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Entdecke Deine Lust!

Alle Welt redet von der Gleichberechtigung und auch im Bett soll alles ausdiskutiert werden. Verhandlungsmoral nennt sich das – wie du mir so ich dir. Aber wie oft kommt es doch immer wieder vor, dass eine Frau zwar von ihrem Partner erwartet, dass der weiß, wie er sie glücklich machen kann, aber selber keine Ahnung hat, wie das geht. Solche Unterhaltungen führe ich gar nicht so selten. Da frage ich dann gern, ob die Frau selber weiß, wie sie zum Orgasmus kommt. Wenn die Antwort nicht eindeutig ist, wird klar, dass sie tatsächlich keine Idee davon hat, was ihr guttut. Da ist es natürlich einfach, die Verantwortung abzugeben und dann zu meckern. Das gibt es heute nicht mehr, meint Ihr? Oh doch, viel mehr sogar als man glaubt. Was soll sie also machen? Ganz einfach: Sich selber entdecken! Selbstbefriedigung kann vieles sein, aber vor allem ist das eine bombensichere Methode, die eigene Lust zu erforschen und auch beim Sex mit dem Partner besser zu den eigenen Wünschen stehen zu können. Und gibt es die eine ultimative Methode auf dem Weg zum Gipfel der Lust? Nein, es gibt sogar ganz viele!

Die Vielfalt weiblichen Begehrens

Jede Frau macht es sich anders. Wenn man sich einmal das überwältigende Angebot an Vibratoren und Dildos ansieht, könnte man fast glauben, Frauen steckten am Liebsten etwas in sich hinein. Aber das stimmt so nicht ganz. Der Sexualforscher Alfred Kinsey stellte Anfang der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts bei der Befragung von 6000 Frauen fest, dass 95 Prozent bei der Selbstbefriedigung einen Orgasmus erreichten. Das ist ja schon mal ganz ordentlich. 84 Prozent kamen durch die Stimulation der Klitoris und der inneren Labien und nur 20Prozent durch das Einführen von Fingern oder Gegenständen in die Vagina. Mitte der 70er hat die feministische Sexualforscherin Shere Hite Ähnliches herausgefunden. Nun könnte man hier einwerfen, dass diese Zahlen veraltet seien und die Vagina in Zeiten des erzwungenen ehelichen Geschlechtsverkehrs nicht gerade eine Quelle der Lust war. Stimmt. Aber es zeigt doch, dass Frauen einen anderen Umgang mit ihrem Körper pflegen, als es sich das männliche Ego wünschen würde. Ich bitte um Entschuldigung, aber sooo wichtig ist der Penis dann doch nicht für die weibliche Lust. Vielleicht entspannt Euch das ja auch ein wenig.

Dann haben wir ja auch noch den G-Punkt, diese Ansammlung von prostata-ähnlichem Gewebe, das sich um die Harnröhre schmiegt. Bei Lust schwillt dieser Bereich an und verursacht bei so mancher Frau Lustgefühle. Wer hier empfindsam ist, kann durch die gezielte Stimulation nicht nur einen besonderen Höhepunkt erleben, sondern unter Umständen auch noch ejakulieren. Aber nur, wer hier empfindsam ist. Und das sind nicht alle Frauen. Manche Frauen fühlen sogar gar nichts und andere verspüren nur Harndrang. Und wieder andere finden diese geheime Stelle nur zusammen mit einem bestimmten Partner und mit dem nächsten nicht mehr. Und auch nicht jede Frau findet es erstrebenswert, das Bett tatsächlich mit einer eigenen Ejakulation zu befeuchten. Abgesehen davon, dass Squirting im Gegensatz zur männlichen Ejakulation gar nicht mit einem Orgasmus verbunden sein muss. Der G-Punkt ist daher eine etwas unzuverlässige Adresse für einen sicheren Orgasmus.

Hotspot Nummer Eins ist und bleibt die Klitoris. Dank der australischen Chirurgin Helen O’Connell wissen wir seit 1998 (!), dass sich die Klitoris weit über die sichtbare und hochempfindliche Spitze hinaus mit einem schlauchfömigen und bis zu zehn Zentimeter langen Schwellkörpergewebe in das Innere des Körpers zieht und den Vaginaleingang und die Harnröhre umschließt. Wenn wir also diese kleine Perle mit ihren 8000 Nervenenden am oberen Ende der inneren Labien stimulieren, ist das der sicherste Weg zu einem Orgasmus. Und was können wir da alles nehmen? Unsere Hände, die Sofalehne, einen gezielten Wasserstrahl, Auflegevibratoren, die sich schön an den Körper schmiegen, alle anderen Vibratoren. Apropos Auflegevibratoren, ich finde ja, da könnten die Entwickler gern noch etwas mehr Arbeit investieren. Denn davon brauchen wir definitiv mehr!

Die wunderbare Welt der sexuellen Vielfalt

Auflegen, reinstecken, rumrubbeln? Es gibt kein Patentrezept für die beste Selbstbefriedigung. Was ja auch gut ist, weil wir dadurch viel mehr Möglichkeiten haben und immer wieder etwas Neues entdecken können. Auch unsere Vorlieben können sich im Laufe der Zeit verändern. Und dann gibt es zudem noch dauernd neues Spielzeug. Yippie, es gibt also immer wieder etwas zu entdecken, wenn wir nur experimentierfreudig genug sind! Überlassen wir unsere Lust nicht jemand anderem, nehmen wir sie lieber selber in die Hand! Werfen wir das Kopfkino an und lassen unsere Fantasie spielen. Und wenn wir das getan haben, weihen wir unseren Partner ein. Das wird dem mit Sicherheit sehr gefallen.

