eifersucht ist da vorprogrammiert. Ist der andere attraktiver? Interessanter? Begehrenswerter? Da heißt es aufpassen, sich gegenseitig verwöhnen, aber dabei immer den Partner im Auge behalten. Vielleicht erhebt aber auch die dritte Person plötzlich irgendwelche Besitzansprüche. Darüber sollte man vorher sprechen. Auch darüber, was erlaubt ist und was nicht. Anfassen? Küssen? Oralverkehr? Geschlechtsverkehr? Man muss nicht gleich aufs Ganze gehen!

Und dann stellt sich ja die ganz große Frage: Woher nimmt man eigentlich die dritte Person? Gibt es da schon jemanden, den man sich vorstellen kann? Eine gute Freundin, einen guter Freund? Dabei sollte man bedenken, dass man diesen Menschen später mit Sicherheit wiedersehen wird. Das kann einem dann schon die Schamesröte ins Gesicht treiben. Das erotische Erlebnis natürlich auch die Freundschaft gefährden. Will man das riskieren? Holt man hingegen einen fremden Menschen dazu, liegt die Schamgrenze meist deutlich niedriger. Das kennen wir aus One Night Stands und Urlaubsflirts. Wenn wir den anderen sowieso nicht wiedersehen, sind wir oft viel hemmungsloser und offenbaren eher unsere geheimen Wünsche. Und wo wird man nun fündig? Internet, Swingerclub, Prostituierte? Das ist nicht jedermanns Sache. Um aber jemand Passendes an der Bar im Lieblingsclub zu finden, dazu gehört schon eine gehörige Portion Glück. Und Mut. Alle drei müssen einverstanden sein. Was, wenn man selbst oder die/derjenige gerade zu tief ins Glas geschaut hat? Das enthemmt zwar für den Moment, gibt aber ein besonders böses Erwachen am nächsten Tag. Oder auch nicht. Vielleicht wird daraus auch die große Liebe zu dritt. Man weiß es nicht.

Los geht’s

Hat man nun also jemanden gefunden, alle sind einverstanden und die Fronten geklärt, kann es losgehen. In einer entspannten Atmosphäre kann man sich langsam annähern. Ein Glas Champagner lockert die Situation. Aber nicht zu viel, da war ja die Sache mit den Grenzen und so. Heute kochen doch alle so gern miteinander. Wie wäre das als Anfang? Da kann man sich währenddessen in der warmen Küche überschüssiger Klamotten entledigen und spielerisch mit Leckereien verwöhnen. Mit ersten Berührungen kommt man sich näher. Dabei immer schön an den Partner denken und Blickkontakt halten. Und das Lachen nicht vergessen, schließlich soll das ja Spaß machen! Wenn es einem aber plötzlich doch nicht mehr gefällt, Ängste aufkommen, Unlust oder wasauchimmer, dann sollte das Ganze sofort abgebrochen werden.

Das weitere Drehbuch möchte ich Euch überlassen. Vielleicht spielt Ihr es mit Eurem Partner in Gedanken zu Ende, baut weitere Handlungsstränge ein, andere Personen, aufregende Orte. Und vielleicht ist das auch schon Erregung genug. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Lust dabei!

 

Copyright by Parship, veröffentlicht auf http://www.beziehungsweise.de/ratgeber/sex-erotik/menage-a-trois-liebe-zu-dritt/

Werbeanzeigen

Shades of Grey – Ist das wirklich das, was Frauen wollen?

Für Millionen Frauen geht ein Traum in Erfüllung: Fifty Shades of Grey, das moderne Märchen vom Aschenputtel, kommt in die Kinos. Endlich Schluss mit den vielen Spekulationen um die Hauptdarsteller, endlich die große Erotik auf der Leinwand. Die filmgewordene Fantasie von Unterwerfung und Hingabe. Das Buch wurde ja fast ausschließlich von Frauen gelesen. Wie wirkt sich das wohl auf das Kinopublikum aus? Sehen sich auch Männer den Film an? Immerhin ist der Druck enorm. Anscheinend träumen Frauen davon, erobert, verführt, genommen, besessen zu werden. Ich selbst habe auch schon als Teenager historische Liebesromane verschlungen. Der stets erfahrene und wahnsinnig männliche Kerl erobert und verführt rücksichtslos die kultivierte unschuldige Frau. Und NATÜRLICH ist die Entjungferung eine einzige Spirale der Lust, der sich beide hingeben, einer Spirale, die sich immer höher schraubt, um dann in einem großartigen Höhepunkt zu enden. Kann ein Mann da mithalten? Soll ein Mann da überhaupt mithalten? Worum geht es eigentlich wirklich? Was ist der Reiz an dieser Geschichte? Ein Versuch, das Phänomen zu erklären.

