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Das Alphabet der Lustpunkte

Die Lustpunkte des Genitalbereichs sind schon lange in der Kunst des Liebemachens bekannt. A-, C-, G-, P-, U-Punkt – manchmal weiß ich allerdings nicht so genau, was wir uns noch alles einfallen lassen. Es ist zuweilen verwirrend und erfordert bei weiteren Buchstaben bald eine kleine Handreichung, um den geneigten Lustmolch auf den richtigen Weg zu bringen. Das am Besten nicht in der chinesischen Übersetzung, denn wie ich diese kenne, findet da die Mutter nicht die passende Schraube – wenn ich mir den Vergleich erlauben darf. Also hier einmal in der deutschen Urfassung chronologisch zusammengestellt. Ich erhebe dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Nachweisbarkeit meiner Behauptungen.

G-Punkt: Erst kam in den Fünfzigern des vergangenen Jahrhunderts der Gynäkologe Gräfenberg mit dem G-Punkt daher. Das passte ja damals auch ganz hervorragend zu der vorherrschenden Meinung, nur der vaginale Orgasmus sei ein richtiger Orgasmus. Der G-Punkt kam den Männern sehr entgegen. Immerhin liegt er ja ganz versteckt im Inneren der Vagina und kann bei bestimmten Stellungen auch stimuliert werden. So denn eine Frau auch überhaupt erregt ist und hier Gefühle hat. Und das wage ich bei vielen der damaligen ehelichen Begegnungen zu bezweifeln. Zu sehr ging es nur um die Lust des Mannes.

C-Punkt: In den 70ern entdeckte man dann die Klitoris, auch C-Punkt (von „clitoris“) genannt, als DEN Lustknopf am weiblichen Körper. Das war sensationell, denn nun ging es auch wirklich um die weibliche Lust. Leider gibt es auch heute noch genügend Menschen vorwiegend männlichen Geschlechts, die immer noch nicht so ganz genau wissen, wo sich dieser Knopf befindet. Dass die Klitoris aber auch sowieso gar kein Punkt ist (ebenso wenig wie der G-Punkt), und auch so viel mehr ist als der kleine sichtbare Teil, entdeckte man erst 1992! Da wurde auch zum ersten Mal mit einem Handy telefoniert. Cool, was?!

U-Punkt: Den U-Punkt, der sich am Eingang des Urinaltraktes – also am Ausgang der Harnröhre – befindet, teilen sich beide Geschlechter. Wann er entdeckt wurde, muss im Dunkeln bleiben. Die wenigsten haben diesen Punkt als solchen definiert, profitieren aber von den lustvollen Empfindungen bei der oralen oder manuellen Stimulation. Denn dieser Punkt lässt sich kaum umgehen, liegt er doch mitten auf der Eichel bzw. genau zwischen den inneren Schamlippen. Ja, jetzt leuchten die Augen auf! Ganz genau, da sitzt die Harnröhre….

P-Punkt: Den P-Punkt erfinde ich gerade, zumindest die Bezeichnung. Denn der wird auch als männlicher G-Punkt bezeichnet. Gemeint ist die Prostata, deren Berührung Lustgefühle höchster Güte hervorrufen kann. Auch das ist mittlerweile sehr vielen Menschen zumindest in der Theorie vertraut. In der Praxis haben die meisten doch eher Hemmungen. Immerhin liegt dieser Punkt strategisch wirklich ungünstig und ist nur über den Weg durch den Anus zu erreichen. Nein, das lässt sich leider nicht ändern. Würden wir die Prostata versetzen, kämen andere Probleme auf die Männlichkeit zu. Also Augen zu und durch.

A-Punkt: In meinen Augen die sinnvollste Abkürzung in dieser Auflistung, denn das A steht für „Anterior Fornix Erogenous Zone“ und wer kann sich das schon merken? Wieder ein Punkt mehr für die Frau. 2003 vom malayischen Gynäkologen Chua Chee Ann – wieso eigentlich schon wieder ein Mann? – entdeckt, hat er ein weiteres Mysterium weiblicher Lust geschaffen. Dieser Punkt soll sich hinter dem G-Punkt tief in der Vagina befinden und für multiple Orgasmen sorgen. Aus der tantrischen Yoni-Massage, bei der die Vagina eine herausragende Rolle spielt, wird von Visionen hellen Lichts und bedeutsamen Bildern mit fast religiösen Vorstellungen berichtet. Auf jeden Fall ein Anlass, dem Phänomen mit erotischem Spürsinn auf den Grund zu gehen.

 

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