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Keine Ausreden mehr! Her mit dem Kondom!

Dank gezielt gestreuter Werbung weiß heute fast jeder, dass Kondome Schutz bieten vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen (STI). . In der Schule wird heute früh aufgeklärt. An Holzdildos oder Bananen lernen die SchülerInnen das Aufziehen teilweise lange vor dem ersten Ernstfall. Früher war das anders. Mein erster Kontakt war auf einem Geburtstag bei einer Schulfreundin. Da war ich vielleicht zwölf und hatte von Tuten und Blasen noch wirklich keine Ahnung. Die Jungs zogen die Kondome auf einer öffentlichen Herrentoilette aus dem Automaten und funktionierten sie zu Wasserbomben um. Dies sorgte für großes, aber auch peinlich berührtes Gelächter. Welchem Zweck die Kondome eigentlich dienten, das wusste ich noch nicht wirklich. Ob die anderen es wussten? Das glaube ich eigentlich auch nicht. Heute ist das ja nun zum Glück etwas anders. Die Mach’s mit-Plakate und die lustigen TV-Spots der BzgA haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Kondome gesellschaftsfähig geworden sind. Die Hemmschwelle beim Kauf und Gebrauch wurde eindeutig gesenkt. Trotzdem gibt es immer noch eine Menge Stolperfallen auf dem Weg zum sicheren Sex. Und zwar nicht nur bei AnfängerInnen. Auch ältere Menschen, die sich nach einer langen Partnerschaft ins sexuelle Abenteuer stürzen, haben hier oft noch keine Erfahrungen.

Die erste Hürde: Der Einkauf

Möchte man ein Kondom benutzen, muss man erst einmal eines haben. Man kann sie an vielen verschiedenen Orten kaufen: In der Apotheke, in der Drogerie, im Supermarkt, im Sexshop oder ganz anonym im Internet. Für gestandene Liebhaber und Liebhaberinnen stellt es kein Problem dar, sich mit der sichtbaren Ankündigung von Sex in die Schlange an der Kasse einzureihen. Für die Schüchternen und auch die Anfänger sieht das hingegen doch häufig etwas anders aus. Somit kann das schon die erste Hürde sein, an der sie scheitern. Dabei fällt mir auf, dass ich häufiger gedankenverloren auf die Waren auf dem Fließband vor mir starre – Kondome habe ich auf dem Laufband aber noch nie gesehen. Ein Supermarkt scheint nicht die erste Adresse zu sein, wenn es um derart persönliche Einkäufe geht. Vertrauenerweckende Apotheken oder der anonyme Versand über das Internet sind da schon eher geeignet.

Ein, zwei, drei – Welche Sorte wünsche ich mir herbei?

Die nächste Frage: Welches Kondom soll es denn sein? Mit Geschmacksrichtung, farbig, feucht oder trocken, mit Noppen oder im Dunkeln leuchtend. Es gibt hauchdünne Kondome und auch dickere, die besonders gut für den Analverkehr geeignet sind. Innen mit Benzocain oder Lidocain beschichtete Kondome sollen die Empfindlichkeit der Eichel herabsetzen. Das soll Männern helfen, die unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden. Hier hat jede/r eigene Vorlieben. Wichtig ist, dass das Kondom das Prüfsiegel CE hat und  sich noch innerhalb des Haltbarkeitsdatums befindet. Vor dem Kauf also kurz innehalten und überlegen, welches es denn nun genau sein soll.

Weniger ist manchmal mehr

Die richtige Größe ist absolut wichtig. Ein zu kleines Kondom kann reißen. Ein zu großes Kondom (und Männer neigen gern zu Übertreibungen) kann abrutschen. Penisse sind nun einmal von Träger zu Träger sehr unterschiedlich. Und so gibt es Kondome auch in verschiedenen Größen und Formen. Entscheidender als die Länge ist zwar der Umfang. Trotzdem ist beides wichtig. Also nehmt euch ein Maßband und messt euren Liebling aus. Die Länge wird im erigierten Zustand von der Peniswurzel bis zur Eichel gemessen und der Umfang an der dicksten Stelle. Auf der Seite der BzgA gibt es als Hilfe ein Online-Kondometer. Mit dem könnt ihr ganz einfach herausfinden, welche Kondomgröße ihr habt.

Aufgepasst bei der Lagerung!

Endlich habt ihr das richtige Kondom gefunden und gekauft. Jetzt muss es im passenden Moment auch zur Hand sein. Entgegen der allgemeinen Gewohnheit sind Portemonnaie oder  osentasche keine guten Aufbewahrungsorte. Hier kann das Material durch Reibung, Druck und Wärme porös werden und beim Gebrauch reißen. Das wäre blöd. Besser ist es daher, Kondome in einer kleinen Schachtel oder Dosen aufzubewahren. Aufpassen im Urlaub: Temperaturen über 30 Grad sind ebenfalls schlecht für das Material!