Männer, begehrt uns, erobert uns!

Seit den 90ern herrscht in deutschen Schlafzimmern die sogenannte Verhandlungsmoral. Die ist politisch korrekt. Männer machen was Frauen machen was Männer machen. Wie du mir so ich dir. Die hart erkämpfte Gleichberechtigung ist damit auch in der Sexualität angekommen. Wer was wann macht, wird ausgehandelt. Kein überraschender Vorstoß in anale Regionen. Was gut ist. Aber auch kein Überfall während des Gemüseschneidens. Oder während des Schreibens. „Äh, Schatz, jetzt nicht, später vielleicht.“ Was nicht immer so gut ist. Denn manchmal wollen wir Frauen tatsächlich einfach nur genommen werden. Wir wollen, dass unser Partner an nichts anderes als an uns und unseren Körper denken kann. Uns auf den Küchentisch wirft und es uns ordentlich besorgt. Kein Gerede, keine Rücksicht. Immerhin zeigt uns das ja schließlich, wie begehrenswert wir sind. Und begehrenswert wollen wir sein, das ist keine Frage. In der Fantasie funktioniert das auch ganz wunderbar, in der Realität sieht das allerdings anders aus.

„Schatz, nicht JETZT! Es geht gerade nicht. Ich schreibe an einem Artikel über Shades of Grey. Wieso siehst du das denn nicht?“ Ja, wieso können Männer einfach nicht sehen, wann uns gerade danach ist und wann nicht? Aber wie sollen sie das denn? Sie können ja keine Gedanken lesen, was mir ehrlich gesagt auch ganz recht ist. Und über eine eindeutige Erektion, die Hinweise geben könnte, verfügen wir auch nicht. Da ist es doch nachvollziehbar, dass sich so mancher Mann lieber zurückhält, bevor er abgewiesen wird. Und lieber wartet, bis wir eindeutige Signale geben. Das sexuelle Selbstbewusstsein wird mit solchen Abweisungen nicht gerade gestreichelt. Bei Ally McBeal gibt es dazu eine wunderbare Szene. Er hat gelesen, dass Frauen gern mal einen Klaps auf den Po mögen und möchte ihr den Gefallen tun, nimmt ihre Haarbürste, klapst damit recht vorsichtig auf ihren wohlgeformten Po – und was passiert? Sie ist dermaßen erbost über diese Dreistigkeit, dass sie überlegt, ihn wegen Misshandlung anzuzeigen. Das ist vielleicht etwas überzogen, zeigt aber sehr schön, wie falsch Signale interpretiert werden können und welche Reaktionen das hervorrufen kann. Sie empört, er verunsichert.

Die Macht der Fantasie

Da kommt dann dieses Buch, dieser Film ins Spiel. Die Realität wird ausgehebelt. In der Fantasie ist alles möglich. In der Fantasie sind wir Frauen so unwiderstehlich und begehrenswert, dass wir jeden Mann um den Verstand bringen. Und natürlich machen die auch nur das, was wir wollen. Denken wir nur an den heißen Paketboten, von dem so manche Frau in ihrer Fantasie träumt. Er ist ihr völlig ausgeliefert, während sie ihn in das Schlafzimmer zieht. Und dann erst die Gangbang-Fantasien! Gleich ein ganzer Haufen testosterongesteuerter Männer macht sich über eine wehrlose Frau her und bedient sich ihres Körpers. Mir wird ganz heiß. Und was ist mit Christian Gray? Vertraglich wird geregelt, dass er über sie herfallen darf, wann immer er das Verlangen danach verspürt. Wie begehrenswert muss diese Frau sich fühlen? Das will ich auch! „Man, nicht JETZT! Geh weg und lass mich endlich in Ruhe, ich habe immer noch keine Zeit! Nimm die Finger weg! Ich schreibe!“ Oh man, immer diese Unterbrechungen. Nicht zum Aushalten. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, wie toll, sich so begehrt zu fühlen! 24 Stunden am Tag in der Bereitschaft, sich hinzugeben. Wow.

