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Liebe zu dritt

Ich weiß nicht, wer den Begriff „Flotter Dreier“ geprägt hat. Und ehrlich gesagt, mir gefällt er nicht besonders gut. Das klingt so abgedroschen. Mir fehlen dabei die Gefühle, die Erotik, das Besondere. „Flotter Dreier“, hm. Für mich hört sich das mehr nach einer gymnastischen Übung als nach einem Liebesspiel an. Und das ist es schließlich, und zwar ein Liebesspiel der ganz besonderen Art. Deshalb bevorzuge ich den Begriff „Ménage à trois“. Das hört sich doch schon ganz anders an. Erotisch, aufregend, spannungsgeladen. Das hört sich nach einem französischen Spätfilm an, der vor Erotik nur so bebt, bei dem sich mein Unterleib schon allein durch das Setting bemerkbar macht. Und eine Ménage à trois ist wahnsinnig erotisch aufgeladen. Drei Menschen lassen sich aufeinander ein, zeigen ihre Lust, wecken die Lust der anderen, schenken sich Lust, spielen miteinander. Drei Menschen, die sich alle gleich wohlfühlen und sich gegenseitig das richtige Maß an Aufmerksamkeit schenken. Drei Höhepunkte. Ahhhhhhhh. Hmmmmm. Rrrrrrrrr.

Wenn aus der Fantasie Wirklichkeit wird

Die Vorstellung von der Liebe zu dritt gehört zu den häufigsten sexuellen Fantasien von Männern und Frauen. Wobei es einige kleine Unterschiede gibt. Männer stellen sich den Sex am Liebsten mit zwei Frauen vor. Weil sie sich gern verwöhnen lassen möchten. Und weil es sie scharf macht, den Frauen dabei zuzuschauen, was die so miteinander treiben. Frauen stellen sich zwar ebenfalls eher eine zweite Frau vor, dies hingegen, weil sie sich damit sicherer fühlen. In der Fantasie schlängeln sich schweißnasse Körper umeinander, weiß man nicht mehr, was zu wem gehört, ist alles einzig und allein pure Lust. Soweit zu Fantasie und Wunschvorstellung. In der Realität erfordert es viel Fingerspitzengefühl, damit aus der heißen Fantasie auch tatsächlich ein erregendes Erlebnis wird. Mit einer Ménage à trois kann ein Paar etwas Neues innerhalb der Beziehung ausprobieren, ohne Gefahr zu laufen, sich des gegenseitigen Fremdgehens zu beschuldigen. Man sammelt gemeinsam Erfahrungen, erweitert den sexuellen Horizont, bringt neuen Schwung ins Liebesleben. Aber es lauern auch Gefahren und Stolperfallen, derer man sich vorher vielleicht gar nicht bewusst ist.

Ein paar Grundregeln

Es gilt einiges zu beachten. Nicht jeder ist dazu bereit, etwas so Intimes wie Sex mit einem weiteren Menschen zu teilen. Ganz im Gegenteil können sich das sogar ziemlich viele so gar nicht vorstellen. Deswegen sollte man den Partner niemals drängen und auch auf die eigenen Grenzen achten. Das ist einfacher als es sich anhört, denn viele Menschen möchten es dem Partner gern recht machen und achten dabei eben nicht auf ihre eigenen Grenzen und Wünsche. Auch ist eine stabile Partnerschaft ein unbedingtes Muss, möchte man sich auf diesen neuen Schwung einlassen. Beide Partner müssen sich sicher, aufgehoben und respektiert fühlen. Ansonsten kann es leicht dazu kommen, dass sich ein Partner beim Sex mit einer dritten Person zurückgesetzt fühlt. Eifersucht ist da vorprogrammiert. Ist der andere attraktiver? Interessanter? Begehrenswerter? Da heißt es aufpassen, sich gegenseitig verwöhnen, aber dabei immer den Partner im Auge behalten. Vielleicht erhebt aber auch die dritte Person plötzlich irgendwelche Besitzansprüche. Darüber sollte man vorher sprechen. Auch darüber, was erlaubt ist und was nicht. Anfassen? Küssen? Oralverkehr? Geschlechtsverkehr? Man muss nicht gleich aufs Ganze gehen!

Und dann stellt sich ja die ganz große Frage: Woher nimmt man eigentlich die dritte Person? Gibt es da schon jemanden, den man sich vorstellen kann? Eine gute Freundin, einen guter Freund? Dabei sollte man bedenken, dass man diesen Menschen später mit Sicherheit wiedersehen wird. Das kann einem dann schon die Schamesröte ins Gesicht treiben. Das erotische Erlebnis natürlich auch die Freundschaft gefährden. Will man das riskieren? Holt man hingegen einen fremden Menschen dazu, liegt die Schamgrenze meist deutlich niedriger. Das kennen wir aus One Night Stands und Urlaubsflirts. Wenn wir den anderen sowieso nicht wiedersehen, sind wir oft viel hemmungsloser und offenbaren eher unsere geheimen Wünsche. Und wo wird man nun fündig? Internet, Swingerclub, Prostituierte? Das ist nicht jedermanns Sache. Um aber jemand Passendes an der Bar im Lieblingsclub zu finden, dazu gehört schon eine gehörige Portion Glück. Und Mut. Alle drei müssen einverstanden sein. Was, wenn man selbst oder die/derjenige gerade zu tief ins Glas geschaut hat? Das enthemmt zwar für den Moment, gibt aber ein besonders böses Erwachen am nächsten Tag. Oder auch nicht. Vielleicht wird daraus auch die große Liebe zu dritt. Man weiß es nicht.

Los geht’s

Hat man nun also jemanden gefunden, alle sind einverstanden und die Fronten geklärt, kann es losgehen. In einer entspannten Atmosphäre kann man sich langsam annähern. Ein Glas Champagner lockert die Situation. Aber nicht zu viel, da war ja die Sache mit den Grenzen und so. Heute kochen doch alle so gern miteinander. Wie wäre das als Anfang? Da kann man sich währenddessen in der warmen Küche überschüssiger Klamotten entledigen und spielerisch mit Leckereien verwöhnen. Mit ersten Berührungen kommt man sich näher. Dabei immer schön an den Partner denken und Blickkontakt halten. Und das Lachen nicht vergessen, schließlich soll das ja Spaß machen! Wenn es einem aber plötzlich doch nicht mehr gefällt, Ängste aufkommen, Unlust oder wasauchimmer, dann sollte das Ganze sofort abgebrochen werden.

Das weitere Drehbuch möchte ich Euch überlassen. Vielleicht spielt Ihr es mit Eurem Partner in Gedanken zu Ende, baut weitere Handlungsstränge ein, andere Personen, aufregende Orte. Und vielleicht ist das auch schon Erregung genug. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Lust dabei!

 

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