Seid mutig und übernehmt Verantwortung

Endlich geht es zur Sache und der Augenblick der Glückseligkeit naht. Doch wie sagt ihr nun, dass ihr ein Kondom dabei habt? Denkt er, ihr seid leicht zu haben, wenn ihr vorsorgt? Denkt sie, ihr würdet nur das Eine wollen? Diese Gedanken plagen weniger die erfahrene Liebhaber und Liebhaberinnen oder Beziehungserprobte. Vielmehr sind dies Gedanken, die eher junge oder unerfahrene Menschen aus Scham davon abhalten, für sich selber zu sorgen. Sie halten davon ab, sich zu schützen. Ganz besonders, wenn die Schwangerschaftsverhütung schon durch ander Verhütungsmethoden gesichert ist. Kondome schützen aber nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften. Sie sind ein fester Bestandteil des Safer Sex und schützen somit auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Mit denen ist nun wirklich nicht zu spaßen. Seid also mutig: Holt das Kondom einfach raus und haltet es eurem Liebspartner oder eurer Liebespartnerin vor die Nase. Oder legt es ganz selbstverständlich auf den Nachttisch, klemmt es zwischen die Zähne, redet darüber. So ein Kondom könnt ihr auch in das Liebesspiel einbeziehen. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, es mit den Lippen überzustreifen? Oder es direkt an einen kleinen Handjob anzuschließen? Oder macht eine große Show daraus? Abrakadabra Fidibus! Humor schadet sowieso nie und lockert so manche befangene Stimmung auf.

Gewusst wie

Kondompackungen sollten immer auf der gezackten Seite aufgerissen und vorsichtig aus der Hülle gezogen werden. Scheren sind hier ein Tabu. Genauso wie spitze oder eingerissene Nägel könnten sie das Material verletzen. Passt also gut auf. Ein noch so kleiner Riss kann Jahre später zu einer Einladung zum Abiball eures Kindes führen. Das kleine Reservoir oben am Kondom wird später das Sperma auffangen. Dafür muss genügend Platz da sein. Deshalb wird es beim Aufziehen mit zwei Fingern zusammengedrückt. Nun wird das Kondom auf die Eichel gelegt und vorsichtig über dem Penis abgerollt. Wenn sich das Kondom so gar nicht abrollen lässt, liegt es vermutlich falsch herum. Aufgepasst! Schon vor dem Sex können sich erste Lusttropfen mit Spermien auf der Eichel befinden. Deshalb darf es nicht einfach umgedreht werden. Hier muss auf jeden Fall ein neues KOndom her! Wenn ihr Latexkondome benutzt, dürfen diese nicht mit öl- oder fetthaltigen Gleitmitteln verwendet werden, da auch davon das Material porös wird. Ein Tipp noch: Wenn ihr den Penis oder auch ein Sextoy aus Vagina oder Anus herauszieht, solltet ihr das Kondom festhalten, damit es nicht am Ende aus Versehen abrutscht oder hängenbleibt. Stürzt ihr euch erneut ins Vergnügen, muss natürlich ein neues Kondom her!

 

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Herzlich Willkommen in den Wechseljahren!

Vor einiger Zeit war Angelina Jolie mit der vorsorglichen Entfernung ihrer Brüste ganz groß in der Presse: Statt des lauernden Brustkrebsrisikos lieber gleich die Prophylaxe, hatte sie sich gedacht. Ein wichtiges Thema für alle Frauen, die sich ebenfalls mit der Vererbbarkeit dieser immer noch viel zu oft tödlichen verlaufenden Krankheit. Um ihr nächstes Thema war es zwar etwas weniger laut. Dafür betraf das tatsächlich alle Frauen. Denn Jolie liebt ihre Menopause und machte daraus auch öffentlich keinen Hehl. Ich muss zugeben, dass mir diese Schlagzeile sehr gelegen kam. Wechseljahre, Menopause, Klimakterium, wie auch immer wir es nennen, es scheint wie das Damoklesschwert über unseren Köpfen zu schweben. Auch über meinem. Wir können es nicht verhindern. Früher oder später trifft es uns alle. Unsere Hormone spielen wie in der Pubertät verrückt. Aber statt uns zu überfluten, ziehen sie sich jetzt zurück. Das wirklich Einschneidende daran ist wohl, dass wir unsere Fruchtbarkeit verlieren. Und damit unterscheidet sich diese Lebensphase ganz eindeutig von den so oft beschworenen und heiß umstrittenen Wechseljahren des Mannes. Aber verbirgt sich hinter den Wechseljahren nicht auch die Chance auf eine neue Lebenserfahrung?

Eindeutige Anzeichen gibt es kaum

Wann geht das Ganze eigentlich los und woran merkt man es? Durch die Entfernung ihrer Eierstöcke, die für die Östrogenproduktion verantwortlich sind, hat sich Angelina Jolies 40-jähriger Körper vorzeitig in die Wechseljahre begeben. Aber womöglich ist das auch gar nicht vorzeitig. Denn bei manchen Frauen beginnt die Hormonumstellung unbemerkt tatsächlich schon mit Ende 30. Dann könnte das bei mir erst recht jeden Tag losgehen. Ich beobachte das übrigens sehr genau. Noch scheint alles ganz normal zu sein. Wobei mir gerade auffällt, dass ich keine Gewichtsschwankungen mehr habe. Zumindest nicht nach unten. Könnten das die Wechseljahre sein? Oder liegt das nur an dem guten Essen, das mir heute wichtiger ist als früher das Tanzen? Die Pille verhindert unregelmäßige Blutungen. Wer sie nimmt, findet hier also auch keinen eindeutigen Indikator. Auch für meine Gelenkschmerzen hat sich eine andere Erklärung gefunden. Hm. Neulich hatte ich unvermutet plötzlich einen Schweißausbruch. Ah, dachte ich, seit heute 13:20 Uhr bin ich in den Wechseljahren. Denn nur Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind tatsächlich eindeutige Anzeichen für das Klimakterium, alles andere hat eben oft ganz andere Ursachen. Naja, für meinen Schweißausbruch waren vermutlich der Klimawandel und mein viel zu dicker Wintermantel verantwortlich, denn ein weiterer erfolgte bisher nicht. Ich drehe die Uhr daher wieder auf Null und warte auf das nächste Anzeichen. Es kann tatsächlich auch sein, dass ich bis Mitte 50 warten muss, ehe es losgeht. So unterschiedlich ist das nämlich.

