Das Kunstobjekt Vulva

Kunst ist subjektiv. Kunst ist individuell. Kunst ist Ansichtssache. „Das hätte ich auch gekonnt. So ein paar Pinselstriche auf der Leinwand!“ Wer hat das nicht schon einmal selbst beim Anblick moderner Kunst gedacht. Nun ja, Kunst ist eben das, was wir dazu machen. Auch der Wert eines Kunstwerks bemisst sich nur selten am tatsächlichen materiellen Aufwand. Es ist vielmehr eine Sache von Angebot und Nachfrage. Der Drang des Menschen, sich kreativ zu betätigen, scheint schon den ersten Menschen in die Wiege gelegt worden zu sein. So sehen Forscher bereits in den steinzeitlichen Höhlenmalereien ein künstlerisches Treiben. Der menschliche Körper steht dabei seit jeher im Mittelpunkt des Interesses. Ganz besonders der nackte Körper. Phallussymbole sind überliefert aus der Frühzeit, zusammen mit äußerst weiblich geformten Figuren, die als Fruchtbarkeitssymbole betrachtet werden und den ersten Kulturen der Menschheit entstammen. Knackige griechische Jünglinge in Marmor, barbusige Rubensdamen auf Leinwand. Ach, was sage ich, barbusig. Nackt bis auf das Häubchen zieren sie heute die Wände des Louvre in Paris und in all den anderen Kunsttempeln der Welt. Nacktheit allerorten. Die weibliche Scham sehen wir behaart, unbehaart oder mit Hilfe von drei Strichen als unverkennbares Zeichen der Weiblichkeit stilisiert. Dabei aber immer geschlossen. Und so fehlt etwas ganz Wichtiges: Die Abbildung der Vulva. Doch die Kunst durchdringt nun auch dieses Geheimnis.

Warum dürfen Männer, Frauen aber nicht?

Alles begann mit Jamie McCartney. Der „Vagina-Künstler“ schuf ein Kunstwerk aus 400 Vulvas. Noch einmal kurz zur Info: Als Vulva wird der äußere Bereich des weiblichen Geschlechts bezeichnet, also der Teil mit den äußeren und inneren Lippen, der Klitoris und dem Vaginaleingang. Strenggenommen trägt nur der innere Bereich den Namen Vagina. Die Sexologin Ann-Merlen Henning hat für beides zusammen den zauberhaften Begriff Vulvina geprägt. Aber zurück zum Thema. Es ist großartig, dass sich Künstler und Künstlerinnen heute ganz explizit der Vulva widmen. Denn während wir Penis samt Hodensack schon von den erwähnten Statuen der Antike kennen, herrscht in dieser Hinsicht bisher doch eher künstlerisches Niemandsland. So freizügig wir auch sind, der Anblick geöffneter Frauenschenkel scheint immer etwas Pornografisches an sich zu haben. Etwas Unaussprechliches. Nicht nur in Filmen oder auf Bildern. Auch in anderen Bereichen. Nehmen wir einmal die Sauna. Männer lassen ihre Kronjuwelen locker zwischen den Beinen baumeln und scheuen sich auch nicht, beim Bücken deren Rückansicht zu zeigen. Das Vergnügen hatte ich gerade erst wieder. Frauen hingegen haben züchtig die Beine geschlossen zu halten. Anderseits könnte man schon fast von der Erregung eines öffentlichen Ärgernisses ausgehen.

Die Entmystifizierung des weiblichen Körpers

Aber warum darf ALLES gezeigt werden, nur nicht die Vulva? Steckt da immer noch eine unbewusste gesellschaftliche Zensur dahinter? Lange genug wurde die Sexualität der Frau als gefährlich, alles verschlingend angesehen. Das zeigt Auswirkungen bis heute. Frauen haben viel mehr Hemmungen, ihre eigene Lust wahrzunehmen und anzuerkennen. Und es geht so weit, dass Frauen ihre Vulva selber als hässlich erleben. Sie haben keine emotionale Verbindung zu einem wichtigen Teil ihres Körpers. Das hemmt natürlich auch in der Sexualität. Zudem fehlt schlichtweg der Vergleich. So wenig wie Männer die Erektionen ihrer natürlichen Geschlechtsgenossen kennen, sehen Frauen andere Vulvas. Vergleiche kommen zumeist aus dem Porno und dass dies nicht die Realität widerspiegelt, wissen wir alle. Die Bilder verstärken noch den Eindruck, alles andere, das nicht glatt und gerade ist, sei unnormal. Dabei übersehen wir jedoch, dass jede Vulva so individuell aussieht wie ihre stolze Besitzerin. Es gibt eine unglaubliche Variabilität, wenn es um Form, Farbe und Größe der einzelnen so wunderbaren Komponenten geht. Jede Vulva ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Vulvas in der Kunst als Gemälde, Fotografie oder auch Gipsabdruck zeigen genau diese Vielfalt. Und sie besänftigen unseren inneren Widerstand gegen diesen Teil unserer Weiblichkeit, indem wir ihn zum Kunstobjekt erheben, zu etwas, auf das wir mit Recht stolz sein können. Deshalb sage ich „Daumen hoch“ für die Vagina-Kunst! Zeigt her Eure Vulvas, zeigt her Eure Weiblichkeit! Und schaut Euch diese Kunstwerke an. (Wie z.B. im Video von Vagina-Künstler Mirko Hecht.) Sie zeigen Euch, wie schön Frauen sind.

 

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Fehlendes Selbstbewusstsein: Ist täglicher Sex die Lösung?

Langjährige Beziehungspartner*innen kennen das: Zuerst fallen wir ständig übereinander her und irgendwann stellt wir fest, dass das letzte Mal schon verdammt lang her ist. Statistiken darüber, wie oft wir es in welchem Lebensalter und nach soundsovielen Jahren Beziehung treiben, gibt es viele. Ich könnte an dieser Stelle einige zitieren. Aber wie hilft uns das weiter? Denn wie heißt es so schön: „Traue nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“ Schauen wir uns die Statistiken genauer an, stellen wir fest, dass sie auch jede Menge Fragen aufwerfen. Ein Beispiel soll hier zur Verdeutlichung aufgeführt werden. Eine Studie der Universität Landau trifft die Aussage, dass die Deutschen nur einmal im Monat Sex haben. Welche Deutschen? Alte? Junge? Singles? Paare? Paare mit Kindern? Paare mit vielen Kindern? Womöglich denkt Ihr jetzt „Wow, wenn ich doch wenigstens ein einziges Mal im Monat Sex hätte!“ Oder Ihr gehört zu denjenigen, die tatsächlich gerade ständig miteinander oder mit wechselnden Partner*innen im Bett landen. Generelle Aussagen oder womöglich Vorhersagen können wir also nicht treffen. Es gibt nur Tendenzen. Und die sagen, dass es ganz normal ist, wenn der Sex weniger wird. Oder sogar ganz einschläft. Die Frage ist also vielmehr, ob wir damit zufrieden sind – dann ist alles gut -, oder ob wir es nicht sind. Dann sollten wir etwas dagegen unternehmen. Und genau das hat die Bloggerin Brittany Gibbons getan. Sie hatte sich dazu entschlossen, ein Jahr lang jeden Tag mit ihrem Mann Sex zu haben. Sex nach Programm, funktioniert das?

Die lieben körperlichen Unzulänglichkeiten

Als ein TV-Sender vor ein paar Jahren das Format „7 Tage Sex“ ins Leben rief, war ich regelrecht erbost und stemmte die Arme in die Seiten. Die vorgestellten Paare sollten eine Woche lang jeden Tag Sex haben. Wie soll denn das eine Beziehung retten? Schließlich hatte ich gleich den Worst case vor Augen (das geht mir häufiger so…). Und wenn ein Paar in ernsthaften Schwierigkeiten steckt, ist das meiner Meinung nach tatsächlich eher kontraproduktiv. Da sollten erst einmal die Differenzen geklärt werden, bevor es in die Kiste geht. Aber das war in diesem Format gar nicht das Problem. Eigentlich sollte nur das Liebesleben angekurbelt werden. Dafür hatte man sich vermutlich keine Problempaare ins Haus geholt. Bleibt trotzdem die Frage, ob das hilft. Denn der Sex schläft ja nicht ohne Grund ein. Stress, Kinder, Krankheiten, Beziehungslangeweile, Lustlosigkeit, sexuelle Probleme. Wer nicht über seine oder ihre Bedürfnisse redet, hat irgendwann keine Lust mehr. Wer erst einmal keinen hochbekommen hat, vermeidet Sex aus Angst vor Wiederholungen. Da hilft auch diese Sexverordnung nicht.

