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Wo finde ich nur die Liebe?

Ihr seid auf der Suche nach einer Partnerin oder einem Partner? Soll es der große Knall sein? Oder darf es auch etwas langsamer sein? Egal wie, es heißt, nichts wie raus aus den eigenen vier Wänden. Denn dort wird sich voraussichtlich nichts Weltbewegendes ereignen. Es sei denn, der Handwerker oder der Paketbote lassen das Herz höher schlagen. Wenn nicht, sollte man sich aus der Komfortzone herausbewegen und noch andere Menschen kennenlernen. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. In einer schier unendlichen Auswahl an Partnerbörsen steuert man direkt auf das Ziel zu und hofft, dort die Liebe auf den ersten Blick zu finden. Aber oft dauert es etwas länger, bis wir uns in einen Menschen verlieben. Und auch dafür gibt es Möglichkeiten, bei denen man auch gleich noch etwas für sich und das eigene Selbstwertgefühl tun kann.

Partnerbörsen und die Hoffnung auf den großen Knall

Laut der Internetseite singleboersen-vergleich.de gibt es im deutschsprachigen Raum über 2.500 Singlebörsen, Partnervermittlungen, Seitensprung-Agenturen und ähnliches. Das ist wirklich viel und bietet für jeden noch so ausgefallenen Wunsch eine Möglichkeit: Mit Hund oder anderem Haustier, astrologischen Vorkenntnissen oder osteuropäischem Hintergrund. Aber wir haben ja auch 11 Millionen Singles in Deutschland. Knapp 8 Millionen davon tummeln sich in den verschiedensten Online-Dating-Börsen. Monatlich. Dazu kommen noch 3,5 Millionen, die auf der Suche nach Sexkontakten sind. Ebenfalls monatlich. Da sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein. Aber wie erfolgreich ist diese Art der Beziehungsanbahnung? Für die Studie “Vom Online-Dating zum Traualtar” wurden über 800 deutsche Standesämter befragt und es stellte sich heraus, dass sich von den im Jahr 2013 getrauten Paaren tatsächlich ganze 16,4% im Internet kennengelernt haben. Auffällig oft handele es sich dabei um Zweitehen, was darauf schließen lasse, dass sich ältere Suchende zunehmend im Internet finden. Nicht jeder aber mag zugeben, auf diese Weise zueinander gefunden zu haben und nicht jede Beziehung tritt irgendwann einmal vor den Traualtar. Die Dunkelziffer für die erfolgreiche Verkupplung dürfte also wesentlich höher liegen.

Das Internet ist wie ein riesiger Ozean voller Fische. Wie soll man da den richtigen Partner oder die richtige Partnerin finden? Wenn wir uns in einer Singlebörse oder Partnervermittlung anmelden, haben wir in der Regel bereits eine klare Vorstellung vom Traumpartner im Kopf. Manche legen sich bereits auf Äußerlichkeiten wie Haarfarbe und Größe fest, andere auf Charaktereigenschaften bis hin zu Bildungsstand, Einkommensklasse und räumlicher Entfernung. Dazu kommen Ausschlusskriterium wie Raucher oder Nichtraucher. Sind diese Parameter festgelegt, kann es losgehen. Online werden die ersten Kontakte geknüpft. Wir schreiben hin und her, telefonieren vielleicht sogar. Dann wird es Ernst, das erste Treffen naht. Butter bei die Fische, wie wir hier im Norden sagen. Sofort wird gescannt und ausgesiebt: Wie sieht der/die andere aus? Frisur, Figur, Gesicht, Kleidungsstil, die Art zu sprechen und sich zu bewegen, alles wird bewertet. Und hier haben wir auch schon die erste Stolperfalle. Denn weiter kommen viele gar nicht. Denn wenn das Gegenüber nicht sofort in das Bild vom Traumpartner passt, ist er oder sie raus. Ein zweites oder gar drittes Treffen gibt es dann nicht mehr.