Also, Männer, das, was da in dem Film passiert, heizt wirklich unsere Fantasie an. Und zwar ganz gewaltig. Sicherlich könnte jedes Schlafzimmer mit Augenbinden und Handschellen ausgestattet und jeder Mann von Zeit zu Zeit der Krieger sein, der seine Gespielin überfällt und ins Schlafzimmer zerrt. Aber kommt jetzt bloß nicht auf die Idee, die Garage zur SM-Höhle umzubauen. Die wenigsten Frauen träumen von wirklichem SM-Sex mit echtem Schmerz. Wir wollen einfach nur von Zeit zu Zeit die Kontrolle abgeben, uns euren Verführungskünsten hingeben und ganz Frau sein. Wir wollen die Lust spüren, die ihr in uns auslöst. Und ja, das könnt ihr auch!

„So, endlich fertig. Schatz, JETZT kannst kommen und über mich herfallen! Nimm mich!!!“

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/shades-of-grey-die-lust-an-der-unterwerfung/

 

Wie bleibt die Erotik, wenn aus Verliebtheit Liebe wird?

Wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben, ist Sex meist das Allergrößte. So manches Paar kommt in der ersten Zeit kaum aus den Federn. Alles ist neu und aufregend. Der Körper des anderen wird erschmeckt, erfühlt, entdeckt. Man beschäftigt sich intensiv miteinander, will alles wissen, probiert aus und lacht viel miteinander. Manchmal macht man sogar Dinge, die man sonst nicht machen würde. Sex ist wie ein Spiel mit allen Sinnen. Er ist toll und am liebsten würde man miteinander verschmelzen oder sich zumindest gegenseitig auffressen, mit Haut und Haaren. Neurowissenschaftler vergleichen diese Verliebtheit mit einer Sucht. Und tatsächlich werden im Gehirn dieselben Areale wie bei Drogen aktiviert. Ähnlich schlimm sind deshalb auch die Entzugserscheinungen, wenn einer der Liebenden plötzlich geht. Aber davon soll hier nicht die Rede sein.

Was verändert sich eigentlich?

Nach der ersten Phase der Verliebtheit kommt langsam wieder etwas Normalität ins Leben. Die Liebe verändert sich. Wenn die rosarote Brille abgenommen wird, entwickelt der andere auf einmal eine ganz eigene Persönlichkeit. Wow, die ist uns vor lauter Glückshormonen ja ganz entgangen! Also entdeckt man sich noch einmal neu und stellt fest, ja, den anderen mag ich wirklich. Oder eben auch nicht. Aber auch davon soll hier nicht die Rede sein. Die Liebe verändert sich von der himmelhochjauchzenden Vernarrtheit in ein beständigeres tieferes Gefühl der Verbundenheit. Freunde und Hobbys werden wieder wichtiger und schlaflose Nächte sind auf einmal nicht mehr aufregend sondern anstrengend.

Die intensive körperliche Nähe und der spielerische Umgang mit Sexualität geht vielen Paaren verloren, wenn sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen und vom Alltag eingeholt werden. Viele sehnen sich später nach der aufregenden Anfangszeit zurück und fragen sich, warum der Sex auf einmal langweilig ist. Zum einen möchte ich dazu sagen, dass nicht die Anfangsphase Normalität ist, sondern das, was darauf folgt. Und kein Mensch möchte wirklich ewig der Achterbahn seiner Hormone ausgeliefert sein. Und zum anderen möchte ich einmal darauf aufmerksam machen, wie wahnsinnig viel Zeit man sich in den ersten Monaten füreinander genommen hat. Stunden, ja ganze Tage haben die frisch Verliebten miteinander verbracht, sich gegenseitig die Sterne vom Himmel geholt und nur die allerbesten Seiten an sich gezeigt. Und wie ist das heute??? Nach der Arbeit schnell zum Sport, dann auf die Couch. Und kurz vorm Einschlafen soll es dann knistern und Funken sprühen? Ja, das hört sich in der Tat wenig erregend an.

Guter Sex ist wie ein Spiel mit allen Sinnen

Die gute Nachricht: Wir haben es selber in der Hand, ob wir unser Liebesleben aufregend gestalten oder nicht. Sex findet ja nicht nur auf der körperlichen Ebene statt. Sex hat so viel mit Fantasie, Humor und Offenheit zu tun. Sex ist eine Art, wie wir miteinander kommunizieren. Auch unsere Persönlichkeit spiegelt sich in unseren Vorlieben und Abneigungen wider. Sich kurz vor dem Einschlafen über den anderen zu rollen, hat jedoch nur wenig damit zu tun. Die Lösung ist also ganz einfach: Nehmen wir uns Zeit und geben wir unserer Fantasie auch über die ersten Monate hinaus Raum. Spielen wir wieder miteinander!