Auch wer sich in seinem oder ihrem Körper nicht wohlfühlt, legt ein ebensolches Vermeidungsverhalten an den Tag. Ich kannte einmal eine Frau, die hat vor dem Spiegel ausprobiert, wie sie beim Sex in verschiedenen Stellungen aussieht. Sie hatte einen fantastischen Körper. Nur fehlte ihr das nötige Selbstbewusstsein. Und ich vermute stark, das war kein Einzelfall. Auch Blanche von den Golden Girls sagt in einer Folge, dass Frauen lieber auf dem Rücken liegen sollten. Denn dann schlägt das Gesicht keine Falten. Und irgendetwas ist noch mit dem Busen, das habe ich vergessen. Wir sind so sehr mit unseren vermeintlichen körperlichen Defiziten beschäftigt, dass wir ganz vergessen, wie viel Spaß Sex machen kann und wie gut er uns tut. Und an dieser Stelle hat sich Brittany Gibbons die Sexkur verordnet. Nach der Geburt ihres dritten Kindes konnte sie sich nicht mehr im Spiegel sehen. Und sie zeigte sich auch ihrem Mann nicht mehr nackt. Der Sex wurde zur Seltenheit und wenn dann auch nur im fast Dunkeln. Der fehlende Sex hatte also weniger mit der Beziehung, dem Stress oder sexuellen Probleme zu tun. Es ging vor allem um sie und um ihr Selbstvertrauen. Anstatt sich nun herunter zu hungern, kam Brittany auf eine andere und auch viel bessere Idee: Sie wollte ein Jahr lang jeden Tag Sex mit ihrem Mann haben. Und das Paar hat das tatsächlich durchgezogen. Brittany sagte anschließend, dass das natürlich auch anstrengend gewesen sei. Doch dies sei die einzige Möglichkeit gewesen, um sich ihrer fehlenden Selbstliebe zu stellen und ihre Selbstzweifel zu überwinden.

Am Ende geht es wieder einmal um Kommunikation

Hilft das nun, ein Jahr lang jeden Tag Sex zu haben? Ja. Nein. Keine Ahnung. Bei Brittany Gibbons hat es geholfen. Nicht zuletzt deswegen, weil sich die beiden irgendwann von ihren Wünschen, Fantasien und Sehnsüchten erzählt haben. Wer solch ein Vorhaben startet, braucht zwangsläufig neue Ideen, um nicht beim Sex vor Langeweile einzuschlafen. Sich dem Partner oder der Partnerin zu offenbaren, erfordert Mut. Wir müssen für uns selber einstehen. Das ist nicht bedürftig sondern eben mutig. Und Mut stärkt schon einmal unser Selbstvertrauen. Denn nicht immer wissen wir, wie der andere oder die andere darauf reagieren wird. Es erfordert auch erst einmal, sich überhaupt mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen. Zu wissen, was wir wollen und genau das einzufordern, stärkt ebenfalls unser Selbstvertrauen. Viel zu oft erwarten gerade Frauen, dass Männer selber herausfinden müssten, was ihnen gefällt. Und Männer haben womöglich Angst, mit ihren Wünschen zu übermächtig zu wirken und Frauen damit zu verschrecken. So geht das aber nicht, dazu ist unsere Sexualität zu komplex. Am Ende vom Partner das zu bekommen, was wir uns wirklich wünschen, ist toll. Und es schweißt uns zusammen. Dann sind die vielen kleinen Unzulänglichkeiten endlich nicht mehr wichtig. Denn darum geht es gar nicht. Ein Jahr lang jeden Tag Sex zu haben, war in diesem Fall sozusagen eine Desensibilisierungskur. Solltet Ihr Euch in einer ähnlichen Situation befinden, dann nur zu! Aber nicht gleich aufgeben nach ein paar Tagen! Für alle, die meinen, Sex als sportliche Betätigung betrachten zu können: Brittany hat kein Gramm abgenommen, arbeitet dafür jetzt aber als Plussize-Model.

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Aufklärung, Verhütung, Abtreibung: Polen ist kein Einzelfall

Gerade noch einmal Glück gehabt. Seit Monaten mehrten sich in Polen die Proteste gegen den Gesetzentwurf der Volksinitiative „Stoppt die Abtreibung“. Abtreibung sollte per se verboten werden. Und natürlich mischt die katholische Kirche da ordentlich mit. Was für eine Vorstellung! Damit wäre es Frauen auch nach einer Vergewaltigung oder Inzest nicht erlaubt gewesen, die Schwangerschaft abzubrechen. Und auch dann nicht, wenn das Leben der Mutter gefährdet wäre. Mal ganz abgesehen von all den anderen Gründen, die Frauen dazu bringen, diesen Entschluss zu fassen. Die landesweiten Proteste in Polen als auch in anderen europäischen Städten scheinen dazu geführt zu haben, dass die Regierung noch einmal in sich ging und der Volksinitiative einen Korb gab. Zu dieser Entscheidung hat sicherlich auch beigetragen, dass nicht nur Frauen im gebärfähigen Alter auf die Straßen gegangen sind sondern ebenso alle anderen. Und nicht nur Frauen, auch Männer fanden sich unter den Protestierenden. Als werdende Väter und Partner sind sie schließlich auch betroffen, wenn Gesetze die Rechte der Bürger*innen derart beschneiden. Aber Glück ist relativ. Denn Polen hat ohnehin das strengste Abtreibungsgesetz Europas.

Wenn Gesetze nur auf dem Papier existieren

Schon 1992 sollte ein vollständiges Verbot durchgesetzt werden. Auch damals gingen die Menschen auf die Barrikaden. Das Gesetz wurde nicht verabschiedet. Stattdessen wurden Schwangerschaftsabbrüche in drei Fällen erlaubt: Wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet ist, wenn die Schwangerschaft als Folge einer Straftat eintritt und bei unheilbaren Erkrankungen oder schweren Fehlbildungen des Fötus. Zu dem 1993 eingeführten Gesetz gehören auch besondere Schutzmaßnahmen für schwangere Frauen und ein besser Zugang zu Verhütungsmitteln sowie Sexualerziehung an den Schulen. Tja, so steht es auf dem Papier. Die Realität sieht anders aus. Bis heute gibt es keinen geregelten Sexualkundeunterricht. Verhütungsmittel sind teuer und für viele unerschwinglich. Das darf man nicht vergessen, wenn man gegen Abtreibungen wettert. Zudem gibt es eine Gewissensklausel, nach der Ärzte sich weigern können, Verhütungsmittel überhaupt zu verschreiben bzw. einen Abbruch auch nach legalen Maßstäben durchzuführen. Keine Aufklärung, keine Verhütungsmittel. Das wären ja zwei äußerst geeignete Mittel, unerwünschten Schwangerschaften vorzubeugen. Stattdessen ein zusätzlich erschwerter Weg zum Schwangerschaftsabbruch. Selbstbestimmung sieht anders aus.

Polen steht mit dieser repressiven Sexualpolitik nicht allein da. In vielen afrikanischen Ländern wird der Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmittel teilweise von staatlicher Seite verboten. Die Zahl der Teenagerschwangerschaften ist südlich der Sahara mit 120 Geburten pro 1000 Mädchen die weltweit höchste. Aus ganz anderen Gründen kommt es in Venezuela gerade zu Problemen. Verhütungsmittel werden im Land nicht hergestellt und Kondome importiert. Nur herrscht gerade eine Wirtschaftskrise. Kein Geld, keine Importe, keine Kondome. Und übrigens auch keine Aufklärung. Blöd, nicht? Was passiert? Ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen (STI) breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. In China dürfen verheiratete Paare seit 2015 unter bestimmten Bedingungen zwei Kinder bekommen. Jedes weitere Kind wird mit einer Strafe belegt. Da würde man ja vermuten, dass in Aufklärung und Verhütungsmittel investiert wird. Nö. Fehlanzeige. Auch hier verzeichnen wir einen Anstieg bei Abtreibungen und Teenagerschwangerschaften. Übrigens wollen die meisten Chinesen aus wirtschaftlichen Gründen gar keine weiteren Kinder. Ich bin gespannt, wie sich das dort weiter entwickelt. Staatlich verordnete Zweit– und Drittkinder?

Schwedens liberaler Umgang mit Sexualität

Doch nicht alle Staaten sind so repressiv, wenn es um diese Themen geht. Ein anderes europäisches Land sorgt in dieser Hinsicht gerade ebenfalls für Schlagzeilen. Nur umgekehrt sozusagen. Schweden hat sich etwas Besonderes zum Weltverhütungstag ausgedacht. Dieser sollte in diesem Jahr am 26.09.2016 das Weltaugenmerk darauf richten, dass Sex nicht nur etwas für Menschen mit bestehendem Kinderwunsch ist (gilt gern für katholische Länder) und dass Frauen selber entscheiden dürfen, ob sie überhaupt Kinder haben möchten und wenn ja, wie viele (gilt für ziemlich viele Länder dieser Erde). Die schwedische Assoziation für Sexualaufklärung (RFSU) schickte also im Rahmen dieses Tages einen Werbespot über Youtube los. Sie bittet darin die NASA, Kondome ins All zu schießen. Wir hätten potentiellen Besuchern nun schon so viel über uns mitgeteilt, nur nichts über unser vorbildliches Verhütungsverhalten. Und wer wisse schon, wie Außerirdische in Punkto Familienplanung ausgestattet seien. Das Video soll Aufmerksamkeit erregen und auf den Sinn und Nutzen von Kondomen hinweisen. Und das tut es auch.