Sind die Wechseljahre in Wirklichkeit ein Mythos?

Wenn Frauen früher in die Menopause kamen, wurden ihnen ohne Umschweife Hormonpräparate verschrieben. Allen möglichen Beschwerden sollte der Garaus bereitet werden: Schlafstörungen, die erwähnten Hitzewallungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwächen, sexuelle Lustlosigkeit. Ob andere Ursachen wie pubertierende Kinder, anstrengende Ehemänner oder Stress im Job dahinterstecken könnten, wurde überhaupt nicht gefragt. Es wäre ja auch so schön, wenn wir unsere Probleme in dieser Lebensphase ganz einfach auf den Hormonwechsel schieben könnten. „Du hast habe schlechte Laune? Ach, das sind wohl die Wechseljahre! Da kannst Du doch gar nichts dafür!“ So einfach ist das aber nicht. Wenn ich heute mit Frauen spreche, finden wir für die Probleme oft eine ganz einleuchtende Erklärung aus dem aktuellen Lebensumfeld. Die Auffassung von den Wechseljahren als Krankheit hat sich zum Glück auch in der Medizin geändert. Heute können sich Frauen bei ausgeprägten Beschwerden zwar Hormone in der geringstmöglichen Dosis für die Dauer von bis zu zwei Jahren verschreiben lassen. Aber nur ein Drittel aller Frauen hat überhaupt solche ernsthaften Beschwerden! Ein Drittel merkt gar nichts und ein weiteres Drittel hat nur leichte Beschwerden. Ich habe beschlossen, dass ich zu dem Drittel ohne Beschwerden gehören werde. Oder schon gehöre, wer weiß. Vielleicht merke ich ja einfach nur nichts.

Die Psychologin Kerstin Weidner von der Universität Dresden hat 1400 Frauen in allen Altersgruppen befragt. Und siehe da, bis auf Hitzewallungen und Schweißausbrüche kamen alle anderen der normalerweise mit den Wechseljahren in Verbindung gebrachten Beschwerden in allen anderen Altersgruppen genauso vor. „Wir haben festgestellt, dass die körperlichen Beschwerden mit dem Lebensalter allmählich zunehmen, aber keinen Höhepunkt in den Wechseljahren haben“, so das Statement. Und so gebe es auch keine psychischen Symptome der Wechseljahre. Ich denke aber, dass es für Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch sehr schwer ist, dieser neuen Lebensphase freudig entgegenzublicken. Und da kann Frau Jolie sich mit ihren sechs Kindern nun wirklich nicht beschweren. Der Grund für diese Trauer sind aber nicht Wechseljahrsbeschwerden, sondern Trauer um eine sich dem Ende zuneigende Lebensphase. Endgültig vorbei ist es mit der Fruchtbarkeit aber erst, wenn die Periode ein Jahr lang ausgeblieben ist. Wer dann nicht schwanger war, wird es auch nicht mehr. Im Schnitt ist dieser Zeitpunkt erst mit 52 Jahren erreicht. Bis dahin ist es theoretisch noch möglich, ein Kind zu bekommen.

Wir selbst bestimmen, wer wir in und nach der Menopause sind

Früher wurde eine Frau mit Mitte vierzig für alt erklärt. Kinder waren genauso Lebensaufgabe wie einen Ehemann glücklich zu machen. Frauen hatten den Haushalt zu führen und Sex war etwas für die Jugend. Puh, gottseidank ist das heute anders. Zumindest in meiner Welt. Wir können fast alles machen, was wir wollen, wir können allein leben, wir können noch heiraten, wir können sogar noch Kinder bekommen, wenn es klappt. Wir sind viel selbstbewusster und wissen, was wir wollen. Auch in sexueller Hinsicht. So manche Frau bricht aus alten Bahnen aus und entdeckt jetzt erst ihre Sexualität. Frauen in den Wechseljahren sind heute attraktiv und interessant, siehe Jolie, auch wenn die nun besonders früh damit angefangen hat. Die Sorge um unerwünschte Schwangerschaften fällt weg. Und juhu, endlich keine Regel mehr! Darauf freue ich mich besonders.

 

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Weltverhütungstag – Eine Chance für die Lust

Zum achten Mal jährt sich am 26. September der 2007 ins Leben gerufene Weltverhütungstag, der einmal rund um den Globus herum das Bewusstsein für Verhütungsmittel schärfen soll. In Deutschland sind wir mittlerweile sehr gut aufgestellt. Eine aktuelle Repräsentativerhebung der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) ergab, dass drei Viertel der sexuell aktiven Bevölkerung zwischen 18 und 49 Jahren Verhütungsmittel anwenden. Auch bei den Jugendlichen gebe es nichts zu beanstanden: Verhütung funktioniere so gut wie nie zuvor, wie die letzte Studie zur Jugendsexualität der BZgA zeigt: „Dies gilt ganz besonders für deutsche Jugendliche, aber auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat sich das Verhütungsverhalten verbessert.“ Ebenso ist die Zahl der Schwangerschaften minderjähriger Mädchen rückläufig. Wieder einmal gehen wir mit gutem Beispiel voran.