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/wie-bleibt-die-erotik-wenn-aus-verliebtheit-liebe-wird/

Spiel mit mir

Erinnert sich noch jemand an den Film 9 !/2 Wochen mit Mickey Rourke und Kim Basinger? Das war Mitte der 80er der Erotikfilm schlechthin. Ähnlich wie in 50 Shades of Grey gibt es einen dominanten Mann, der seine Fantasien ausleben möchte und eine Frau, die sich dem hingibt. Der Unterschied zum üblichen Porno oder langweiligem Sex ist genau der, dass es kein einfaches Rein und Raus gibt. Die Erotik wird inszeniert. Es wird ein Spiel daraus und das ist es, was die Protagonisten anturnt. Die Spannung entsteht bereits im Kopf, lange bevor es zum eigentlichen Sex kommt. Meine Lieblingsszene ist die, in der Kim Basinger mit verbundenen Augen halbnackt vor dem Kühlschrank sitzt und von Mickey Rourke mit allen möglichen Leckereien gefüttert wird. Dabei geht er nicht zimperlich mit den Sachen um und sie wird über und über vollgekleckert. Da könnte man jetzt sagen, igitt, wie sieht denn dann die Küche aus? Wo gehobelt wird, fallen Späne, sage ich dazu. Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen, schließlich geht es um unser Sexleben. Wir wollen ja gerade raus aus dem Alltagssex. Und es gibt ja auch noch andere Methoden, die Sinne zu beleben und die Fantasie anzuregen.

Spielanleitung

Wie wäre es mit einer erotischen Geschichte? Erzählt, aufgeschrieben, zugeschickt, auf Band gesprochen oder ins Ohr geflüstert, kann es ganz schön heiß werden, wenn der eine dem anderen ausmalt, was sie oder er gern machen möchte oder geträumt hat. Das muss auch gar nicht genau so umgesetzt werden. Es geht nur um die Macht der Fantasie, um das, was sein könnte. Und vielleicht entdeckt man am anderen plötzlich eine ganz neue Seite. Hilfestellung können Gegenstände geben, z.B. eine Kerze, eine Flasche Wein, ein Hut, ein Pfannenwender, ein Rasierapparat, ein Schal. Was könnte man damit alles anstellen?

Und raus aus dem Haus! Sex an ungewöhnlichen Orten ist ein Abenteuer, dass zusammenschweißt und über das man später bestenfalls auch noch lachen kann. Der Gedanke erwischt zu werden, wirkt auf so manchen wie ein starkes Aphrodisiakum. Planung ist wieder alles, um die Fantasie anzukurbeln und schon vor dem eigentlichen Akt in Stimmung zu kommen. Orte gibt es viele. Das überlasse ich Eurem Einfallsreichtum. Aber lasst Euch nicht wirklich erwischen. Sex in der Öffentlichkeit gilt als sogenannte Erregung öffentlichen Ärgernisses und wird in Deutschland mit Bußgeld bestraft.

Es gibt Sexspielzeug, das prima dafür geeignet ist, an anderen Orten als im Bett benutzt zu werden. Ein in der Vagina platziertes Vibro-Ei kann kabellos vom Liebsten in den unmöglichsten Situationen in Vibration gebracht werden. Wie wäre es mit einer Ausstellung, einem feinen Restaurant oder einer Lesung? Allein die Vorstellung des Ausgeliefertseins bzw. der Macht über die Erregung des anderen kann in erotische Hochstimmung versetzen. Ähnliches gilt für das Weglassen der Unterwäsche unter einem Rock oder Kleid.

Erotik ist mehr als die Vereinigung zweier Körper

Es geht gar nicht darum, in dem Moment auch Sex zu haben und schon gar nicht um einen Orgasmus. Es geht vor allem um das Gefühl, etwas Besonderes miteinander zu teilen, Spaß miteinander zu haben und sich als sexuelles Wesen zu fühlen. Die Erregung beginnt nun einmal zuallererst im Kopfkino. Und das ist natürlich auch keine Alltagskost. Es ist ein Spiel, das wir ab und zu miteinander spielen sollten, um den Spaß an der Erotik zu bewahren und den Sex nicht nur zu einem schnöden Austausch von Körperflüssigkeiten werden zu lassen.