Tja, Schweden ist eben bekannt für seinen liberalen Umgang mit dem Sexuellen. So heißt es zumindest. Dass dieses Image seinen Ursprung in Filmen aus den 1950ern hat, weiß heute schon kaum jemand mehr. Was die meisten auch nicht wissen, ist die Tatsache, dass Schweden als erstes Land überhaupt Sexualkundeunterricht an den Schulen eingeführt hat und die Antibabypille auf Staatskosten verschreibt. Schwedinnen dürfen bis zur 18. Woche abtreiben. In Dänemark und Deutschland ist dies nur bis zur 12. Woche erlaubt. In Schweden ist es auch möglich, einen Abbruch vornehmen zu lassen, wenn die Eltern mit dem Geschlecht des Kindes nicht einverstanden sind. Beides zusammen führt zu einem Abtreibungstourismus aus Dänemark und Norwegen. Das geht nun wieder einigen Schweden zu weit und so sollen gegen diese Praxis Maßnahmen ergriffen werden.

Deutschland, das Land der ewigen Mitte

Kommen wir zu Deutschland. Auch hier wird teilweise von Seiten aufgebrachter Eltern gegen Aufklärung gewettert. Es geht dabei im speziellen um die „Sexualpädagogik der Vielfalt“. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, über andere Lebens- und Liebesformen als nur die heterosexuelle aufzuklären. Ich weiß nicht, inwieweit Eltern in den Schulen in diese Thematik miteinbezogen werden. Ich weiß aber aus meiner eigenen sexualpädagogischen Arbeit, dass Eltern sehr oft nicht wissen, was ihre Kinder schon so alles wissen und dann denken, die Sexualpädagog*innen hätten das verbockt. Aufklärung ist heute kein Fremdwort mehr. Allerdings haben auch wir noch großen Verbesserungsbedarf. Es geht ja nicht nur darum, über körperliche Funktionen und Methoden der Kontrazeption aufzuklären. Denn Werkzeugkunde allein ist nicht ausreichend für die richtige Anwendung. Wenn Schulen dafür nicht ausgerüstet sind, können sie bei Pro Familia speziell geschulte Sexualpädagog*innen anfordern. Dort gibt es vor Ort Beratungsangebote für Jugendliche und Erwachsene. Wir haben damit die Möglichkeit, uns auch außerhalb des Internets für wenig Geld die Informationen zu holen, die wir brauchen. Für Jugendliche ist das Angebot kostenlos, Erwachsene bezahlen ca. 35 Euro für eine Stunde.

Unser Zugang zu Verhütungsmitteln ist recht gut geregelt. Mädchen können sich ohne Einwilligung der Eltern die Pille verschreiben lassen, sobald sie vierzehn Jahre alt sind. Darüber, ob das gesundheitlich nun so gut ist, lässt sich streiten. Gerade hat eine dänische Studie einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Depressionen hergestellt, der besonders Jugendliche betrifft. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für andere hormonelle Verhütungsmittel bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres. Wer Sozialleistungen bezieht, hat in einigen Kommunen die Möglichkeit, Sonderfonds anzuzapfen. Kondome sind war nicht umsonst, was wohl noch einmal eine Maßnahme wäre. Wir können sie aber unbegrenzt in Drogerien, Supermärkten, Apotheken, Erotikfachgeschäften oder im Internet erwerben. Im § 218 des Strafgesetzbuch ist geregelt, wann und unter welchen Umständen ein Schwangerschaftsabbruch legal und möglich ist. In bestimmten Fällen werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Aber natürlich gibt es hier auch viele Ungerechtigkeiten. Frauen bleiben viel zu häufig auf den Kosten für Verhütungsmittel wie auch Schwangerschaftsabbrüchen sitzen. Überhaupt finde ich es ungeheuerlich, wie selbstverständlich die Verhütung größtenteils auf Frauen abgewälzt wird. Die Nebenwirkungen sind mittlerweile hinreichend bekannt. Gäbe es keine STI, würden weitaus weniger Kondome zum Einsatz kommen.

Bildung und Aufklärung gehören zusammen

Es kann doch nicht sein, dass Regierungen über die Fruchtbarkeit ihrer Bürger*innen bestimmen, indem sie den Zugang zu Aufklärung und Verhütung unterbinden oder einschränken. Sämtliche Mittel und Möglichkeiten für eine vernünftige Sexualpolitik haben wir schließlich. Aber es ist natürlich viel einfacher, Menschen, die permanent mit Kinderkriegen und Überleben beschäftigt sind, zu kontrollieren. Was wir brauchen, sind also keine Kondome im All, sondern Kondome gleich bei uns auf der Erde. Und Bildung für alle. Dazu gehört auch Aufklärung. Es gibt viele Initiativen und Verbände, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Und es bleibt zu hoffen, dass die Menschen weiterhin lautstark protestieren, wenn ihre Rechte so beschnitten werden sollen, wie es in Polen geplant war.

Diesen Beitrag gibt es auch als Folge im Podcast:

Warum die Schweden Kondome ins All schießen möchten

Abgeschminkt? Ungeschminkt!

Ich bin begeistert: Alicia Keys schminkt sich nicht mehr. Und dies nicht nur nicht in ihrem privaten Leben, nein, in Zukunft auch nicht mehr vor der Kamera. Gar nicht mehr und vielleicht sogar nie wieder. Und offensichtlich zieht Heidi Klum nach. Die zwar nicht immer, dafür aber immer öfter. Die beiden Frauen scheinen mit ihrem neuen Outfit die Stars- und Sternchen-Presse angefixt zu haben. Denn dort regen sich die einen hemmungslos darüber auf. Und die anderen finden es super. Mir wurde beim Augenbrauenfärben (nebenbei bemerkt ist das meine wichtigste Schönheitsveränderung) dann auch dazu mitgeteilt, dass Alicia Keys ohne Make up doch so müde aussähe. Tut sie das? Allerdings habe ich das auch schon zu hören bekommen, wenn ich irgendwo ganz unerwartet ohne Farbe im Gesicht auftauche. „Bist du krank? Du siehst so müde aus!“ Dürfen wir uns nicht so zeigen? Erschrecken wir mit unseren ungeschminkten Gesichtern alle uns Nahestehenden? Oder zeigen wir damit Selbstbewusstsein?

Kunstobjekt Frau

Es ist an sich schon bemerkenswert, dass solche Nachrichten überhaupt derartige Wellen schlagen. Immerhin dreht es sich doch nur um ein bisschen bunte Farbe im Gesicht. So könnte man meinen. Doch es ist weit mehr. Wir Frauen verstecken dahinter unser tatsächliches Aussehen. Freiwillig. Zusammen mit aufwändigen Frisuren und auffallender Kleidung werden aus den Frauen in den Medien Kunstobjekte. Keine Frau sieht WIRKLICH so aus. Aber obwohl wir das alle wissen sollten, wollen wir mindestens genauso gut aussehen, damit wir uns glücklich und zufrieden fühlen. Und schon grämen wir uns, wenn wir nach dem Aufwachen nicht Angelina Jolie oder Heidi Klum gleichen. Die wiederum in genau solchen Momenten vermutlich auch nicht anders aussehen als das, was uns da gerade aus dem Badezimmerspiegel entgegen blickt. Und so gibt es diesen Schönheitswahn eben auch in unserem ganz normalen Leben. Ungeschminkt läuft  zuweilen selbst die beste Freundin an uns vorbei. „Äh, war das nicht gerade….?“ Man könnte es auch die Burka des Westens nennen. Wenn man sich Vorher-Nachher-Bilder von Modells ansieht, könnte man vermuten, gerade auf Dr. Jekyll und Mr. Hyde getroffen zu sein. Tatsächlich habe ich eine Braut schon einmal nicht wiedererkannt. Sie hatte sich derart verändert, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mehr mit der Frau aufwies, die ich vorher kennen gelernt hatte. Es scheint sich jedoch eine Trendwende anzubahnen. Denn mir fallen immer mehr Frauen auf, die im Naturlook durch die Welt laufen. Und das finde ich nun wirklich bemerkenswert.

Natürlich schöner

Irgendwie ist das Schminken doch eine Form der Selbstzensur. Natürlich sagen wir, dass wir das nur für uns machen. Wirklich? Nur für uns? Nicht etwa, weil wir anderen gefallen wollen und glauben, Schönheit sei doch ziemlich wichtig? Ich selber kann zumindest auf eine lange Geschichte mit Make up zurückblicken. Früher habe ich mich sogar geschminkt, wenn ich nur zum Briefkasten gegangen bin. „Man weiß ja nie, wen man trifft“, dachte ich immer. Und so war es dann auch. Eines Nachmittags ging ich ungeschminkt durch den Volkspark, als ich auf einen Exfreund und dessen neue Ehefrau traf. „Oh Gott“, dachte ich, „ausgerechnet heute!“ Es kam mir vor, als sei ich weniger wert, wenn ich so aussehe, wie ich aussehe. Meine Wimpern und Augenbrauen sind ganz hell und insgesamt zähle ich vom Typ her zu den Rotblonden. Mein halbes Leben lang dachte ich, so könne eine Frau doch nicht aussehen. Frauen brauchen schließlich Augenbrauen und Wimpern. Immerhin hatte meine Mutter immer schwarzgefärbte Striche über den Augen. Die, gefärbte Wimpern und Lippenstift gehörten zu ihrer Grundausstattung. Das prägt. Also habe ich das übernommen und ausgebaut. Die echte Haarfarbe meiner Mutter kenne ich übrigens nur von alten Fotos. Ich habe sie nie wirklich gesehen. Sie hat sie Zeit ihres Lebens blondiert, da rote Haare  oft ein Anstoß für Hänseleien waren. Davon kann mein rothaariger Bruder nun wieder ein Lied singen.