Pille und Kondom weiterhin auf Platz Eins

Am Liebsten verhüten die Deutschen mit Pille (53%) und Kondom (37%). Und das obwohl die regelmäßige Einnahme der Pille und die richtige Anwendung des Kondoms die Liebeswilligen vor große Herausforderungen stellen. Da das Kondom uns aber immer noch als einzige Methode vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützt, wird es seinen Platz auch jenseits der Verhütung von ungewollten Schwangerschaften noch lange behalten. Erst wenn die Beziehung gefestigt ist und beide Partner sicher sind, gesund zu sein, möchte der eine oder andere noch etwas mehr Intimität und das Kondom kann im Nachttisch liegen bleiben. Nicht so bekannt ist, dass die Sterilisation (Vasektomie und Tubenligatur), also der chirurgische Eingriff, der die Fruchtbarkeit endgültig unterbindet, mit 10% genauso viele Anhänger findet wie die Spirale. Hier liegt der Unterschied in der Altersgruppe. Während sich die 30- bis 39-Jährigen eher für die Spirale entscheiden, findet die Sterilisation ihre Anhänger zumeist unter den 40- bis 49-Jährigen, die mit ihrer Familienplanung dann bereits durch sind.

Verlust der Lust durch Hormone

Ein großer Nachteil der Pille und auch aller anderen hormonellen Verhütungsmethoden besteht allerdings in einer wirklich bedenklichen und auch wenig konstruktiven Nebenwirkung: Lustlosigkeit. Lustlosigkeit?! Ja!!! Eine Pille für die Lust, die die Lust nimmt. Blöd, oder? Aber so paradox das auch ist, liegen die hormonellen Verhütungsmittel doch immer noch ganz vorn auf der Rangliste, allen voran wie schon erwähnt die Pille. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Frauen, die hormonell verhüten, am häufigsten von sexuellen Funktionsstörungen berichten. Frauen, die gar nicht verhüten, haben schon weniger und Frauen, die nichthormonell verhüten, scheinbar die wenigsten Probleme. Ich habe mir dazu die Beipackzettel vorgenommen und siehe da, bei einer von 100 bis einer von 1000 Frauen tritt Lustlosigkeit als unerwünschte Wirkung auf. Ich habe das einmal grob überschlagen. Laut dem statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2011 in Deutschland insgesamt 18,2 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter. Wenn wir die Zahlen der BzgA zugrunde legen und annehmen, dass davon 53% mit der Pille verhüten, kommen wir auf 9,6 Millionen Frauen. Das macht dann 9600 bis 96.000 Frauen, die in Deutschland aufgrund der Pille unter Lustlosigkeit leiden. Das ist eine ganze Menge! Und das ist ja auch noch nicht alles, denn dazu kommen noch die Frauen, die mit anderen Methoden hormonell verhüten.

Auf zu neuen Ufern

Lustlosigkeit kann viele Ursachen haben, aber hier haben wir eine, die definitiv vermeidbar ist. Denn es gibt andere Verhütungsmethoden, die dauerhaft und unauffällig ihre Dienste tun und die Lust nicht beeinflussen. Wie wäre es denn einmal mit einem Richtungswechsel? Hier gibt es auch in Deutschland durchaus noch Aufklärungsbedarf. Denn wozu ein Verhütungsmittel einnehmen, das zwar der Lust dienen soll, diese jedoch nimmt? Eine relativ neue und noch recht unbekannte Methode ist die Kupferkette.

 

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Schokolade statt Sex

1965 sang Trude Herr: „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann!“ 2015 hat sich die Situation komplett verändert. Die Zeitschrift Für Sie startete eine Umfrage und stellte Erschreckendes fest. Heute verzichten von 1000 befragten Frauen 230 lieber auf Sex als auf Schokolade. Das kann ich noch nachvollziehen, liebe ich doch Schokolade auch so sehr. Aber 190 Frauen würden sogar für ein Schaumbad auf Sex verzichten! Also das sollte uns doch nun wirklich zu denken geben! Schaumbad statt Sex? Uns Frauen hingegen würden 62% der Männer für ein gutes Fußballspiel und 72% für ein neues Computerspiel sitzen lassen. Gut, das mit dem Fußball ist mir auch schon einmal passiert. Es ist aber auch blöd, wenn man gerade beim entscheidenden Pokalspiel Lust bekommt. Man sollte eben nie versuchen, mit einer zeitlich klar begrenzten Lieblingsbeschäftigung zu konkurrieren. Schokolade, Schaumbad, Fußball – was ist denn da nur passiert?!