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/spiel-mit-mir/

Ein Plädoyer für Sex Toys

Ein Plädoyer für Sex Toys

Braucht man eigentlich Sex Toys? Nein, braucht man nicht. Ups, was sagt man dazu wohl bei ORION? Ich kann fast hören, wie sie sich gerade ansehen und sagen „Wieso schreibt sie denn so etwas? Sie schreibt das doch für uns!“ Ja, das stimmt. Aber ich sage ja auch nur, dass man sie nicht braucht und nicht, dass sie überflüssig wären. Man kann es durchs ganze Leben schaffen, ohne jemals ein einziges Toy in der Hand gehabt zu haben. Genauso verhält es sich auch mit Schuhen und Handtaschen. Davon brauche ich zum Überleben in der Großstadt auch nur ganz wenig. Trotzdem sind meine Schränke voll. Ich habe mal gezählt, dreiundvierzig Paar Schuhe, Flipflops eingerechnet, und 12 Taschen. Warum ich so viele habe – oder ist das gar nicht viel??? Es ist einfach toll. Aussuchen, kaufen, anziehen, Spaß haben. Und genauso ist es auch mit Sex Toys. Man braucht sie nicht, es macht aber viel Spaß, wenn man sie hat und allein oder mit dem Partner damit herumspielt. Deswegen ist dieser Artikel auch nicht gegen sondern für Sex Toys.

Es gibt Leute, die sagen zu mir, Anja, das brauche ich alles nicht, mir reicht der ganz normale Sex mit meinem Partner. Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Das ist wie mit dem Essen. Es gibt bestimmte Gerichte, von denen man weiß, dass man sie mag und es bestenfalls nicht allzu viel Aufwand braucht, um sie zuzubereiten. Und man ist glücklich damit. Im normalen Alltag ist meist auch gar nicht viel Zeit für anderes. Aber dann ist es plötzlich wieder irgendein Feiertag, der Aufwand ist viel größer und aus dem gemeinsamen Essen wird mehr als nur Nahrungsaufnahme. Oder man wird bei Freunden mit unbekannten Köstlichkeiten überrascht. Und was passiert, wenn man die Geschmacksknospen für die weite Welt der Kochkunst öffnet? Plötzlich entdeckt man, dass es doch noch so viel mehr gibt, als man es vorher gedacht hat. Für jeden Geschmack gibt es etwas, das sich mit mehr oder weniger Aufwand zaubern lässt. Allein oder zu zweit. Essen wird zum Genuss. Für viele ist schon der Akt des Kochens reinste Befriedigung. Und so mancher Kerl wünscht sich dann zum Geburtstag einen Fleischwolf.

Warum also nicht auch beim Sex über den Tellerrand schauen? Was ich sagen möchte, ist, dass Essen und Sex gar nicht so verschieden sind. Beides kann man auf die gewohnte Weise genießen. Oder eben auch fantasievoll und ausgefallen. Man muss sich nur darauf einlassen können und Spaß am Spielen haben. Und was wir heute für eine Auswahl haben! Für Männer, für Frauen, für beide gleichzeitig, zum Reinstecken, zum Auflegen, zum Bemalen, zum Ablecken, zum Massieren, zum Schmecken und Riechen, zum Anziehen und Ausziehen, zum Fesseln, zum Ansehen und Fühlen, zum Schmerzen zufügen und Schmerzen empfangen – für jeden Geschmack und für jede Vorliebe ist etwas dabei.

So mancher Mann macht dabei den Fehler und kommt ungefragt wie ein Elefant im Porzellanladen mit einem Riesen-Dildo nach Hause und wundert sich dann, wenn die Liebste statt Juhu zu schreien empört das Schlafzimmer verlässt. Besser ist es, gemeinsam nach einem passenden Toy zu schauen und das vielleicht auch gleich schon zu einem Teil des Liebesspiels werden zu lassen. Und dann kann man ja mit den einfachen Dingen anfangen. Ein wärmendes Massageöl verwöhnt den Partner und stimmt ihn oder sie mit Sicherheit auf weitere Vorschläge ein. Mit einem Vibrator lassen sich ganz neue Empfindungen wecken und eine Augenbinde schärft die anderen Sinne, so dass jede Berührung und jedes Geräusch viel intensiver wahrgenommen wird. Ein kleiner Angstschauder und ein leichter Schmerz haben auf so manchen eine extrem luststeigernde Wirkung. Es gibt so viel zu entdecken, packen wir es an!

Ja, das alles kostet Zeit. Aber das sollten wir es uns wert sein!