Auch meine helle Hautfarbe konnte ich erst akzeptieren, als mir irgendwann auffiel, dass die Stilikone Madonna ebenfalls hellhäutig ist und dies auch schon immer ganz selbstverständlich zur Schau stellt. Gerade erst wurde ich gefragt, ob es im Urlaub keine Sonne gegeben hätte… Pf, das prallt heute an mir ab. Lichtschutzfaktor 50, sage ich da nur. Bis ich mich an mein eigenes ungeschminktes Gesicht gewöhnen konnte, dauerte es trotzdem noch viele Jahre. Nur im Urlaub, wenn mein Blick nicht ständig in den Spiegel fiel, hat mich das nicht interessiert. Aber kaum war ich zuhause, kam sofort wieder Farbe drauf. Bis mir eine Freundin mit ebenso hellem Teint glaubhaft versicherte, dass ich in rothaarig ein ganz besonderer Typ sei. Nö, wirklich??? Ich gebe zu, der Wandel kam nicht aus mir heraus sondern von außen. Jemand anders hat mich davon überzeugte, mich zu zeigen, wie ich bin. Und was soll ich sagen, heute laufe ich zumindest im Alltag sehr oft ungeschminkt herum. Naja, bis auf den roten Lippenstift. Ganz ohne geht dann wohl doch nicht. Und was soll ich sagen, ich habe morgens viel mehr Zeit. Ich brauche nicht lange zu überlegen, welcher Lidschatten zum meinem Outfit passt und habe keine schwarzen und bunten Abdrücke mehr in meinen schönen Handtüchern. Herrlich! Trotzdem kann ich nicht so weit gehen wie Alicia Keys. Wenn wichtige Termine oder Fotos anstehen, werde ich mich wohl weiterhin schminken. Und vielleicht ist das auch ok.

Oder sind Männer benachteiligt?

Warum mögen wir Frauen uns ohne Make up nicht leiden? Warum glauben wir, uns ohne nicht zeigen zu dürfen? Warum ist unsere Selbstwahrnehmung so verzerrt? Warum schmücken wir uns mit Farben, falschen Wimpern, Permanent Make up oder falschen Haarteilen? Ist das etwa evolutionär bedingt? Ein kleiner Seitenhieb in diese Richtung… Wer sagt uns, dass wir nicht schön genug seien, wenn wir uns so zeigen, wie wir wirklich aussehen? Männer haben sich doch schließlich auch nicht so. Die zeigen sich, wie sie sind. Oder ist genau dies die wahre Ungerechtigkeit? Männer dürfen ihre Hautunreinheiten nicht hinter Make up verstecken. Sie dürfen ihre „Vorzüge“ nicht hervorheben. Denn kaum hat ein Mann mehr Pflegeartikel im Badezimmer als die spionierende Frau, gibt es schon kleine Seitenbemerkungen. Männer MÜSSEN also regelrecht so sein, wie sie sind. Kajal? Völlig absurd, es sei denn, es handelt sich um Stars wie Prince oder David Bowie. Oder Captain Jack Sparrow. Der ist heiß mit seinem Kajal und sorgt bestimmt für den einen oder anderen weiblichen feuchten Traum. Nein, für Männer gilt ein anderes Schönheitsideal. Wenn Männer so aussehen, wie sie sind, sind sie männlich. Wenn Frauen so aussehen, wie sie sind, gelten sie als ungepflegt. Männer dürfen zum Beispiel Achselhaare haben! Aber Frauen? Igitt! Männer tragen flache Schuhe zum Anzug, keine Highheels. Zumindest normalerweise. Ich weiß, was ist schon normal? Aber das ist übrigens auch etwas, das mir zunehmend auffällt. Immer weniger Frauen tragen im Alltag hohe Absätze und laufen stattdessen lieber bequem herum. Vielleicht leide ich auch nur unter selektiver Wahrnehmung.

Zeigen wir doch lieber, was wir drauf haben

Wir quetschen uns in ein Korsett aus Make up, einengender Kleidung und unbequemen Schuhe und behaupten dann, das alles mache uns gar nichts aus. Wirklich? Oder ist das vielmehr unsere Art der Selbstzensur, weil wir gefallen möchten? Denn darauf sind wir wirklich trainiert. Schon kleine Mädchen werden mit Schleifchen und hübschen Kleidern herausgeputzt. Sie strahlen über das ganze Gesichtchen, wenn die Erwachsenen in die Hände klatschen und rufen „Oh, wie süß!“ oder „Oh, wie niedlich!“. Dabei geht es nicht darum, wer dieses Mädchen ist, wie sie denkt oder was sie fühlt. Es geht nur darum, wie sie aussieht. Und so geht es später weiter. Der Druck ist immens. Mädchen hungern auf lebensgefährliche Art und Weise, um ja schlank und schön zu sein. Wir machen uns selbst zum Objekt und reduzieren uns damit auf unser Aussehen. Aber wollen wir wirklich nur danach beurteilt werden? Ich sage, nein! Denn in uns steckt so viel mehr! Und jede Frau  ist toll und auch einzigartig. Jede ist so, wie sie ist. Also seid mutig und zeigt euch, wie ihr wirklich seid. Wenigstens manchmal. Zeigt, was Ihr drauf habt und nicht nur, dass ihr hübsch aussehen könnt! Ich denke gerade an Angela Merkel. Keine schöne Frau. Aber eine Frau mit viel Macht.

Schon wieder so ein Pilz: Was nun?

Das hier gehört wohl zu den peinlichsten Momenten, die man sich in einer Apotheke vorstellen kann: Es juckt und brennt „da unten“, ein Vaginalpilz hat sich ausgebreitet und wir brauchen dringend ein Gegenmittel. Wir stehen also in der Schlange, sind endlich dran und flüstern der Apothekerin, oder noch schlimmer dem Apotheker zu, dass wir ein passendes Medikament brauchen. Mit Glück flüstert der/die Apotheker*in zurück und schiebt uns verstohlen das Medikament über den Tisch. Mit Pech geht das Ganze weniger unauffällig vonstatten. Hände hoch, wer das schon einmal erlebt hat! Da über zwei Drittel aller Frauen bereits mindestens einmal eine Scheideninfektion namens Vaginalmykose oder Vaginalkandidose hatten, dürften das jetzt sehr viele sein. Wir denken, der oder die Apotheker*in habe jetzt Bilder im Kopf. Bilder von wildem, hemmungslosem und leider auch wahllosem Sex, den wir hatten. Denn wir glauben, dass man nur auf diese Weise zu einer derartigen Geschlechtskrankheit kommen können. Deshalb ist es uns ja so unendlich peinlich. Nur ist dem leider gar nicht so, denn

a) wir hatten gar keinen Sex
b) wir hatten Sex mit Kondom
c) wir hatten keinen wahllosen Sex, denn wir haben uns gerade so richtig verknallt
d) so ein Vaginalpilz ist gar keine Geschlechtskrankheit.

Keine Geschlechtskrankheit? Ja, was denn sonst? Nun, mittlerweile werden die ehemaligen Geschlechtskrankheiten als STI bezeichnet. Dies steht für „sexuell übertragbare Infektion“ und stellt eine wesentlich genauere Bezeichnung dar. Das ist deshalb wichtig, weil  STI oft keine Schmerzen oder anderen Symptome verursachen. „Viele Menschen merken daher gar nicht, dass sie sich mit einer STI angesteckt haben und geben die Infektion unwissentlich an andere weiter.“  Eine Scheidenpilzinfektion gehört jedoch nicht dazu. Eine sexuelle Übertragung ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Denn Vaginalpilze befinden sich oft auch in einer gesunden Scheidenflora und leben mit Milchsäurebakterien in einem natürlichen Gleichgewicht. Ihr unkontrolliertes Wachstum, das zu den oben beschriebenen Symptomen führt, hat seine Ursache vielmehr in einem gestörten Gleichgewicht der Scheidenschleimhaut. Aber weil wir glauben, uns mit einer vorurteilsbehafteten Krankheit angesteckt zu haben, quälen wir uns lieber tagelang mit Brennen, Jucken, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und geschwollener Scheide herum , als uns einem Arzt oder Apotehker*in Hilfe zu holen. Blöd, oder?!

Alles, nur keine Geschlechtskrankheit

Wenn wir nun wissen, dass wir uns nicht infiziert haben, können wir erst einmal aufatmen. In dieser Hinsicht alles ok, sozusagen. Wenn wir von den Symptomen absehen. Unser neuer Liebhaber war es also nicht. Falls wir einen haben. Aber die öffentliche Toilette war es ebenfalls nicht. Denn auch so kommen wir entgegen weit verbreiteter Meinung nicht zu dieser Infektion. Meistens sind wir unwissentlich selber schuld. Alles dreht sich um den Hefepilz Candida albicans und den finden wir auch im gesunden Zustand im Genital- und Analbereich. Deshalb stecken wir uns auch nicht an, schließlich er ist ja schon da. Bei 37 Grad Körpertemperatur fühlt er sich prima und verursacht keine Umstände. Aber wehe, die Scheidenflora verändert sich, dann ist das seine Chance auf eine Bevölkerungsexplosion. Die Pilze vermehren sich schneller als Kaninchen und toben ähnlich umher. Die Folge sind Brennen, Rötungen und weißlicher Ausfluss. Und was hilft? Eine  Salbe in Kombination mit Scheidenzäpfchen, die es rezeptfreie in der Apotheke gibt. Nach drei tagen sollte das Pilzproblem dann wieder behoben sein. Frauen, die häufiger unter der Infektion leiden, sollten aber auf jeden Fall einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin aufsuchen.