Wie das Fernsehen unsere Vorstellungen prägt

Unsere Erwartungen an den partnerschaftlichen Sex sind hoch. Eigentlich soll es gern jedes Mal der ganz große Knall sein. Und wenn wir uns einmal in den Medien umsehen, scheint es so zu sein, als wäre Sex ein Allheilmittel. Nicht nur dass er – regelmäßig ausgeübt – gesund ist und die Lebenserwartung steigert. Nein, er schweißt auch zusammen. Es wird suggeriert, dass Sex ein immerwährender Quell der Lust und Leidenschaft sei. Unabhängig von der Qualität einer Beziehung. Unabhängig von der ursprünglichen Funktion von Sex, nämlich der Fortpflanzung – die für viele Menschen zu bestimmten Zeiten im Leben von elementarer Bedeutung ist. Und auch unabhängig von dem Können des Liebhabers und der Liebhaberin. Ich möchte das an zwei unterschiedliche Genres festmachen:

  1. Shades of Grey war gestern. Heute ist Outlander. Die ganz große Liebesgeschichte mit allem, was das Frauenherz begehrt: Begehren, Lust, Liebe, Vertrauen, Romantik. Erst waren es die vielen Bände der Highland-Saga, die verschlungen wurden. Dann war es die TV-Serie, die es im Sommer mittwochs ab 20:15 Uhr fast unmöglich macht, sich mit einer Freundin zu verabreden. Es ist aber auch zu schön, was wir da sehen! Kurz hatte ich mich gefragt, ob das nicht schon in die Kategorie Softporno fällt. In Wollust miteinander verschlungene perfekte Körper, die sich bei jeder Gelegenheit genussvoll gegenseitig entdecken, miteinander spielen und dann miteinander schlafen. Hier haben wir die erste Stolperfalle: Wir dürfen nicht vergessen, dass die beiden gerade am Anfang ihrer Beziehung bzw. Ehe stehen. Statistisch belegt ist, dass sich die sexuelle Aktivität schon im ersten Beziehungsjahr von 10 bis 12 Mal im Monat auf 7 bis 8 Mal halbiert. Nach 6 bis 10 Jahren liegen wir bei 5 Mal Sex im Monat. Danach bleibt die Zahl der sexuellen Begegnungen ziemlich konstant. Erst nach 30 Jahren geht es noch einmal etwas runter auf 3 Mal.
  1. Die erigierte Welt der Pornografie. Hier wimmelt es nur so von großen Schwänzen und feuchten Muschis. Lust und nackte Tatsachen, wohin das überwiegend männliche Auge blickt. Beziehungen, Intimität und Nähe spielen keine Rolle. Das ist sozusagen der Gegensatz zur Highland-Saga. Es wird gevögelt, was das Zeug hält. Da gibt es keine sexuellen Probleme wie ausbleibende Orgasmen, fehlende Lust und sexuelle Langeweile, Erektionsstörungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Es wird auch nicht unbedingt geredet und gelacht. Niemand fühlt sich unattraktiv und gehemmt. Nein, hier geht immer alles. Und beide – oder alle, je nach Genre – haben gleich viel Lust und ein gemeinsames Ziel: Kommen und abspritzen. Nun könnte man meinen, das seien doch nur Pornos und keine Realität. Leider beeinflusst uns der regelmäßige Konsum aber viel mehr als wir wahr haben möchten. Wie oft denken Männer, ihre Penisgröße sei nicht ausreichend für befriedigenden Sex. Und wie oft führt eine einzige ausbleibende Erektion vor lauter Erfolgsdruck zu weiteren misslichen Situationen und damit zu einer ernsthaften sexuellen Funktionsstörung? Wie viele Männer und Frauen setzen sich unter Druck, nur ja einen weiblichen Orgasmus bei der Penetration zu erreichen? Im Porno klappt das ja scheinbar auch.

Immer so viel Sex und Lust wie am Anfang einer Beziehung? Fehlanzeige. Immerwährende sexuelle Potenz? Fehlanzeige. Der große Knall jedes Mal? Fehlanzeige. 95% aller heterosexuellen Begegnungen laufen in der Realität auf den vaginalen Geschlechtsverkehr hinaus. Das bedeutet aber im Klartext: Erektion und Orgasmus werden fast jedes Mal erwartet, wenn ein Paar erst einmal mit Sex angefangen hat. Und da soll kein Druck entstehen? Und keine Erwartungshaltung? Da lassen wir doch lieber gleich die Finger davon und essen stattdessen Schokolade. Was können wir aber machen, wenn wir das verändern wollen? Unsere Erwartungshaltung ändern. Sex kann auch schön sein, ohne Penetration und Höhepunkt. Denn Sexualität ist eben nicht nur Lust, Erregung und Orgasmus. Sexualität befriedigt auch die menschlichen Grundbedürfnisse nach Akzeptanz, Nähe, Sicherheit und Geborgenheit. Ganz ohne Druck.

 

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Die weibliche Ejakulation – Ein Geysir der Lust

Lustvolles Gestöhne, seine Hand schiebt sich immer tiefer in sie hinein, reibt an der vorderen Scheidenwand, sie windet sich vor Erregung – und dann passiert es. Mit einem Mal schießt eine klare Flüssigkeit aus ihr heraus. Oh Gott, denkt sie, was ist passiert??? Habe ich etwa gerade gepinkelt??? Das ist oft der erste Gedanke, der einer Frau in den Kopf schießt, wenn sie dieses Erlebnis ganz unerwartet zum ersten Mal hat. Andere Frauen hingegen versuchen vergeblich zu ejakulieren und zweifeln an sich selbst. In der Porno-Szene ist die weibliche Ejakulation, auch Squirting genannt, mittlerweile zum festen Bestandteil des sexuellen Repertoires geworden – sei es nun echt oder gefaked. Im wahren Leben jedoch sind lange nicht alle Frauen und Männer über dieses Phänomen weiblicher Lust aufgeklärt. Und so kommt es häufiger dazu, dass sich Frauen aus Angst vor dieser vermeintlich peinlichen Angelegenheit gar nicht mehr richtig gehen lassen können. Dabei ist die weibliche Ejakulation etwas ganz Natürliches, das große Lustgefühle hervorrufen kann. Aber warum können wir das überhaupt und wie können wir das auslösen?