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/ein-plaedoyer-fuer-sex-toys/

 

Endgültig älter – die Entdeckung einer neuen Lebensphase

Nicht mehr lange, dann bin ich exakt Mitte 40 und nicht länger Ende Anfang 40. Da kann ich mich ein paar Jahre halten und behaupten, ich sei Anfang Mitte 40, Mitte Mitte 40 und Ende Mitte 40. Als ich 25 Jahre alt war, habe ich dieses Spiel auch so lange gespielt, bis die 30er kamen, allerdings mit Buchstaben, 25a, 25b, 25c usw., bis ich selber durcheinander kam. Diesmal werden es die 50er sein, die das Spiel mit den 40ern endgültig beenden werden. Aber das dauert ja noch. Und bis dahin fällt mir auch bestimmt wieder etwas Neues ein, was ich dann sagen kann. Außerdem ist es heute ja fast chic, in diesem Alter zu sein.

Wenn sich das Älterwerden nicht mehr ignorieren lässt

Einen großen Unterschied zu meinen 25 von damals gibt es heute auf jeden Fall. Damals wurde ich zwar auch älter, aber irgendwie nur auf dem Papier. Körperliche Veränderungen habe ich nicht wahrgenommen. Das Gewicht ging ohnehin immer mal rauf und runter, Sport hinterließ zuweilen Muskelkater, Sex fand mal statt und mal nicht und die Stimmung war sowieso immer wechselhaft. Als ich vor ein paar Jahren an einer Ampel im Rückspiegel meines Wagens die grauen Haare am Scheitel entdeckte, traf mich die Erkenntnis, dass auch ich tatsächlich älter werde, wie ein Faustschlag. Ein paar Wochen Depression, dann hatte ich diese Wahrheit akzeptiert. Der Prozess ist schleichend und entzieht sich so normalerweise meiner Wahrnehmung. Heute mit Mitte 40 kommt allerdings eine wirklich umwälzende und nicht länger zu verdrängende Veränderung auf mich zu. Das Ende meiner Fruchtbarkeit naht und mein Körper wird sich in einem rasanteren Tempo verändern, als er es bisher getan hat. Wenn man mal von den Gewichtsschwankungen absieht.

Meine ganz persönlichen Wechseljahre

Nun frage ich mich natürlich, wann genau das losgeht. Bei manchen Frauen beginnt die Hormonumstellung unbemerkt schon mit Ende 30. Ich bin Mitte 40, äh Ende Anfang 40, könnte also sein. Noch scheint aber alles ganz normal zu sein. Wobei, wenn ich genau darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich keine Gewichtsschwankungen mehr habe. Zumindest nicht nach unten. Sind das die Wechseljahre? Oder ist das nur das gute Essen, das mir heute wichtiger ist als früher das Tanzen? Dass mir morgens manchmal die Gelenke schmerzen, liegt wohl auch eher am fortschreitenden Alter. Denn nur Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind tatsächlich eindeutige Anzeichen für das Klimakterium, alles andere hat oft andere Ursachen. Mehrmals pro Woche habe ich tatsächlich sturzbachähnliche Schweißausbrüche. Aber immer nur in der Sauna. Nach einer kalten Dusche fühle ich mich dann wie neugeboren. Das kann es auch nicht sein. Die Pille verhindert unregelmäßige Blutungen. Wer sie nimmt, findet hier also auch keinen eindeutigen Indikator. Hm.

Wir selber sind es, die den Wechseljahren die Bedeutung zuschreiben

Ein Drittel aller Frauen kommt beschwerdefrei durch die Wechseljahre– mit etwas Glück gehöre ich dazu -, ein Drittel hat nur leichte Beeinträchtigungen und lediglich ein letztes Drittel leidet unter ernsthaften Beschwerden – dazu gehöre ich hoffentlich nicht. Früher hat man die Wechseljahre zu einer Art Krankheit erklärt und bei dem ersten Anschein von Beschwerden sofort Hormone verschrieben. Bis eine amerikanische Studie 2002 belegte, dass dadurch das Brustkrebs- und Herzinfarktrisiko signifikant erhöht würde. Diese Ergebnisse wurden mittlerweile in einer dänischen Studie widerlegt. Bei ausgeprägten Beschwerden können sich Frauen heute Hormone für eine Dauer von bis zu zwei Jahren und mit der geringstmöglichen Dosis verschreiben lassen.

Früher wurde eine Frau auch mit Mitte 40 für alt erklärt, sie hatte Kinder zu haben, einen Ehemann glücklich zu machen, den Haushalt zu führen und Sex war etwas für die Jugend. Das ist ja heute ganz anders. Frauen mit Mitte 40 können fast alles machen, was sie wollen, sie können allein leben, sie können noch heiraten, sie können sogar noch Kinder bekommen, sie können Sex und beruflichen Erfolg haben. Sie sind heute attraktiv und interessant. Im Idealfall wissen sie genau, was sie wollen.