Was sind denn nun die Ursachen, von denen ich schrieb, sie seien hausgemacht?

  1. Unsere Vagina ist selbstreinigend. Sie braucht daher keine zusätzlichen Reinigungsmittel. Wirklich nicht. Die schaden mehr als dass sie helfen. Wasser und ph-neutrale Seifen oder Intimwaschlotionen mit Milchsäure sind absolut ausreichend. Und zwar für die Vulva, also den äußeren Bereich. Innen in der Vagina haben Seifen und Lotionen absolut nichts zu suchen. Und lasst euch dabei nicht von dem reichhaltigen Angebot in der Drogerie irritieren. Finger weg!
  2. Wo wir gerade beim Thema Hygiene sind. Wenn wir uns beim großen Toilettengang (uuuuh, was für eine Bezeichnung) von hinten nach vorn sauber wischen, können dabei Bakterien aus dem Darm in die Vagina gelangen. Also immer schön von vorn nach hinten wischen!
  3. Slipeinlagen schützen unsere schöne Wäsche vor Ausfluss oder Regelblut. Damit sind sie eine äußerst nützliche Erfindung. Sie sollten aber regelmäßig gewechselt werden. Und fast noch wichtiger: Sie müssen unbedingt luftdurchlässig sein, da sich sonst Wärme oder Feuchtigkeit staut.
  4. Wer Tampons verwendet, sollte sich jetzt angesprochen fühlen. Denn auch die sollten nicht länger als nötig in der Vagina verbleiben. Dass es sie in verschiedenen Größen gibt, liegt an der wechselnden Stärke der Blutungen. Wenig Blut = kleiner Tampon. Viel Blut = großer Tampon. Achtet bitte auf die richtige Größe. Zu große Tampons bei wenig Blutung saugen auch die Scheidenfeuchtigkeit mit auf, kleben regelrecht fest und können dann Gewebestücke beim Entfernen mitreißen.
  5. Ihr schwimmt gern? Hervorragend, denn das ist gut für Leib und Seele. Nasse Badesachen hingegen weniger. Und wozu gibt es diese unendliche Vielfalt an schönen Bikinis, Badeanzügen oder Burkinis? Raus aus den nassen Sachen, rein ins die trockenen.
  6. Bekleidung ist das nächste Problem. Wer schon einmal schwitzende Menschen in Synthetikkleidung gerochen hat, kann sich vorstellen, dass dieses Material auch nicht gut für den Genitalbereich ist. Unterhosen, Hosen oder Strumpfhosen aus Synthetik mögen hübsch aussehen, sollten aber lieber durch Wäsche aus Naturfasern ersetzt werden. Und klar, die müssen auch jeden Tag gewechselt werden.
  7. Ihr liebt enge Hosen? Hm, dann habe ich leider schlechte Nachrichten für euch. Denn die unterbinden die Vagina-Belüftung und beeinflussen dadurch ebenfalls die Scheidenflora.

Ein ganz großes Feld finden wir hier: Wenn unser Immunsystem geschwächt ist, haben Infekte und andere Erkrankungen leichtes Spiel. So auch der Scheidenpilz. Was schwächt das Immunsystem?

  • Stress
  • zu wenig Bewegung
  • eine schlechte Ernährung mit zu wenig Vitalstoffen
  • zuviel Zucker
  • zuviel Alkohol
  • Rauchen, aber das ist ja nichts Neues
  • Schadstoffe aus der Umwelt
  • eine erhöhte Konzentrationen des Sexualhormons Östrogen, zum Beispiel während einer Schwangerschaft
  • Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes mellitus
  • Antibiotika, Cortison und alle anderen Medikamente, die das Immunsystem schwächen

Antibiotika? Die sollen doch gerade helfen? Ja, das erledigen sie auch an anderer Stelle. Als Nebenwirkung ziehen sie jedoch häufiger eine Pilzinfektion nach sich. Und dies nicht nur im Vaginalbereich oder an der Eichel. Nein, auch in der Mundschleimhaut in Form von Schluckbeschwerden und einem weißlichen Belag auf der Zunge. Kenne ich, hatte ich schon. Dagegen gibt es dann wiederum andere Pillen. Wer häufiger unter einer Pilzinfektion leidet, sollte insbesondere auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker achten. Denn Zucker finden diese Pilze auch so richtig gut. Ob noch andere Erkrankungen dahinter stecken können, solltet ihr mit eurem oder eurer Ärzt*in besprechen. Ein Arztbesuch ist auch dann angesagt, wenn es zu mehr als vier Infektionen im Jahr kommt.

Darf frau während der Erkrankung Sex haben?

Eigentlich finde ich die Frage überflüssig. Aus Erfahrung weiß ich, wie unangenehm ein Scheidenpilz sein kann. Und ich kann mir allein deshalb nicht vorstellen, dass eine Frau in dieser Zeit unbedingt Sex haben möchte. Abgesehen davon, dass Vulva und Vagina von Salbe und Zäpfchen gezeichnet sind. Vielleicht soll es sein, weil es um eine dringend erwünschte Schwangerschaft geht und es gerade die richtige Zeit dafür wäre. Oder weil der Partner Druck ausübt. Gut, dann wären klare Worte angesagt. Wenn ihr also gerade jetzt unbedingt Sex haben möchtet, dann könnt ihr latexfreie Kondome verwenden. Andere Materialien könnten durch die Salbe und Zäpfchen porös werden und reißen. Solltet ihr zwischen Vaginal- und Analverkehr wechseln, müsst ihr auch das Kondom wechseln, um die Pilze nicht hin- und herzutragen. Wenn ihr mögt, könnt ihr Gleitmittel verwenden.

Scheidenpilz zählt wie erwähnt nicht zu den STI und Sex selber führt auch nur äußerst selten zur Infektion. Das kann aber in seltenen Fällen passieren. Im ungünstigsten Fall springt die Infektion hin und her und man steckt sich gegenseitig immer wieder an. Bei Männern ist eine Pilzinfektion nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Sollte ein Verdacht bestehen, ist es Zeit für einen Besuch bei der Urologin oder beim Urologen.

Wenn es also brennt und juckt, braucht ihr euch nicht zu schämen, weil ihr glaubt, euch eine Geschlechtskrankheit eingefangen zu haben. Pilzinfektionen sind fast „normal“. Die Behandlung ist einfach und es dauert nur wenige Tage, bis die Sache überstanden ist. Achtet auf eure Gesundheit, versucht Stress zu vermeiden und denkt an die anderen Punkte, die ich oben zu den Ursachen aufgelistet habe. Mit etwas Glück bleibt ihr vom fröhlichen Treiben der pilze verschont.

 

Apropos Toilette: Wie viel Privatsphäre braucht ihr?

Wie haltet ihr es damit? Wenn ihr auf der Kloschüssel sitzt, lasst ihr dann die Tür auf oder schließt ihr ab? Wenn ihr Single seid, klar, dann könnt ihr das natürlich machen, wie ihr wollt. Und wenn ihr eine Wohnung mit separater Toilette habt, dann auch. Aber als Teil eines Paares? Mit dem WC im Badezimmer? Die einen stört es ja nicht, wenn sie sich die Zähne putzen, während der oder die Liebste sich 50 Zentimeter im großen Geschäft erleichtert. Andere schließen lieber gleich die Tür ab. Ich erinnere mich dabei immer an eine Situation aus dem Urlaub. Wir wollten später ausgehen und machten uns gerade dafür fertig. Meine Freundin saß auf der Toilette, als ich den Wein einschenkte. Während ich es für zuvorkommend hielt, ihr das Glas zu reichen und die Badezimmertür freudestrahlend aufriss, wäre sie vor Scham in Grund und Boden versunken, hätte sie nicht die Klobrille davon abgehalten. Danach musste ich erst einmal über meine eigene Einstellung zu dem Thema nachdenken…. Ist es ein Vertrauensbeweis, in derartig intimen Momenten Gemeinsamkeit zuzulassen? Ist es manchen Leuten nur schlichtweg egal? Oder dürfen wir die Tür auch ganz bewusst ab- und den anderen von diesem Teil unseres Lebens ausschließen? Und was macht es mit unserer Lust?

Wie wollen wir uns zeigen?

