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Die Prostata – Wartung und Instandhaltung eines überaus männlichen Organs

Kastanien

Neulich morgens auf dem Weg zum Bäcker fielen mir die herabgefallenen Kastanien ins Auge. Aha, dachte ich, die passen zwar nicht ganz zu dem ungewöhnlich warmen Spätsommer-Wetter und meinen Flipflops, aber prima zum einem Artikel, den ich schon länger schreiben wollte. Gesagt, getan, ich sammelte also ein paar Kastanien zusammen. „Da liegt noch eine“, machte mich eine ältere Dame aufmerksam. „Wozu sammeln Sie die Kastanien? Wollen Sie Männchen basteln?“ Hm, dachte ich, na gut, sie will es wissen. Und da ich ziemlich direkt und auch immer offen für ein Gespräch bin, fragte ich nochmal kurz nach „Wollen Sie das WIRKLICH wissen?“, was sie mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortete und legte los: „Gut, dann erzähle ich es Ihnen. Ich möchte einen Artikel über die Prostata schreiben und darüber, dass Männer diese doch bitte genauso hegen und pflegen sollen wie ihr Auto. Und da die Prostata in Form und Größe gern mit einer Kastanie verglichen wird, möchte ich ein passendes Foto dazu machen. Und dafür sammle ich die Kastanien.“

Von wegen unterkühlte Hanseatinnen

Nun könnte man ja erwarten, dass ältere Damen früh am Morgen nicht so offen für Gespräche über die Prostata sind. Weit gefehlt. „Wissen Sie was“, war die Antwort, während sie schwungvoll die Tür des neben uns parkenden Wagens öffnete und auf den Fahrer deutete, „Sie haben völlig recht. Mein Mann hat sich untersuchen lassen, wurde operiert und jetzt ist alles wieder in Ordnung“. Wir lächelten uns wissend an, trennten uns mit einem „Haben Sie noch einen schönen Tag“ und sie stieg ins Auto. Hand aufs Herz, so ist das passiert.

Die Moral von der Geschicht’

Dieser Artikel könnte endlos werden, Funktion, Lustpotential und Probleme mit der Prostata. Eine Freundin hat mir aber einmal gesagt, dass eine Seite für ihr Fassungsvermögen bei Blog-Artikeln das höchste der Gefühle sei. Diesen Rat nehme ich mir zu Herzen, kürze an dieser Stelle rasant ab und beschränke mich auf das Wesentliche. Alles andere kann ich schließlich später ausführlich an anderer Stelle zum Besten geben.

Also, ohne Lunge kann ein Mann nicht leben, das allein hält allerdings nur wenige vom Rauchen ab. Dass Alkohol der Potenz schadet, ist auch bekannt, aber es gibt ja Viagra, das wird das schon richten. Ohne Prostata hingegen ist definitiv keine Ejakulation und ziemlich häufig auch keine Erektion mehr möglich (auch nicht mit Viagra) – und das ist nun wirklich doof. Viele Männer wissen aber gar nicht, was es mit der Prostata auf sich hat. Manchmal heißt es hinter vorgehaltener Hand „Sowieso hatte Prostatakrebs“, uuh, dann guckt man sich mitfühlend an und nickt wissend.

Aber, und das ist es, worauf ich hinaus möchte, nicht jede Beschwerde mit der Prostata hat als Diagnose Krebs. Ganz im Gegenteil! In den meisten Fällen handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung, die – rechtzeitig erkannt – gut behandelt werden kann. Das sogenannte „benigne Prostata-Syndrom“ wird als häufigste Männerkrankheit gezählt und macht sich ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar. 40% der über 50-Jährigen leiden unter behandlungsbedürftigen Symptomen. Viele Männer befürchten jedoch bei den ersten Anzeichen von Beschwerden beim Wasserlassen das Schlimmste und zögern aus Angst den Arztbesuch ins Endlose hinaus. Dabei kann, wie schon geschrieben, eine rechtzeitige Behandlung die Symptome lindern und vor allem die Angst nehmen.

Mein Vorschlag daher: Zu jeder Inspektion des Wagens oder sonstigen fahrbaren Untersatzes wird auch gleich ein Termin beim Urologen vereinbart. Und sollte es zwischendurch Probleme beim Wasserlassen geben, wird wie auch beim Motorstottern, ein extra Termin vereinbart. Dann klappt es auch noch lange mit dem Liebemachen. Alles klar?

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