G-Punkt und Prostata – Gar nicht so verschieden!

Deborah Sundahl stellt in ihrem Buch „Weibliche Ejakulation und der G-Punkt“ die These auf, dass jede Frau die Fähigkeit zur Ejakulation habe. Wer sich auf die Suche begibt, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Hauptakteur ist der G-Punkt. Man kann sagen, er sei eine Art weiblicher Prostata. Oder vielleicht ist die Prostata auch ein männlicher G-Punkt. Nennen wir es, wie wir wollen. Hier verbirgt sich auf jeden Fall der Grund für die Ejakulationsfähigkeit der Frau. Denn die beiden haben mehr gemeinsam, als man denkt. Die Vorsteherdrüse, wie die Prostata auch genannt wird, schmiegt sich mit ihrer Kastanienform um die männliche Harnröhre und ist zum großen Teil für die Produktion der Ejakulatsflüssigkeit zuständig. Ohne Prostata keine Ejakulation. Und die Stimulation kann zu intensiven Lustgefühlen und Orgasmen führen. Diese Tatsache ist mittlerweile recht bekannt und auch der Grund für die zunehmende Beliebtheit von eigens dafür entwickelten Sex Toys.

Bei der Frau ist es ganz ähnlich. Hier ist die Harnröhre ebenfalls von Drüsen umgeben, Skene- oder paraurethrale Drüsen genannt. Diesen Bereich bezeichnen wir als G-Punkt. Dass man hier nun prostata-ähnliches Gewebe fand, finde ich nicht verwunderlich. Schließlich sind wir Menschen alle im Frühstadium unserer embryonalen Entwicklung weiblich und haben dieselben Geschlechtsanlagen. Erst durch die Zufuhr von Androgenen bildet sich ab der 7. Schwangerschaftswoche das männliche Geschlecht heraus. Aus der Klitoris wird die Eichel, aus den Schamlippen der Hodensack – um es vereinfacht zu erklären. Falls sich das mal jemand gefragt hat: Das ist auch der Grund, warum Männer Brustwarzen haben, obwohl sie diese gar nicht brauchen. Wir sind am Anfang eben alle Mädchen J

Zurück zum G-Punkt: Ähnlich der Prostata können auch die weiblichen Drüsen bei großer Erregung auf Berührungen erogen reagieren. Auch sie füllen sich mit Flüssigkeit – dem weiblichen Ejakulat. Und genau wie beim Mann ergießt sich das Ejakulat aus der Harnröhre. Es handelt sich aber trotzdem nicht um Urin! Genauso wenig wie bei der männlichen Ejakulation, und die kommt schließlich auch durch die Harnröhre. Die Flüssigkeit ist wässrig und weiß-klar. Wie viel herauskommt, ist wieder bei jeder Frau unterschiedlich. Bei manchen nur weniger Milliliter, bei anderen sichtbar mehr. So kann es auch sein, dass das Ejakulat als solches gar nicht wahrgenommen wird.

Nun ist es aber nicht so, dass jede Frau ejakulieren könnte – auch wenn die Veranlagung durch die Drüsen wohl gegeben ist. Da möchte ich Deborah Sundahl widersprechen. Manche Frauen tun es und manche nicht. Das hängt zum einen von der Stimulation ab und zum anderen auch von der Anatomie. Denn bei manchen Frauen ist der Harnröhreneingang bei großer Erregung durch das angeschwollene Geschlecht verschlossen, so dass sich die Flüssigkeit rückwärts in die Blase entleert. Das kennen wir auch von Männern. Da wird das „retrograde Ejakulation“ genannt. Der Orgasmus findet statt, die Ejakulation jedoch nicht. Manche Frauen verspüren auch nach dem Geschlechtsverkehr einen starken Harndrang. Wenn der Urin dann klar und geruchslos ist, könnte es sich um das Ejakulat handeln.

Und wie können wir nun ejakulieren?

Als erstes braucht ihr einen gut trainierten PC-Muskel. Euren G-Punkt (hier Verlinkung zum G-Punkt-Text) solltet ihr bereits kennengelernt haben und wissen, wie ihr ihn stimulieren könnt. Dann kann es losgehen. Stimuliert ihn so lange, bis ihr merkt, dass der Orgasmus in greifbare Nähe rückt. Dabei schwillt er immer weiter an. Vielleicht macht sich jetzt ein dringendes Bedürfnis bemerkbar. Wenn ihr jedoch vorher auf der Toilette gewesen seid, sollte eure Blase leer sein. Zudem können sich intensive Lustgefühle bis in die Beine hinunter ausbreiten. Deborah Sundahl nennt das die „Ejakulationsraketen“. Jetzt könnt ihr mit Eurem PC-Muskel heftig nach außen drücken, als wolltet ihr pinkeln. Kurz halten, entspannen, weiter stimulieren. Das wird mehrmals wiederholt. Wenn der G-Punkt stark angeschwollen ist, ihr sehr erregt seid und das Gefühl habt, pinkeln zu müssen, ist es soweit. Finger raus und die Flüssigkeit wie beim Pinkeln herauspressen. Nicht vergessen, das, was da herauskommt, ist kein Urin! Vielleicht probiert ihr das zuerst im Bad aus. In der Hocke in der Badewanne oder Dusche zum Beispiel. Das ist zwar nicht so kuschelig wie im Bett, nimmt aber die Hemmung vor der Flüssigkeit. Geschafft? Geschafft! Herzlichen Glückwunsch!