Zahnseide, Tampons, Pickel, Körperhaare – wollen wir uns wirklich so zeigen? Ach nee, lieber nicht, denken wir jetzt. Zuerst macht man das auch lieber nicht. Wir wollen uns ja nur von unserer besten Seite zeigen. So manche*r greift dann noch nach dem Aufwachen blitzartig zur Zahnbürste. Bloß kein Morgenmund… Mir erzählte eine Frau, dass sie sich jeden Morgen vor dem Aufwachen ihres Partners frisierte, schminkte und dann wieder ins Bett legte. Hm. Aber normalerweise bröckelt diese Mauer der Vortrefflichkeit irgendwann. Stück für Stück verlieren wir die Scham voreinander. Das ist auch gut so, denn damit kommen wir uns auch näher. Eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die darauf basiert, sich immer nur von der besten Seite zu zeigen, würde niemals wirklich intim werden. Oder? Und was ist mit dem Badezimmer? Wie weit darf die Intimität gehen, ohne dass uns der Appetit vergeht? Was macht es mit uns, wenn wir unserer Liebsten beim Bartzupfen oder unserem Liebsten beim Pickel ausdrücken zusehen? Oder beim Geschäfte erledigen? Naja, alle Ideale haben ihre Macken. So sind wir eben. Manchmal lässt es sich auch nicht vermeiden, weil wir eben nur ein Badezimmer haben und die Zeit morgens knapp ist.

Eigenen Grenzen erkennen und anerkennen

Unsere Schamgrenzen sind ganz unterschiedlich gestaltet. Den einen macht es nichts aus, alles von sich zu zeigen. Die anderen möchten ihre hygienischen Geheimnisse lieber für sich behalten. Die einen können gut über ihre Bedürfnisse sprechen und die anderen haben Hemmungen, weil sie keine falschen Signale aussenden möchten. „Vielleicht hält er/sie mich ja für verklemmt, wenn ich die Tür abschließe?“ Kann sein, dass er oder sie das tut. Was ist wichtiger? Die eigenen Grenzen achten oder bloß kein Ungemach verursachen? Nur, wo liegen die besagten Grenzen bei den einzelnen Partner*innen? Es lohnt sich wirklich, in der Hinsicht einmal über sich nachzudenken. Und auch mit dem oder der Partner*in darüber zu sprechen. „Was ist für dich ok? Was ist für mich ok?“ Und dabei sollten wir auch ehrlich sein. Es bringt nichts, sich zu verbiegen. Wenn ihr möchtet, dass die Tür zu ist, damit ihr euch ungestört eurer Körperpflege widmen könnt, dann ist das genauso auch ok. Wenn ihr dem oder der anderen bei allem zusehen wollt, auch. Solange es für den oder die andere genauso ok ist. Das Wichtigste ist, dass beide damit leben können.

Lustkiller oder Aphrodisiakum?

Und was macht es mit unserer Erotik, mit unserem Begehren, wenn wir wirklich alles vom anderen sehen? Was macht es mit MEINER Lust? Denn so richtig sexy ist das nicht. Aber das muss tatsächlich jede/r für sich selbst entscheiden. Intimität ist eine der Grundlagen einer Beziehung. Und wie viel Intimität können wir zulassen, ohne den anderen nicht mehr zu begehren? In jedem von uns steckt ein kleiner Exhibitionist oder eine kleine Exhibitionistin. Wir müssen es nur zulassen. Wir wackeln mit den Brüsten, stellen uns breitbeinig hin und lassen die Glocken klingen und brechen dabei in schallendes Gelächter aus. Aber das ist eine andere Form der Intimität als das offene Badezimmer. Es zeigt zwar einerseits Vertrauen, wenn wir uns vor unserem oder unserer Liebsten auch in dieser Hinsicht nicht genieren. Vertrauen kann Lust fördern. Es kann aber auch ein Mirdochegal sein. Und vielleicht fördert es auch das Gefühl, den anderen ganz zu haben, sich des anderen ganz sicher zu sein. Nur leider begehren wir immer das, was wir (noch) nicht haben oder dessen wir uns eben nicht so ganz sicher sind.

Ein Hoch auf den klitoralen Orgasmus

Danke Sigmund Freud. Danke, dass du uns Frauen – und Männern auch – auf Jahrhunderte den Floh vom vaginalen Orgasmus ins Ohr gesetzt hast. Ich hoffe, mein Sarkasmus kommt hier gerade richtig rüber. Es ist wirklich nicht zu fassen, was uns diese blöde Behauptung, nur der vaginale Orgasmus sei der wahre Orgasmus, auch heute noch für Ungemach beschert. Millionen Frauen kommen in großartigen, unbeschreiblichen und wesensverändernden Orgasmen zum Höhepunkt – mit ihren eigenen Händen, den Händen und Zungen ihrer Partner und Partnerinnen, mit Sex Toys in jeder erdenklichen Form. Aber das alles zählt nicht, weil es nur darum zu gehen scheint, beim Rein-Raus-Spiel mit dem Partner zu kommen. Und das am Besten natürlich auch noch gleichzeitig. Gottseidank erreichen mich immer wieder Fragen von Frauen, die scheinbar unter diesem Problem leiden. Denn dadurch weiß ich, dass es hier noch viel Aufklärungsbedarf gibt. DER VAGINALE ORGASMUS IST EIN MYTHOS!!! Ein Hoch auf die Klitoris!!!

Vaginal? Klitoral? Mir doch egal!

Ich hatte gerade erst neulich ein Gespräch mit einem Mann, der sich unter anderem von seiner letzten Freundin getrennt hatte, weil sie im für ihn entscheidenden Moment nicht kommen konnte. Er empfand es als anstrengend, sie zusätzlich befriedigen zu müssen bzw. ihr dabei zuzuschauen, wie sie es sich selber machte. Und warum empfand er das als anstrengend? Weil er dachte, mit ihr stimme etwas nicht. Und er dachte außerdem, er könne es ihr nicht richtig besorgen. Solche Gedanken führen natürlich zu Frustrationen. Und übrigens letztendlich sogar zu sexuellen Funktionsstörungen. Wir sind eben mehr als die Summe unserer Genitalien. Aber diese Frau konnte ja kommen! Herzlichen Glückwunsch! Denn auch das ist nicht allen Frauen vergönnt. In Fall dieses Mannes halfen tatsächlich klare Worte, um das Bild der „verrückten“ Sexualität gerade zu rücken. Denn mit beiden war schließlich alles in bester Ordnung. Es ist nur schade, dass sie den Sex miteinander nicht genießen konnten, weil sie sich von Freud unter Druck setzen ließen. Danke Freud.

Ja, es gibt auch Frauen, die durch das pure Rein-Raus zum Orgasmus kommen. Das sind im besten Fall ca. ein Drittel aller Frauen, im schlechtesten Fall 4%. Aller Frauen. 4%. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Zumindest sagt das die Wiener Ärztin und Sexualtherapeutin Dr. Elia Bragagna. Ich neige dazu, die Zahlen nicht für übertrieben zu halten. Manche Männer behaupten ja, ihre Frauen kämen alle immer zum Orgasmus. Ja, wirklich? Bist du sicher? Um dem Druck zu entgehen und dem Mann das Gefühl zu geben, ein guter Liebhaber zu sein, täuschen laut einer Studie der Berliner Charité 90% der Frauen ihrem Partner auch schon einmal einen Orgasmus vor. Dabei ist jede zweite Frau auch ohne einen Orgasmus sexuell zufrieden. Aber müssen wir uns damit zufrieden geben? Nein! Wir können ja kommen! Wir können es!!! Aber eben nicht alle auf diese Weise.

Hotspot Klitoris

Letztendlich ist es die Klitoris, die für alle unsere Orgasmen verantwortlich ist. Und deswegen sollten wir ihr all unsere Aufmerksamkeit schenken. Dabei ist sie nicht immer leicht zu finden, zuweilen muss der oder die Suchende dafür schon eine Brille aufsetzen. Ganz klein, manchmal auch etwas größer, versteckt sich die hochempfindliche Klitoriseichel, die Glans, am oberen Ende der inneren Schamlippen. Erregung erschwert die Suche zusätzlich, da sie sich dann hinter ihre klitzekleine Vorhaut zurückzieht. Und wer nicht so genau gucken kann, sollte sie sich einfach zeigen lassen. Denn es lohnt sich. Die Glans ist der absolute Hotspot der weiblichen Lust, immerhin laufen hier bis zu 8000 Nervenenden zusammen. Die direkte Berührung ist nicht immer angenehm, deswegen empfiehlt sich die kreisende Bewegung um das Areal darum herum. Empfindliche Peniseichel-Träger kennen das aus eigener Erfahrung. Auch deren Glans ist äußerst empfindlich. Apropos darum herum. Die Eichel ist ja nur der sichtbare Teil der Klitoris und beileibe nicht der einzige Hotspot hier unten. Ähnlich einem Eisberg versteckt sich der weitaus größere Teil der Klitoris – nämlich die beiden Klitorisschenkel und die dazugehörigen Schwellkörper – unter den äußeren Schamlippen und ziehen sich bis in das Körperinnere hinein. Auch der hochempfindsame Scheideneingang wird umschlossen. Das alles kann wunderbar zur Steigerung der Erregung einbezogen werden!