Juhu, endlich keine Regel mehr!

Wenn ich also vielleicht gar keine Beschwerden haben werde, warum sollte ich mir dann Gedanken machen? Sehen wir es mal positiv, das Ganze hat auch etwas Gutes. Ich bin mit den Jahren reifer geworden, ruhiger, irgendwann werde ich nicht mehr von Blutungen überrascht und brauche auch vor einer ungewollten Schwangerschaft keine Angst mehr zu haben. So manche Frau berichtet übrigens auch von unerwarteten heißen Lustattacken. Vielleicht habe ich da ja auch Glück…. Seit Sexshops salonfähig geworden sind, wissen viele Frauen und Männer die Vorzüge von Gleitmitteln auch schon vor dem Alter durchaus zu schätzen. Wenn also die Scheidenwände nicht mehr so gut durchblutet werden und die natürliche Feuchtigkeit bei Erregung nachlässt, wird der Griff zur Feuchtigkeitscreme dann schnell zur Gewohnheit. Und überhaupt, auch an den Männern geht das Alter ja nicht spurlos vorbei. Gehen wir also nicht zu hart mit uns ins Gericht!

Ein Kind mit über Mitte 40?

Einen großen Wermutstropfen gibt es dennoch. Für Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch ist der Beginn der Wechseljahre ein ernsthaftes Problem. Aber erst wenn ein Jahr lang keine Periode mehr stattgefunden hat, ist es endgültig vorbei mit der Fruchtbarkeit. Wer jetzt nicht schwanger war, wird es auch nicht mehr. Dieser Zeitpunkt ist im Schnitt mit 52 Jahren erreicht. Bis dahin ist die Möglichkeit einer Schwangerschaft theoretisch noch gegeben. Wäre da nicht die Gesellschaft, die es verurteilt, wenn eine Frau mit Mitte 40 und darüber hinaus noch Nachwuchs haben möchte. Kaum einer regt sich auf, wenn Männer mit über 50 noch Kinder zeugen, solange die Frau entsprechend jung ist. Ich bin mir aber ganz sicher, dass sich auch für Frauen diese Grenze verschieben wird. Sei es durch die medizinischen Möglichkeiten, sei es weil sich unsere Lebensspanne weiter verlängert oder weil wir noch offener mit den unterschiedlichen Lebensentwürfen umgehen.

Der G-Punkt – Auf der Suche nach dem heiligen Gral der weiblichen Lust

IMG_0236

Der G-Punkt. Gibt es ihn nun oder gibt es ihn nicht? Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Und in der Wissenschaft bleibt das Rätsel um diese verborgene erogene Zone ungelöst. Ab und zu gibt es in den Medien die Meldung „Juhu, endlich haben wir den G-Punkt gefunden!“ Dann kommt eine gegenteilige Nachricht. Man kann sich natürlich fragen, warum es bis heute nicht möglich ist, diesen Punkt bzw. diese Zone medizinisch nachzuweisen. Aber denken wir einmal an die Klitoris. Dass diese nicht nur aus der sichtbaren Eichel besteht, sondern weit in den Körper hineinragt, wurde auch erst 1998 von der Australierin Dr. Helen O’Connell nachgewiesen. Wer weiß, welche Entdeckungen da noch auf uns warten!

Was wissen wir denn wirklich?

Der G-Punkt befindet sich ungefähr fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt an der vorderen Scheidenwand. Fakt ist, dass sich ein Teil der Klitoris in diesem Bereich um die Harnröhre schmiegt. Fakt ist, dass es genau hier um die Harnröhre herum auch die sogenannten Skene-Drüsen gibt. Diese füllen sich bei Erregung mit einer Flüssigkeit und sind dann fühlbar. Bei der richtigen Stimulation können sich die Drüsen in Form der weiblichen Ejakulation entleeren. Können sie, müssen sie aber nicht. Und ob eine Frau die Stimulation dieses Bereichs nun erregend findet oder nicht, hängt von ihrem subjektiven Empfinden, ihrer Erregung und natürlich auch dem Können ihres Liebhabers oder ihrer Liebhaberin ab.