Noch einmal zum Schluss: Nicht alle Frauen fühlen sich von der Vorstellung dieses Flüssigkeitsausstoßes angetörnt. Und nicht alle Frauen können das überhaupt. Ich habe mit Frauen gesprochen, die nur ein einziges Mal ejakuliert haben, und mit Frauen, bei denen es nur mit einem einzigen Partner geklappt hat. Es ist also völlig ok, es nicht zu versuchen oder es nicht zu können. Spaß macht, was gefällt. Setzt euch nicht unter Druck oder lasst euch unter Druck setzen!

 

Copyright by ORION, veröffentlicht auf https://www.orion.de/blog/der-heilige-gral-der-weiblichen-ejakulation/

Brauchen wir neue Kondome? Ja!

Kondome sind ein leidiges Thema. Das beste Produkt bringt nichts, wenn man es nicht anwendet. Ein ganz großes Problem beim Kondom ist und bleibt ja leider die Unterbrechung beim Liebesspiel. Kurze Pause, Gehirn wieder einschalten, Kondom suchen, aufreißen, überziehen, weitermachen. Wie schnell denkt man im Eifer des Gefechts auch, ach, da wird schon nichts passieren, vielleicht verhütet sie, sonst hätte sie ja etwas gesagt, ach der Typ ist so süß, der vögelt bestimmt nicht durch die Gegend. Ja, genau. Wenn es nur um Verhütung ginge, wäre das vielleicht auch gar nicht so schlimm, schließlich gibt es zumindest für Frauen vom Diaphragma bis hin zu Pille und Verhütungspflaster jede Menge Möglichkeiten. Abgesehen von der endgültigen Sterilisation gibt es für Männer leider nur eines und das ist das Kondom. Womit wir wieder beim Thema wären.

Viel wichtiger noch: Kondome sind abgesehen von der Abstinenz – und wer will das schon – der einzige Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (IST). Deshalb brauchen wir sie! Deshalb sind sie unersetzlich! Und deshalb sollte die Anwendung so einfach und angenehm sein, wie nur möglich! Dass sie aber leider gar nicht so beliebt wie notwendig sind, lässt sich an den steigenden Zahlen von STI sehen. HIV-Neuinfektionen gehen zurück, dafür stecken sich wieder mehr Menschen mit Syphilis, Hepatitis B und C, Chlamydien usw. an. Wollen wir das? Nein! Was brauchen wir? Neue Kondome!

Es ist nicht alles Gold, was rollt

Nun wird ja fieberhaft geforscht. 2013 kam der Wingman auf den Markt. Er versprach so einiges. Mit seinem besonders dünnen Material sollte er besonders gefühlsecht sein und mit einer eigens entwickelten Spange, den Flügeln, sollte das Überziehen besonders leicht sein. Fehlanzeige. Das Material war so dünn, dass es besonders leicht riss. Und die Spange machte das Überziehen nicht leichter, sondern verwirrte die Liebenden stattdessen. Die Firma Origami will das Rollen gleich ganz abschaffen und setzt auf eine Ziehharmonika-Technik. Und in diesen Tagen kam die Meldung, dass australische Wissenschaftler an einem Super-Kondom forschen. Ein neuartiges Material aus Hydrogel soll strapazierfähig, gefühlsecht und biologisch abbaubar sein und zu allem Überfluss auch noch von selbst gleiten. Gefühlsecht wäre ganz wunderbar, denn wie oft zieren sich Männer mit dem Argument: „Ach ne, wenn ich ein Kondom benutze, fühle ich nichts“ – welche Frau hat das nicht schon einmal gehört?

Bei Frauen sind Kondome weit weniger unbeliebt und das Verständnis für sich zierende Männer hält sich in Grenzen. Aber sie müssen sie ja auch nicht selber benutzen. Da sieht es bei dem weiblichen Pendant, dem Femidom schon ganz anders aus. Das wird im Gegensatz zum Kondom nicht über den Penis gestülpt sondern in die Vagina gesteckt. In Sachen Verhütung und Safer Sex steht das Femidom dem Kondom in nichts nach. Die Anwendung ist allerdings nicht ganz einfach und dazu sind sie mit vier Euro pro Stück auch noch verhältnismäßig teuer. Und ganz schnell haben auch Frauen kein Interesse mehr an dieser Art des Schutzes. Ich für meinen Teil kenne bisher keine, die es schon einmal ausprobiert hat.

Forschungsgelder richtig investieren

„Neue Männer braucht das Land“, sang Ina Deter in den Achtzigern. Was singen wir heute? „Neue Kondome braucht das Land“! Und je nach Land verzichten tatsächlich 28% bis 50% der Männer mit wechselnden Geschlechtspartnern auf den Gebrauch von Kondomen. Das muss geändert werden! Dabei gilt es drei Dinge zu beachten: Schutz vor Schwangerschaften, Schutz vor STI und soviel Komfort wie möglich, damit sie auch benutzt werden. Gar nicht so einfach, wie man sieht. Und deshalb finde ich es gut, dass die australischen Wissenschaftler Forschungsgelder für ihr Projekt bekommen. Hier geht es nicht um wirtschaftliche Interessen. Hier geht es um Verantwortung! Bis die neuen Kondome da sind, vergnügen wir uns mit der klassischen Variante.

 

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