Manchmal kommt die Liebe auch auf leisen Sohlen

Mal ganz im Ernst, wie häufig im Leben erleben wir die Liebe auf den ersten Blick? Wie oft knallt es so, dass wir sofort Schmetterlinge im Bauch haben und nicht mehr klar denken können? Aber genau das ist die Erwartung an unser Online-Date. Schnackelt es nicht sofort, kommt gleich der oder die Nächste dran. Viele sind aber auch gleich nach dem ersten Misserfolg am Boden zerstört. Beim Online-Dating braucht es aber Durchhaltevermögen und ein gesundes Selbstbewusstsein. Und ganz nebenbei bemerkt, ist es beim großen Knall oftmals die Wunschvorstellung des anderen, in die wir uns verlieben. Erst mit der Zeit entwickelt der anderen vor unseren Augen seine oder ihre eigene Persönlichkeit und dann gilt es, diese wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Oft dauert es eben viel länger, bis wir herausfinden, was wirklich in einem anderen Menschen steckt und auch, ob er zu uns passt, unabhängig von unseren Wunschparametern. Und wie oft schon haben wir uns in einen Menschen verliebt, den wir schon ganz lange kennen? Der Arbeitsplatz ist da eine prima Möglichkeit, quasi zufällig und auf lange Sicht den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden. Hier ist es genau anders herum. Man lernt sich erst ganz ungezwungen kennen und verliebt sich dann. Der Traumprinz oder die Traumprinzessin wird nicht gesucht, sondern zufällig entdeckt. Ganz nebenbei finden wir heraus, ob der andere zu uns passt, welche Vorlieben er hat, wo sich Gemeinsamkeiten finden, ob man miteinander reden und lachen kann. So eine Beziehung kann wachsen. Laut Umfrage des Marktforschungsinstituts IFAK hat jeder zehnte Arbeitnehmer seinen Partner am Arbeitsplatz kennen gelernt. Dazu kommen übrigens noch ungefähr genau so viele Affären.

Der Arbeitsplatz muss sich auch gar nicht auf den festen Job beschränken. Auch im ehrenamtliche Bereich finden sich haufenweise Tätigkeiten, bei denen man andere Menschen kennenlernen und gleich noch etwas Gutes tun kann. Und das ist gut für das Selbstbewusstsein! Wie auch andere Aktivitäten, bei denen wir uns persönlich weiter entwickeln können wie Volkshochschulkurse, Tanzschulen oder Sportvereine, in denen man Gleichgesinnte trifft. Hier können wir zum einen zeigen, was in uns selbst steckt und zum anderen schauen, was die anderen so alles mitbringen. Und dann zählen vielleicht mit einem Mal nicht mehr die vorher festgelegten Parameter, wenn uns der andere mit seiner oder ihrer Persönlichkeit beeindruckt.

Geben wir der Liebe doch eine Chance

Wenn wir wirklich herausfinden wollen, was in einem anderen Menschen steckt, sollten wir uns die Chance geben, ihn oder sie besser kennenzulernen. Auch wir selber können beim ersten Date nicht gleich alle Facetten unserer Persönlichkeit vor dem anderen ausbreiten. Womöglich ergeben sich erst mit der Zeit gemeinsame Lebenskonzepte, die auf den ersten Blick gar nicht erkennbar waren. Vielleicht hat der Raucher ja sogar vor, bei nächster Gelegenheit mit dem Rauchen aufzuhören. Vielleicht hat unser Date bei dem Versuch, sich bestmöglich zu präsentieren, auch nur über die Stränge geschlagen. Gehen wir also mit Gelassenheit an die Sache heran. Geben wir uns die Zeit. Und wenn bei einem Date nur ein schönes Abendessen ohne Schmetterlinge im Bauch herausspringt, sollten wir auch das mit Gelassenheit nehmen. Slow-Dating statt Speed-Dating!

 

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