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Erogene Zonen – Die Lust am ganzen Körper

Wer kennt es nicht, dieses Vorurteil, Männer hätten nur eine erogene Zone und die sei in der Körpermitte zu finden. Frauen hätten demnach ja immerhin drei erogene Zonen, eine je oben links und rechts und die dritte ebenfalls in der Körpermitte. Nun schütteln wieder alle mit dem Kopf und sagen, nein nein, so ist das ja gar nicht, wir wissen doch, dass sich die erogenen Zonen über den ganzen Körper verteilen. Wieso aber beschränkt sich dann ein Großteil der sexuellen Aktivitäten auf genau diese drei Bereiche, Genitalien und Brüste?! Und das bei beiden Geschlechtern?! Je länger eine Beziehung andauert, desto häufiger bleibt der Rest des Körpers auf der Strecke und man will nur noch möglichst schnell zum Ziel kommen. Dabei gibt es doch immer wieder so viel zu entdecken!

Lustzentrum Gehirn

Die mit Abstand größte und wichtigste erogene Zone liegt zwischen den Ohren. Ohne jede Berührung auskommend kann ein gehauchtes Wort schon in größte Erregung versetzen. Auch Bilder oder geschriebene Worte können große Wirkung entfalten, wenn sie mit Inhalten gefüllt sind, die für den Empfänger eine erotische Bedeutung haben. Fantasie und die Erwarten dessen, was noch folgen kann, steigern die Lust und auch die Empfindlichkeit des Körpers. Und wenn erst einmal Lust vorhanden ist, kann die Berührung einer erogenen Zone die Erregung wiederum steigern.

Umgekehrt kann die schönste Berührung ohne Wirkung bleiben oder sogar unangenehme Empfindungen bis hin zu Schmerz hervorrufen, wenn sie im falschen Moment oder von der falschen Person kommt. Das kann sich auch im Laufe eines Lebens durch Erfahrungen immer wieder verändern. In meine Beratung kam eine Frau, die sich über ihre Brustwarzen wunderte. Während die Berührung bei ihrer großen Liebe jedes Mal sofort ein elektrisierendes Kribbeln bis in die Vagina hinunter ausgelöst hatte, passierte bei ihrem derzeitigen Liebhaber, den sie als gut im Bett beschrieb – nichts. Schuld waren weder ihre Brustwarzen noch das Können ihres Liebhabers, es fehlte einfach die Magie der Begegnung und so spielte ihr Kopf nicht mit.

Auf Entdeckungsreise

Erogene Zonen sind Körperstellen, deren Berührung Gefühle von Lust, Erregung, Begierde und Befriedigung auslösen kann. Sie sind in sogenannte spezifische und unspezifische erogene Zonen unterteilt und finden sich über den ganzen Körper verteilt. Die unspezifischen sind Hautbereiche mit weniger Nervenenden wie die am Hals, an den Lenden, am Rücken und an den Arm- und Beininnenseiten. Die unspezifischen finden sich an Hautstellen mit einer hohen Dichte an Nervenenden. Dazu gehören die Ohrmuscheln, die Augen, die Mundhöhle, die Brüste und Brustwarzen und der Genitalbereich. Hier sind Berührungen meist besonders intensiv.

Starten wir also. Wer sich auf Entdeckungsreise begibt, sollte sich Zeit nehmen und darauf achten, nicht im Stress oder womöglich sogar in Abwehrhaltung dem Partner gegenüber zu sein. Ruhe, ausreichend Zeit, eine angenehme Beleuchtung und Wärme entspannen und bieten damit eine prima Grundlage für erotische Stunden. Sinnvoll ist es auch, zu verabreden, auf den Geschlechtsverkehr zu verzichten, um damit den Leistungsdruck zu reduzieren und sich einfach nur auf die Berührungen konzentrieren zu können.

Ein Partner legt sich zuerst nackt auf den Bauch. Der andere kann nun mit den Händen, der Zunge, den Haaren, dem ganzen Körper, einer Feder, warmen Steinen, einem Eiswürfel – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – herausfinden, welche Körperpartien auf welche Berührung reagieren. Die Berührungen können sanft, fest, klopfend oder streichelnd sein. Ihr könnt am Kopf oder an den Füßen anfangen und Euch bis zum anderen Ende des Körpers forschend vorantasten. Die Zehen und Fußflächen können schon für die ersten warmen Gefühle sorgen. Dann geht es weiter die Innen- und Außenseiten der Beine hinauf bis zur weichen Rundung des Pos. Wirbel für Wirbel geht es den Rücken hinauf, auf dem Weg die Seiten und die Arme nicht vergessen, bis hoch zum Nacken, Haaransatz und den Ohren. Dann geht es auf die andere Seite, über das Gesicht den Körper wieder hinunter.

Herrlich! Der oder die Genießende darf durch Worte oder Geräusche gern mitteilen, was wo besonders schön ist. Oder was nicht gefällt. Das ist auch ganz wichtig. Beiden soll es gut gehen und jeder macht nur, was für ihn oder sie auch schön ist. Während für den einen Mann nur eine ganz zarte Berührung seiner Brustwarzen angenehm ist, darf bei dem anderen vielleicht schon einmal hinein gebissen werden. Und eine Zunge im Ohr mag für die eine Frau heiß und erotisch sein, die andere findet es vielleicht kalt und nass. Wenn auch die Körpervorderseite fertig ist, wird gewechselt. Sofort oder zu einem anderen Zeitpunkt. Wichtig ist nur, dass beide beide Erfahrungen machen, streicheln und gestreichelt werden.

Und was wir mit den Hotspots in der Körpermitte alles machen können, verrate ich Euch an anderer Stelle!

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