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Elvis, Vorreiter der sexuellen Revolution

Elvis Presley, das Sexsymbol einer ganzen Generation – ich möchte fast sagen, das erste männliche Sexsymbol der modernen Welt überhaupt, würde heute 80 Jahre alt! Kaum zu fassen, würde er noch leben, gäbe es heute eine riesige Geburtstagsparty. Der Mann, der die prüden 50er Jahre aufmischte und so viele Frauen erregte und zum Schwärmen brachte, wie keiner vor und nur wenige nach ihm. Wenn ich mir diesen Mann in seinem schwarzen Leder-Outfit anschaue, bin auch ich fast ein bisschen verliebt in diesen Mann, der da über die Bühne rockt und mit verheißungsvollen Blicken um sich wirft. Was ist das nur, das bis heute diese Faszination ausübt? Auch in meiner Plattensammlung befindet sich eine alte Vinylscheibe, irgendwann kam ein Elvis-auf-Hawaii-Puzzle in meinen Besitz und einen Elvis-Imitator durfte ich auch schon einmal bewundern. Den allerdings nicht für seinen Sex-Appeal. Den hat nun einmal nur der eine, der einzigartige Elvis. Da bitte ich beim nächsten Mal doch wenigstens um etwas mehr Humor.

Wenn ein Mann in einer prüden Gesellschaft zum Sexsymbol wird

Heute kann man sich diesen Irrsinn von damals ja fast nicht mehr vorstellen. Zu viele Berühmtheiten, die sich den Olymp teilen und zu viel Sex und Nacktheit allgegenwärtig in den Medien. Da stehen die Stars in Lack und Leder oder fast unbekleidet auf der Bühne, überlassen kaum noch etwas der Fantasie und ringen uns nur noch ein müdes Lächeln ab. Die Provokation zieht nicht mehr. Anders in der prüden Nachkriegszeit, in Deutschland auch erotische Eiszeit genannt. Die Fassade der bürgerlichen Anständigkeit. Mit Sex war tatsächlich der Geschlechtsverkehr gemeint und der hatte gefälligst hinter verschlossenen Türen stattzufinden. Dass auch Frauen einen Orgasmus haben, gehörte wahrlich nicht zur Allgemeinbildung. Freuds Triebtheorie war vorherrschend: der Mann als Dampfkessel, der bei fehlendem Druckabbau explodiert. Vergewaltigung in der Ehe als gängige Sexualpraktik. Oralverkehr heimlich genossen, öffentlich verpönt.

Und dann kommt da dieser Mann, der Sinnlichkeit pur verströmt, der sich nicht an diese Prüderie hält, der statt steif dazustehen mit den Hüften wackelt und Bewegungen nachahmt, die den Sex versprechen, den die Frauen sich wünschen, lasziv, fordernd, hemmungslos. Der von Sex singt, versteckt und ganz offen. Let me be your Teddybear. Welcher Mann möchte das nicht sein, wenn es um die weibliche Lust mit dem eigenen Körper geht? Kein Wunder, dass sich damals Radiosender weigerten, diese Musik zu spielen. Es werden sexuelle Fantasien geweckt, Erotik rutscht auf einmal in das öffentliche Blickfeld. Was wäre alles möglich, wenn…? Aber wie er wohl tatsächlich im Bett war? Ob er diese Erwartungen erfüllen konnte? War er ein guter Liebhaber? Darüber weiß ich nichts. Ich kann nur mutmaßen. Elvis hat viele Frauen gehabt, verliebt hat er sich jedoch in eine sexuell unerfahrene 14-jährige, von der er sich verstanden fühlte. Wir alle wissen, was das heute für einen Medienrummel lostreten würde.

Unsere Fantasie ist die größte Triebfeder

Sexuelle Ausstrahlung hat nichts mit praktizierter Sexualität zu tun. Man kann nie wissen, was sich hinter der Fassade verbirgt und das macht Sexualität ja auch so spannend. Bei Elvis waren es nun einmal die Fantasien, die er geweckt hat und die ihn unsterblich machen. Dabei wird es wohl auch für alle Zeiten bleiben. Wäre er tatsächlich 80 Jahre alt geworden, wer weiß, was dann aus dem Image des Sexsymbols geworden wäre. So jedenfalls bleibt er unantastbar. Lieber Elvis, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

 

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