Die herrliche Unberechenbarkeit der erogenen Zonen

Mit dem G-Punkt verhält sich wie mit allen erogenen Zonen. Wir empfinden die Berührung ganz unterschiedlich. Nehmen wir einmal unsere Brustwarzen. Die eine Frau mag eine leichte Berührung, die andere Schmerz. In der falschen Situation kann aber auch jede Berührung als unangenehm empfunden werden. Und auch mit einem neuen Partner kann sich die Berührung ganz anders anfühlen. Warum also sollte ausgerechnet der G-Punkt bei allen Frauen immer gleich funktionieren??? Aber genau das ist es, das viele Frauen und Männer unter Druck setzt. Die Entdeckung des G-Punktes um jeden Preis.

Manche sagen auch, der G-Punkt sei die weibliche Prostata. Ich würde es anders herum formulieren: Die Prostata ist der männliche G-Punkt. Und da kommen wir der Sache schon auf die Spur. Denn die Stimulierung der Prostata kann für einen Mann sehr erregend sein. Kann, muss aber nicht. Denn nicht jeder Mann ist offen für diese Form der Berührung. Und so ist es eben auch nicht jede Frau. Am Ende ist es Wortklauberei. Wichtig ist nur, dass wir unseren Körper kennen, dass wir wissen, welche Berührungen wir mögen und dass wir uns bei der Suche nicht unter Druck setzen. Denn das ist meines Erachtens das große Problem mit dem G-Punkt.

Wie wäre es mit einer Gebrauchsanweisung, die Spaß macht?

Nehmt euch Zeit für diese Entdeckungsreise, damit euer G-Punkt die Gelegenheit hat, anzuschwellen und dadurch spürbar zu werden. Begebt euch am besten zuerst allein auf diese Suche. Euren Liebsten könnt ihr später hinzuziehen, wenn ihr euch schon mit eurem Körper vertraut gemacht habt. Ich habe mit viele Frauen gesprochen, die sich mit ihrer Vagina im Grunde nur beim Sex oder beim Waschen beschäftigen. Dabei geht es viel um Scham, Erziehung und auch einfach Unwissenheit. Und so ist es jetzt oft das erste Mal, dass eine Frau ihre eigene Vagina mit den Fingern erforscht. Als Vorbereitung könnt ihr euch einen Handspiegel nehmen. Zieht euch jetzt aus und macht es euch bequem. Ihr könnt auf dem Rücken liegen oder euch sitzend an der Wand anlehnen. Zuerst schaut ihr, wie eure Vulva aussieht. Könnt ihr Klitoris, Harnröhreneingang, Vaginaleingang, Damm und Anus sehen? Welche Form und Farbe haben die inneren und äußeren Schamlippen ? Welche Berührungen fühlen sich angenehm an? Nehmt etwas Gleitgel auf einen Finger und dringt nun in eure Vagina ein. Beim Anspannen des Beckenbodens könnt ihr einen ringförmigen Muskel tief fühlen. Dieser umschließt euren Finger. Ungefähr eine Fingerlänge im Inneren befindet sich nun eine rauhe, geriffelte Fläche. Juhu, gefunden! Das ist euer G-Punkt! Dieser Bereich ist bei jeder Frau verschieden groß. Bei Erregung füllt er sich mit Flüssigkeit und wird fühlbar. Erforscht ihn ausgiebig, drückt sanft oder rollt mit dem Finger darüber. Manche Frauen finden ihn nicht sofort. Das macht nichts. Wartet einfach ab oder versucht es ein anderes Mal.

G-Punkt Handbuch für Sexgötter

Yella Cremer ein Buch über diese Thema geschrieben. In ihrem „G-Punkt Handbuch für Sexgötter“ nimmt sie dem Leser – und sie wendet sich hier speziell an den Mann – gleich zu Anfang den Druck, indem sie den G-Punkt ein „nice to have“ und kein „Muss“ nennt. Das gefällt mir sehr, denn auf diese Weise bekommt man Lust , sich auf die Suche zu machen. Der Weg ist das Ziel und selbst wenn man den G-Punkt nicht entdeckt, so bereitet schon die Suche viel Vergnügen. Yella beschreibt in ihrem Buch viele Techniken, mit denen sich der weibliche Körper lustvoll erforschen lässt. Und schon deswegen möchte ich dieses Buch allen Männern- und auch Frauen- empfehlen.

Als sie vor ein paar Wochen zu Besuch in Hamburg war, haben wir einen wunderbaren Nachmittag miteinander verbracht. Es ist immer spannend zu sehen, auf wie unterschiedliche und vielfältige Weise wir uns mit dem Thema Sexualität beschäftigen können. Danke dir, Yella! Und der Leserin und dem Leser meines Blogs wünsche ich viel Spaß bei der Suche nach dem heiligen Gral der weiblichen Lust!