Kuscheln mit der Klitoris

Wer nun Glück hat, gehört zu den wenigen Auserwählten und kommt allein durch die Reibung des Penis an diesen nicht sichtbaren Teilen der Klitoris zum Orgasmus. Bei manchen Frauen liegt die Glans auch näher am Scheideneingang und wird durch die Bewegungen mitstimuliert. In der Reiterstellung können alle anderen ihr Becken übrigens so kippen, dass die Eichel am Becken des Partners reibt. Wer kein Glück hat, hat trotzdem Glück und gehört zu den anderen Auserwählten. Denn dann gibt es eine extra Portion Aufmerksamkeit für die kleine Lustperle. In der Löffelchenstellung ein Bein nach hinten um die Beine des Partners gelegt und schon ist der Weg frei. Sie oder er? Da sollte sich keiner streiten, man kann sich ja abwechseln. Und wozu gibt es Sex Toys? Kleine Fingervibratoren stören nicht und massieren die Klitoris noch einmal zusätzlich. Ach, ist das schön. So, bitte weitersagen, damit Sigmund Freud zumindest in dieser Hinsicht endlich aus unseren Köpfen verschwindet!

 

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Die schöne neue Welt des Drohnenpornos

Es gibt technische Entwicklungen, die uns begeistern und uns vielleicht sogar das Leben erleichtern: Was würden wir ohne unsere Navi-App machen, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto? Demnächst garen wir alle unser Fleisch und Gemüse in Sous Vide-Garern (das könnt Ihr jetzt mal googeln, ist recht interessant) und werden zu unseren eigenen Sterne-Köchen und –Köchinnen. Und dann erst die Entwicklung im Bereich der Fotografie! Hochauflösende Kameras auf kleinstem Raum! Wir können überall und jederzeit die allerbesten Fotos schießen, können unsere erotischen Träume auf Fotopapier bringen. Und wir können dank der überall integrierten Videofunktion zu unseren eigenen Pornoregisseuren werden. Was mir ganz persönlich in Verbindung mit Kameras von Anfang an allerdings sehr viel Unbehagen verursacht, sind Drohnen: Aufklärungsdrohnen, Drohnen zur Kriegsführung, Drohnen zum Pakete vor die Haustür liefern, Drohnen zur Erstellung von Luftaufnahmen. Und Luftaufnahmen sind auch hier das Stichwort.

Liebe aus der Luft betrachtet

Stellt euch vor, ihr liegt auf einer Wiese im Nirgendwo und seid gerade so richtig versunken in euer Liebesspiel. Ihr liegt auf einer Decke, seid beide nackt. Ihr leckt, lutscht, vögelt und genießt. Plötzlich hört ihr ein Surren. Ihr blickt euch um. Keiner zu sehen. Das Surren wird lauter. Und plötzlich erscheint über euch eine Drohne. Und ihr wisst nicht, was die gerade macht. Wird sie nur zum Spaß durch die Gegend geflogen? Oder fotografiert und filmt sie Euch gerade? Nun kann man mir ja sagen: Anja, das kann dir doch mit jedem Handy auch passieren! Ja, das kann schon sein. Aber so einer Drohne ist nicht beizukommen. Ihr habt keine Chance, ihr zu entkommen. Das habe ich tatsächlich neulich an der Ostsee erlebt. Keine Ahnung, ob da jemand Privates am Werk war oder es um die Segelregatta auf dem Wasser ging. Die Drohne kam, sah und verschwand. Ich war nicht nackt und hatte auch keinen Sex. Aber unheimlich war es trotzdem. Zuhause könnte ihr die Vorhänge zuziehen. Aber will ja nun auch nicht jeder. Und vermutlich bekommt ihr noch nicht einmal mit, dass da ein drittes Auge unterwegs ist. Also ich weiß nicht, mir gefällt das einfach nicht. Noch scheint das nicht so akut zu sein. Noch sind Drohnen in privater Hand Seltenheit. Aber sie werden immer besser und vor allem auch immer erschwinglicher.

Wie so oft hält neue Technik auch immer Einzug in das Pornogeschäft. Eigentlich ist es häufig sogar andersherum. Neue Entwicklungen finden statt, weil sie der Pornobranche Nutzen versprechen. Denken wir nur mal an die alten VHS-Filme. Diese ganze Technik haben wir der Möglichkeit zu verdanken, dass damit Pornos endlich auch zuhause angeschaut werden konnten. Die Idee,  nun einen Porno mithilfe von Drohnen zu drehen, ist also naheliegend. Genau das haben sich auch zwei Filmemacher aus Brooklyn gedacht und tatsächlich einen Drohnen-Porno gedreht. Die Initialzündung für „Drone Boning“ war übrigens genau diese Angst vor der Verletzung der Privatsphäre. Ich bin also nicht allein mit meiner Sorge. Dieser Drohnen-Porno ist nun tatsächlich ein wirklicher Hingucker! Unterschiedliche Paare – Schwule, Lesben, Heteros – wurden aus teilweise großer Höhe in wunderschönen Landschaften außerhalb San Franciscos gefilmt. Beim Sex natürlich. Und so ist hier alles ganz wunderschön: Die Menschen, die Natur, die Bilder. Mehr Kunst als harter Porno.

Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu

In diesem Fall muss ich leider sagen, dass ich die wunderbare Ästhetik bedauerlich finde. Der Film ist beeindruckend. Doch wie schon die Filmemacher selber sagen: Etwas, das nicht zum Masturbieren dient, wird vermutlich keine Verbreitung finden und gilt nicht als guter Porno. Und dieser Film lädt nun einmal nicht zum Masturbieren ein. Dafür ist er viel zu zurückhaltend, was konkrete sexuelle Handlungen betrifft. Aber andere Drohnen-Pornos werden folgen und die Vorstellungen erfüllen. Und es werden Grenzen überschritten werden und es wird die Privatsphäre der Menschen verletzt werden. Deshalb kann ich jedem Hobby-Regisseur nur ans Herz legen, auf das zu achten, was dem Filmemacher wichtig war: Wenn ihr euch selber filmt, könnt ihr machen, was ihr wollt und wie ihr es wollt. Ihr könnt eure Gesichter offen zeigen oder verdecken. Wenn ihr aber mit euren Drohnen durch die Gegend fliegt, achtet bitte auf die Privatsphäre anderer Menschen!

 

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Keine Ausreden mehr! Her mit dem Kondom!

Dank gezielt gestreuter Werbung weiß heute fast jeder, dass Kondome Schutz bieten vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen (STI). . In der Schule wird heute früh aufgeklärt. An Holzdildos oder Bananen lernen die SchülerInnen das Aufziehen teilweise lange vor dem ersten Ernstfall. Früher war das anders. Mein erster Kontakt war auf einem Geburtstag bei einer Schulfreundin. Da war ich vielleicht zwölf und hatte von Tuten und Blasen noch wirklich keine Ahnung. Die Jungs zogen die Kondome auf einer öffentlichen Herrentoilette aus dem Automaten und funktionierten sie zu Wasserbomben um. Dies sorgte für großes, aber auch peinlich berührtes Gelächter. Welchem Zweck die Kondome eigentlich dienten, das wusste ich noch nicht wirklich. Ob die anderen es wussten? Das glaube ich eigentlich auch nicht. Heute ist das ja nun zum Glück etwas anders. Die Mach’s mit-Plakate und die lustigen TV-Spots der BzgA haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Kondome gesellschaftsfähig geworden sind. Die Hemmschwelle beim Kauf und Gebrauch wurde eindeutig gesenkt. Trotzdem gibt es immer noch eine Menge Stolperfallen auf dem Weg zum sicheren Sex. Und zwar nicht nur bei AnfängerInnen. Auch ältere Menschen, die sich nach einer langen Partnerschaft ins sexuelle Abenteuer stürzen, haben hier oft noch keine Erfahrungen.

Die erste Hürde: Der Einkauf

Möchte man ein Kondom benutzen, muss man erst einmal eines haben. Man kann sie an vielen verschiedenen Orten kaufen: In der Apotheke, in der Drogerie, im Supermarkt, im Sexshop oder ganz anonym im Internet. Für gestandene Liebhaber und Liebhaberinnen stellt es kein Problem dar, sich mit der sichtbaren Ankündigung von Sex in die Schlange an der Kasse einzureihen. Für die Schüchternen und auch die Anfänger sieht das hingegen doch häufig etwas anders aus. Somit kann das schon die erste Hürde sein, an der sie scheitern. Dabei fällt mir auf, dass ich häufiger gedankenverloren auf die Waren auf dem Fließband vor mir starre – Kondome habe ich auf dem Laufband aber noch nie gesehen. Ein Supermarkt scheint nicht die erste Adresse zu sein, wenn es um derart persönliche Einkäufe geht. Vertrauenerweckende Apotheken oder der anonyme Versand über das Internet sind da schon eher geeignet.

Ein, zwei, drei – Welche Sorte wünsche ich mir herbei?

Die nächste Frage: Welches Kondom soll es denn sein? Mit Geschmacksrichtung, farbig, feucht oder trocken, mit Noppen oder im Dunkeln leuchtend. Es gibt hauchdünne Kondome und auch dickere, die besonders gut für den Analverkehr geeignet sind. Innen mit Benzocain oder Lidocain beschichtete Kondome sollen die Empfindlichkeit der Eichel herabsetzen. Das soll Männern helfen, die unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden. Hier hat jede/r eigene Vorlieben. Wichtig ist, dass das Kondom das Prüfsiegel CE hat und  sich noch innerhalb des Haltbarkeitsdatums befindet. Vor dem Kauf also kurz innehalten und überlegen, welches es denn nun genau sein soll.

Weniger ist manchmal mehr

Die richtige Größe ist absolut wichtig. Ein zu kleines Kondom kann reißen. Ein zu großes Kondom (und Männer neigen gern zu Übertreibungen) kann abrutschen. Penisse sind nun einmal von Träger zu Träger sehr unterschiedlich. Und so gibt es Kondome auch in verschiedenen Größen und Formen. Entscheidender als die Länge ist zwar der Umfang. Trotzdem ist beides wichtig. Also nehmt euch ein Maßband und messt euren Liebling aus. Die Länge wird im erigierten Zustand von der Peniswurzel bis zur Eichel gemessen und der Umfang an der dicksten Stelle. Auf der Seite der BzgA gibt es als Hilfe ein Online-Kondometer. Mit dem könnt ihr ganz einfach herausfinden, welche Kondomgröße ihr habt.

Aufgepasst bei der Lagerung!

Endlich habt ihr das richtige Kondom gefunden und gekauft. Jetzt muss es im passenden Moment auch zur Hand sein. Entgegen der allgemeinen Gewohnheit sind Portemonnaie oder  osentasche keine guten Aufbewahrungsorte. Hier kann das Material durch Reibung, Druck und Wärme porös werden und beim Gebrauch reißen. Das wäre blöd. Besser ist es daher, Kondome in einer kleinen Schachtel oder Dosen aufzubewahren. Aufpassen im Urlaub: Temperaturen über 30 Grad sind ebenfalls schlecht für das Material!

Seid mutig und übernehmt Verantwortung

Endlich geht es zur Sache und der Augenblick der Glückseligkeit naht. Doch wie sagt ihr nun, dass ihr ein Kondom dabei habt? Denkt er, ihr seid leicht zu haben, wenn ihr vorsorgt? Denkt sie, ihr würdet nur das Eine wollen? Diese Gedanken plagen weniger die erfahrene Liebhaber und Liebhaberinnen oder Beziehungserprobte. Vielmehr sind dies Gedanken, die eher junge oder unerfahrene Menschen aus Scham davon abhalten, für sich selber zu sorgen. Sie halten davon ab, sich zu schützen. Ganz besonders, wenn die Schwangerschaftsverhütung schon durch ander Verhütungsmethoden gesichert ist. Kondome schützen aber nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften. Sie sind ein fester Bestandteil des Safer Sex und schützen somit auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Mit denen ist nun wirklich nicht zu spaßen. Seid also mutig: Holt das Kondom einfach raus und haltet es eurem Liebspartner oder eurer Liebespartnerin vor die Nase. Oder legt es ganz selbstverständlich auf den Nachttisch, klemmt es zwischen die Zähne, redet darüber. So ein Kondom könnt ihr auch in das Liebesspiel einbeziehen. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, es mit den Lippen überzustreifen? Oder es direkt an einen kleinen Handjob anzuschließen? Oder macht eine große Show daraus? Abrakadabra Fidibus! Humor schadet sowieso nie und lockert so manche befangene Stimmung auf.

Gewusst wie

Kondompackungen sollten immer auf der gezackten Seite aufgerissen und vorsichtig aus der Hülle gezogen werden. Scheren sind hier ein Tabu. Genauso wie spitze oder eingerissene Nägel könnten sie das Material verletzen. Passt also gut auf. Ein noch so kleiner Riss kann Jahre später zu einer Einladung zum Abiball eures Kindes führen. Das kleine Reservoir oben am Kondom wird später das Sperma auffangen. Dafür muss genügend Platz da sein. Deshalb wird es beim Aufziehen mit zwei Fingern zusammengedrückt. Nun wird das Kondom auf die Eichel gelegt und vorsichtig über dem Penis abgerollt. Wenn sich das Kondom so gar nicht abrollen lässt, liegt es vermutlich falsch herum. Aufgepasst! Schon vor dem Sex können sich erste Lusttropfen mit Spermien auf der Eichel befinden. Deshalb darf es nicht einfach umgedreht werden. Hier muss auf jeden Fall ein neues KOndom her! Wenn ihr Latexkondome benutzt, dürfen diese nicht mit öl- oder fetthaltigen Gleitmitteln verwendet werden, da auch davon das Material porös wird. Ein Tipp noch: Wenn ihr den Penis oder auch ein Sextoy aus Vagina oder Anus herauszieht, solltet ihr das Kondom festhalten, damit es nicht am Ende aus Versehen abrutscht oder hängenbleibt. Stürzt ihr euch erneut ins Vergnügen, muss natürlich ein neues Kondom her!

 

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Liebt euch – Küsst euch!

„Küssen kann man nicht alleine“ singt Max Raabe und damit hat er ja auch tatsächlich Recht. Alle erotischen Spielereien können wir mehr oder weniger erfolgreich mit uns selber veranstalten. Aber küssen? Hierfür brauchen wir immer und unbedingt ein Gegenüber. Für den erotischen Kuss einen Liebespartner, für alle anderen Küsse kann es auch ein Familienmitglied, ein Freund oder das geliebte Haustier sein. Mit einem Kuss drücken wir Liebe und Zuneigung aus. Prostituierte sind zu allem bereit, nur nicht dazu. Denn ein Zungenkuss ist so unglaublich intim und persönlich. Das teilen auch diese Frauen nur mit ihrem Liebsten oder ihrer Liebsten. Ein Kuss kann ganz zart sein oder auch einen Sturm der Leidenschaft entfachen. Ich schlage vor, Küssen ganz oben auf die Liste unserer guten Vorsätze zu stellen. Zeigen wir unserer Liebsten oder unserem Liebsten auf diese Weise, wie sehr wir sie oder ihn lieben – und küssen, was das Zeug hält!

Stolperfalle Zungenkuss

Erinnert Ihr Euch noch an euren ersten Zungenkuss? Meiner erster kam etwas unerwartet beim Flaschendrehen als Teenager auf meiner eigenen Geburtstagsparty. „Auf wen die Flasche zeigt, ….“ Ups. Ihr kennt das. Ich weiß gar nicht mehr, wer der Glückliche war. Aber ich kann mich noch genau an die heiße Diskussion unter uns Mädchen im Anschluss  erinnern.

„Hast du deine Zunge bewegt?“

„Ja, macht man das nicht so? Habe ich zumindest gehört.“

„Oh nein, ich habe meine ganz still gehalten!“

„Hm, ich frage mal meine ältere Freundin. Die weiß das, die hat schon mal geküsst.“

Verwirrung in Zeiten der Bravo-Aufklärung. Auch ein guter Zungenkuss ist nicht naturgegeben, wie so mancher denken mag. Und was man alles falsch machen kann! Zu nass, zu hart, zu schlaff, zu zögerlich. So etwas hat wohl jede/r von uns schon einmal erlebt. Dabei ist gerade ein guter Zungenkuss wie eine Visitenkarte auf dem Weg zur Glückseligkeit. Und dieser kann so vielseitig sein. Die Zungenspitze kann spielerisch an den Lippen, der Zunge und den Zähnen des anderen entlanggleiten, sie kann aber auch herrisch die Mundhöhle erobern, gleichsam vorstoßen und Besitz ergreifen. Mit einem Kuss kann man den anderen förmlich zu sich hinüber ziehen, oder auch nur zart an der Unterlippe saugen und knabbern. Mit einem Kuss können wir Schüchternheit oder Selbstbewusstsein ausdrücken.

Ein Kuss erfordert Einfühlungsvermögen. Wir brauchen schon den passenden Moment dafür. Ein schreiendes Baby im Nebenzimmer oder der Hund, der dringend raus muss, sind Gründe, den richtigen Zeitpunkt noch einmal zu überdenken. Und wenn sich das Gegenüber in den Armen versteift, den Kopf zurückzieht oder anfängt zu röcheln, sollte man schleunigst die Marschrichtung wechseln, bevor sich der andere ganz entzieht. Mundhygiene ist auch so ein Thema in Sachen Küssen. Direkt nach dem Genuss von frischen Zwiebeln darf man sich nicht wundern, wenn der Wunsch nach Zungenkontakt nicht so gut ankommt. Gepflegte Zähne und weiche Lippen sind ebenfalls gute Wegbereiter. Man könnte jetzt denken, dass das wohl klar ist. Ist es aber nicht. Und so erwähne ich es deshalb an dieser Stelle noch einmal.

Küssen ohne Forderungen zu stellen

In längeren Beziehungen ist es oft so, dass am Anfang leidenschaftlich gern geküsst wird, diese Aktivität aber mit der Zeit immer mehr abflaut. Und irgendwann wird aus dem intensiven und erregenden Zungenkuss ein freundschaftlicher Wangenkuss. Nehmen wir uns doch mehr Zeit für diese lustvolle Variante von Nähe! Ein paar ruhige Minuten, eine liebevolle Umarmung, das Gesicht mit den Händen umfassend, den Körper eng an den anderen geschmiegt – das schafft Geborgenheit und fühlt sich gut an. Wir laden kurz die Liebesbatterien auf und gehen beschwingt durch den Tag. „Kurz“ ist übrigens auch ein Zauberwort. Denn wenn ein Kuss nur für sich steht und nicht als Aufforderung zum Sex gesehen wird, ist viel häufiger der richtige Zeitpunkt dafür da!

 

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